Großes Herz für blinde Menschen
: Rottweiler spenden mehr als 200.000 Euro

Wenn ein Mensch nach langer Zeit plötzlich wieder sehen kann, ist das wie ein Wunder. Solche Wunder haben die Bürgerinnen und Bürger von Rottweil allein im vergangenen Jahr rund 6.687-mal bewirkt.
Von
red/pm
Rottweil/Bensheim
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Die Untersuchung durch Dr. Noel Pastory (links) bringt Gewissheit: Asha leidet an Grauem Star. Dank vieler Spenden - etwa aus Rottweil - kann sie wieder sehen.

CBM/Bothe
  • Rottweiler spendeten 200.619 Euro und ermöglichten 6.687 Augenoperationen.
  • Pro Einwohner kamen 7,86 Euro zusammen – Rottweil liegt in Baden-Württemberg auf Platz zwei.
  • Beispiel Asha: Nach Diagnose Grauer Star wurden Linsen ersetzt, ihr Sehvermögen kehrte zurück.
  • Zuvor wurde ihr Blutzucker eingestellt, da unbehandelter Diabetes als Ursache galt.
  • CBM unterstützt in armen Ländern medizinische Hilfe und inklusive Teilhabe seit fast 120 Jahren.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie die Christoffel-Blindenmission (CBM) mitteilt, wurden für die  6.687 Augenoperationen insgesamt 200.619 Euro gespendet – das sind 7,86 Euro je Einwohner. Damit liege Rottweil auf Platz zwei in Baden-Württemberg.

Weltweit seien mehr als 17 Millionen Menschen durch Grauen Star erblindet. Schuld ist eine Trübung der Augenlinse. Um diese Trübung zu beseitigen, brauche es durchschnittlich nur 15 Minuten – und 30 Euro in den CBM-unterstützten Projekten. Doch viele Betroffene in Afrika, Asien und Lateinamerika könnten sich das nicht leisten. Ein Arzt oder eine Ärztin im CBM-geförderten Projekt sowie die Spender in Rottweil machten dies trotzdem möglich, so CBM in ihrer Pressemitteilung.

Tante bringt junge Frau in Krankenhaus

So sei das auch bei Asha aus Sansibar gewesen. Vor anderthalb Jahren habe die 23-Jährige fast vollständig ihr Augenlicht verloren. „Mit ihrem Sehvermögen schwand auch ihre Lebensfreude. Früher neugierig und voller Pläne, zog Asha sich immer mehr zurück. Besonders schmerzlich war, dass sie ihren Traum aufgeben musste, als Henna-Künstlerin zu arbeiten. Sie hatte bereits begonnen, die kunstvollen Muster zu erlernen“, berichtet CBM von einem Fall. Die Tante der jungen Frau habe Asha ins CBM-geförderte Mnazi Mmoja Hospital gebracht. Dort sei die Ursache festgestellt worden: Grauer Star, vermutlich eine Folge ihres unbehandelten Diabetes.

Zunächst musste daher ihr Blutzucker eingestellt werden, denn ihre Werte seien viel zu hoch gewesen. Erst danach sei eine Operation möglich gewesen. „Bei dem Eingriff wurden ihre getrübten Augenlinsen durch klare künstliche Linsen ersetzt“, berichtet CBM. Als die Verbände entfernt wurden, sei langsam ihr Sehvermögen zurückgekehrt. „Zuerst habe ich den Arzt gesehen und dann meine Tante“, erzählt Asha. „Ich habe vor Freude geweint.“

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Lebenstraum erfüllt sich

Heute blickt die junge Frau hoffnungsvoll in die Zukunft. Sie zeichnet wieder Henna-Muster und möchte ihre Ausbildung fortsetzen. Mit ihrem Augenlicht seien auch ihr Mut und ihre Träume zurückgekehrt.

Auf Platz eins der Durchschnittsspenden je Einwohner liegt übrigens Freudenstadt mit 12,98 Euro je Einwohner. Platz drei belegt Ettlingen mit 5,60 Euro je Einwohner.

Die Christoffel-Blindenmission

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den international führenden Organisationen für inklusive Entwicklungszusammenarbeit. Sie unterstützt Menschen mit Behinderungen in den ärmsten Ländern der Welt – und das seit fast 120 Jahren. Gemeinsam mit ihren lokalen Partnern sorgt sie dafür, dass sich das Leben von Menschen mit Behinderungen grundlegend und dauerhaft verbessert. Sie leistet medizinische Hilfe und setzt sich für gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe ein. Ziel ist eine inklusive Welt, in der Menschen mit und ohne Behinderungen ihre Fähigkeiten einbringen können und niemand zurückgelassen wird. Im Jahr 2025 förderte die CBM 385 Projekte in 35 Ländern. Mehr unter www.cbm.de.