Krankenhaus in Rottweil: Cyberangriff auf Patientendaten – Helios Klinik gibt Entwarnung

Die Helios Klinik in Rottweil gibt nach dem Cyberangriff Entwarnung. (Archivbild)
OttoCyberkriminalität ist in aller Munde – jetzt wurden bei einer groß angelegten Cyberattacke tausende Patientendaten gestohlen. Viele Kliniken sind betroffen, darunter auch das Schwarzwald-Baar-Klinikum in der Nachbarschaft.
Dabei wurden nicht die Kliniken direkt attackiert, sondern der große Abrechnungsdienstleister Unimed. Mit dem haben Medienberichten zufolge auch zahlreiche Kliniken des Helios-Konzerns zusammen gearbeitet. Sind also womöglich auch Daten von Patienten des Krankenhauses in Rottweil in die Hände der Cyberkriminellen geraten?
Das sei nicht der Fall, sagt Sprecherin Julia Stapel, zuständig für den Helios-Cluster der Kliniken in Rottweil und Überlingen am Donnerstag auf Nachfrage. „Wir sind nicht betroffen, da wir nicht mit dem Dienstleister zusammenarbeiten“, gibt sie Entwarnung.
Ganz anders im benachbarten Schwarzwald-Baar-Kreis. Wie das Schwarzwald-Baar-Klinikum am Mittwochabend mitteilte, habe der Abrechnungsdienstleister das Klinikum auf Nachfrage „in den vergangenen Tagen informiert, dass 400 Datensätze gestohlen wurden“.
100 Datensätze mit Gesundheitsdaten
Die betroffenen Patienten sollen seitens des Klinikums in den kommenden Tagen schriftlich informiert werden, heißt es weiter. Betont wird explizit: Der Cyberangriff habe sich an den externen Abrechnungsdienstleister und nicht an das Schwarzwald-Baar-Klinikum gerichtet. Die klinischen Systeme und die Patientenversorgung seien „ zu keinem Zeitpunkt betroffen“ gewesen.
Bei den gestohlenen Daten handele es sich um 300 Adressdatensätze mit allgemeinen Informationen und 100 Datensätze mit Gesundheitsdaten. Betroffen seien Patienten mit Privat- oder Zusatzversicherung oder solche, die Leistungen selbst bezahlen. Laut Auskunft des Dienstleisters sind keine sensiblen Finanzdaten darunter.
Datenschutzbehörde ist informiert
Die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde sei bereits bei Bekanntwerden des Anfangsverdachts am 17. April informiert worden. Auf Nachfrage habe der Dienstleister dem Klinikum „in den vergangenen Tagen Auskunft über das Ausmaß des Datenklaus und die Art der abgeflossenen Daten gegeben.“ Das Schwarzwald-Baar-Klinikum habe die Zusammenarbeit mit dem externen Dienstleister bereits im September 2025 beendet.
Unimed arbeitet unter anderem mit zahlreichen Unikliniken zusammen. Auch die Klinik in Tübingen ist betroffen, hier wurden laut Mitteilung der Klinik Daten von rund 5000 Patienten gestohlen. Insgesamt haben die Hacker bei dem Angriff Zehntausende Daten erbeutet.
