Genug Personal vorhanden?: Rottweiler Jugendamt auf den Prüfstand

Der Kreistag Rottweil diskutierte über die Zukunft des Jugend- und Versorgungsamts. (Symbolbild)
Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpaWie die Jugendhilfe im Landkreis besser arbeiten kann, wurde im Jugendhilfeausschuss des Kreistags diskutiert. Die zentrale Frage war dabei, wie viel Personal benötigt wird. Denn: Eine entsprechende Anzahl an Fachkräften ist inzwischen gesetzlich vorgeschrieben.
Diskutiert wurden neue Qualitätsstandards und wie viel Personal das Jugend- und Versorgungsamt künftig braucht. Grundlage dafür war eine Untersuchung des Instituts für Sozialplanung und Organisationsentwicklung Köln (INSO GmbH).
Kreissozialamtsleiterin Angela Jetter erklärte, dass die Jugendhilfeplanung fortgeschrieben wurde. Ziel war es, die Strukturen des Jugend- und Versorgungsamts auf den Prüfstand zu stellen und ein Verfahren zu entwickeln, das den künftigen Personalbedarf realistisch abbildet.
Seit der Einführung des Kinder- und Jugendstärkungsgesetzes (KJSG) im Jahr 2021 ist vorgeschrieben, dass Jugendämter eine dem Bedarf entsprechende Zahl an Fachkräften vorhalten und hierfür ein Verfahren zur Personalbemessung nutzen müssen. Bisher fehlte ein solches Verfahren im Landkreis Rottweil.
Neue Grundlage für Personalplanung
Das Projekt wurde zwischen Oktober 2024 und August 2025 durchgeführt und von einer Projektgruppe begleitet. Der Geschäftsführer der INSO GmbH, Bruno Hastrich, präsentierte die Ergebnisse. Untersucht wurde, welche Aufgaben die Mitarbeiter erfüllen, und welche Zeitaufwände damit verbunden sind. Auf dieser Grundlage erstellte INSO eine Empfehlung zur optimalen Personalausstattung.
Zunächst soll der Ist-Zustand erhoben werden, um daraus den zukünftigen Bedarf abzuleiten. Ziel ist es, ein Jugendamt zu gestalten, das sowohl qualitativ hochwertige Arbeit leistet, als auch den gesetzlichen Anforderungen entspricht.
Einigkeit über wachsende Herausforderungen
In der anschließenden Diskussion gingen die Meinungen auseinander. Ein Kreistagsmitglied betonte die Notwendigkeit, die Zeit, die für bestimmte Abläufe benötigt wird, zu verkürzen, um mit dem bestehenden Personal auszukommen.
Einigkeit bestand jedoch in der Erkenntnis, dass die Arbeit des Jugendamts zunehmend komplexer und aufwendiger wird – von Kindeswohlverfahren über Hilfen zur Erziehung bis hin zu steigenden Anforderungen durch die Digitalisierung.
Mit der vorgestellten Untersuchung und den künftigen Standards will der Landkreis Rottweil die Grundlage für ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Jugend- und Versorgungsamt schaffen. Die Ergebnisse sollen im Stellenplan für das kommende Jahr berücksichtigt werden.