Großprojekt im Herzen Rottweils: Großes Interesse an Informationen zur Umgestaltung des Friedrichsplatzes

Das Interesse an der Info-Veranstaltung der Stadt zur Umgestaltung des Nägelesgrabens ist groß.
SiegmeierNach der Fastnacht soll es losgehen mit dem Umbau des Friedrichsplatzes und der Umgestaltung des Parkplatzes am Nägelesgraben zum neuen Busbahnhof (ZUP).
Doch wie sieht all das aus? Wie ist die Zeitschiene? Wie laufen die Umleitungen? Was bedeutet es, wenn ich Anlieger am Friedrichsplatz bin? Und wie ist das mit der Feuerwehr, wenn es zu einem Einsatz kommt? Fragen über Fragen hatten die unzähligen Interessierten am Montagabend bei der Info-Veranstaltung im ehemaligen Müller-Markt im Gepäck. Und das Format, das die Stadtverwaltung für die Veranstaltung gewählt hatte, fand großen Zuspruch.
Statt eines Frontalvortrags über die anstehenden Maßnahmen hatten sich die Veranstalter für Info-Stände zu den verschiedenen Themen entschieden, und das über eine Zeitschiene von drei Stunden hinweg. Pläne und Infos waren ausgehängt, aber auch Mitarbeiter, die die vielfältigen Fragen der Interessierten beantworteten, standen parat. Und sie wurden regelrecht gelöchert mit Fragen.
Die ENRW gab etwa konkret zu den Bauarbeiten und Leitungen Auskunft. Auch zur Landesgartenschau konnte man sich informieren. An weiteren Ständen gab es Wissenswertes zu den Umleitungen, dem Busverkehr, zur Neugestaltung des Busbahnhofs und natürlich zum Friedrichsplatz selbst.
Wie hier künftig gefahren werden dürfe, war vermutlich eine der Hauptfragen des Abends. „Der Gemeinderat hat sich ganz klar für Einrichtungsverkehr ausgesprochen“, informiert Oberbürgermeister Christian Ruf. Busse und Fahrräder dürften in beide Richtungen fahren.
„Mit dem Zuspruch und dem Format des Abends sind wir sehr zufrieden“, lässt der städtische Pressesprecher Tobias Hermann wissen. Mit dabei war Stadtbrandmeister Frank Müller, denn auch für die Feuerwehr ist die Sperrung des Friedrichsplatzes eine Herausforderung, wie Müller sagt. „Deswegen ist es wichtig, dass wir engen Kontakt zum Bauleiter haben und uns regelmäßig informieren, wann, was ansteht“, so Müller. Die Feuerwehr müsse ja jederzeit die Gebäude erreichen können. „Nicht nur im Brandfall, sondern auch bei Patientenrettung.
Zudem konnten die Besucher Ideen für das Baustellenmarketing abgeben. Die Stellwand füllte sich schnell und die Vorschläge reichten von Märkten, über Buddelberge und Sommertheater des Zimmertheaters, bis hin zu Schaufensterausstellungen.
Wie soll der Friedrichsplatz aussehen? Der Friedrichsplatz soll ein lebendiger Stadtplatz werden, der den Fuß- und Radverkehr priorisiert, und den bisherigen Verkehrsknotenpunkt zu einem urbanen Aufenthaltsort werden lässt. Die Reduzierung auf zwei Busspuren ermöglicht einen verkehrsberuhigten Geschäftsbereich. Entlang der Fassaden soll es ein Wechselspiel aus Staudenbeeten und multifunktionalen „Logen“ geben. Die „Platzlogen“ sind vielseitig nutzbar – für Außengastronomie, mobile Bühnen zur Fasnet oder temporäre Installationen. Der Platz soll wandelbar und anpassungsfähig an die Anforderungen des städtischen Lebens sein.
Wie sieht konkret der Zeitplan für die Arbeiten aus? Im März beginnt die ENRW am Friedrichsplatz mit dem Leitungsbau, der im Mai dann bei der Predigerkirche im Kurvenbereich fortgesetzt werden soll. Von August bis Oktober werden die Leitungen am Kriegsdamm erneuert. Für den 4. Mai ist der Baubeginn von Seiten der Stadt für den Kreisverkehr und den Anschluss am Parkplatz Nägelesgraben terminiert. Die Arbeiten sollen Ende Juni abgeschlossen sein. Am 5. Oktober beginnt dann der Umbau des Parkplatzes zum Busbahnhof und zugleich die Oberflächengestaltung am Friedrichsplatz. Beides soll bis Ende Oktober 2027 abgeschlossen sein.
Wie wird der neue Busbahnhof gestaltet? Der Parkplatz am Nägelesgraben (Norma) fällt weg. Hier entsteht der Busbahnhof. Während der Bauarbeiten gibt es Parallelmaßnahmen am Park- und Geschäftshaus Kriegsdamm 7. So wird etwa der Eingang des KIK zur Platzseite verlegt, und der Aufzug im Erdgeschoss wird zur barrierefreien Anbindung der Parkdecks reaktiviert. Der Vorplatz mit MobilityHub wird bepflanzt und erhält Platzcharakter.
Wie wird der Verkehr während der Baumaßnahmen umgeleitet? An den Stadteingängen und der Umgehungstraße soll hingewiesen werden, dass die Durchfahrt der Innenstadt zwischen März 2026 und Oktober 2027 erschwert ist, so dass Verkehrsteilnehmer im besten Fall die Innenstadt umfahren. Ansonsten verlaufe die Umleitung über die Lorenz-Bock-Straße, die Marx- und Schrambergerstraße und die Schlachthausstraße zum Nägelesgraben. Und vom Nägelesgraben über die Oberndorfer Straße wieder in die Schrambergerstraße.
Und wie sehen die Änderungen für die Busse aus? Für die Busse wird der Taktfahrplan ab dem 1. März angepasst und die Verschiebung der Buslinien vom Friedrichsplatz in den Waldtorort werde derzeit noch entwickelt. Die nächstgelegene Haltestelle in der Innenstadt ist im Waldtorort oberhalb des Schwarzen Tores. Die Bushaltstelle „Oberndorfer Str. / Spital“ wird als Ersatz für den Nägelesgraben stadtauswärts eingerichtet, und die Bushaltstelle „Kaiserstraße / Parkhaus“ als Ersatz für Neue Post stadteinwärts. Als beste Umstiegsmöglichkeit ist der Heimburger-Kreisel erwähnt.