Feuerwehr in Dietingen
: Gleich vier Einsatzszenarien beim Übungsnachmittag

Die Feuerwehr Dietingen stellte am Samstag in Böhringen und Rotenzimmern ihr Können unter Beweis. Rund 60 Einsatzkräfte aus den fünf Abteilungen nahmen teil.
Von
red/pm
Dietingen
Jetzt in der App anhören
Auf dem Parkplatz bei der Narrenzunft in Böhringen stand die Personenrettung nach Verkehrsunfällen im Mittelpunkt

Auf dem Parkplatz bei der Narrenzunft in Böhringen stand die Personenrettung nach Verkehrsunfällen im Mittelpunkt.

Matthias Seemann
  • Feuerwehr Dietingen übte am Samstag vier Szenarien in Böhringen und Rotenzimmern.
  • Rund 60 Kräfte trainierten Personenrettung nach Verkehrsunfällen mit technischer Hilfe.
  • Werkstattbrand bei BKF: Atemschutztrupps suchten Vermisste, sicherten Wasser und Gefahrstoffe.
  • Tiefgarage in der Knuppertstraße: Fahrzeugbrand mit Übungsnebel, zwei Personen gerettet.
  • Nahwärmeanlage Rotenzimmern: zwei Unfälle, eine Amputation simuliert – Rettung mit Spineboard.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Anders als beim Übungstag im vergangenen Jahr, bei dem ein großes, zusammenhängendes Einsatzszenario bewältigt wurde, standen diesmal mehrere kleinere Übungen mit unterschiedlichen Schwerpunkten auf dem Programm. An vier Stationen trainierten die Feuerwehrangehörigen unterschiedliche Einsatzsituationen und vertieften dabei ihre praktischen Fähigkeiten.

An jeder Station fanden zwei Übungsdurchgänge statt – ab 13 Uhr und ab 14.30 Uhr. Häufig waren dabei zwei Abteilungen mit jeweils einem Einsatzfahrzeug beteiligt – eine realistische Situation, da auch im Ernstfall je nach Einsatzstichwort mehrere Abteilungen gleichzeitig alarmiert werden.

Eine Besonderheit lag in der Vorbereitung: Die einzelnen Übungsszenarien waren im Vorfeld von kleinen Teams aus der Führungsmannschaft ausgearbeitet worden. Die konkreten Einsatzlagen waren den teilnehmenden Kräften vorab nicht bekannt, sodass sie sich wie bei einem tatsächlichen Alarm zunächst ein Bild der Situation machen und dann die erforderlichen Maßnahmen einleiten mussten.

Technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen

Auf dem Parkplatz bei der Narrenzunft in Böhringen stand die Personenrettung nach Verkehrsunfällen im Mittelpunkt. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie mit den verfügbaren Werkzeugen und Hilfsmitteln eine möglichst wirkungsvolle technische Rettung durchgeführt werden kann.

Kreis Rottweil

Alles Wichtige aus dem Kreis Rottweil.

Zum Whatsapp Kanal

Nach einer theoretischen Einführung, bei der unter anderem die Absicherung der Unfallstelle, mögliche Gefahren durch nicht ausgelöste Airbags, die elektrische Anlage der Fahrzeuge sowie verschiedene Rettungsmethoden behandelt wurden, folgte die praktische Ausbildung an drei bereitgestellten Fahrzeugen.

Die Einsatzkräfte übten zunächst das Sichern und Stabilisieren der Fahrzeuge, beispielsweise durch Unterbauen oder den Einsatz von Leitern. Anschließend wurden verschiedene Möglichkeiten trainiert, um Zugang zu verletzten Personen zu schaffen. Dazu gehörten unter anderem das gezielte Öffnen der Fahrzeugverglasung sowie der Einsatz einer Säbelsäge. Auch die eigentliche Menschenrettung wurde mit fiktiven Verletzten trainiert. Dabei erfolgte die Rettung jeweils mithilfe eines Spineboards – sowohl über die Fahrzeugtüren als auch über den Kofferraum.

Werkstattbrand mit vermissten Personen

Ein weiteres Szenario erwartete die Feuerwehrangehörigen auf dem Gelände der Firma BKF in Böhringen. Angenommen wurde ein Werkstattbrand infolge einer Verpuffung. Zunächst war unklar, ob und wie viele Personen sich noch im Gebäude befanden.

Dichter Übungsnebel erschwerte den Atemschutztrupps die Orientierung im Gebäude. Zwei Atemschutztrupps aus Böhringen und Irslingen gingen zur Menschenrettung und Brandbekämpfung vor, während ein weiterer Trupp zur Sicherung bereitstand. Im Gebäude mussten zwei verletzte Personen gefunden und gerettet werden, von denen eine nicht mehr ansprechbar war.

Bei der Nahwärmeversorgung in Rotenzimmern warteten gleich zwei angenommene Arbeitsunfälle auf die Einsatzkräfte.

Bei der Nahwärmeversorgung in Rotenzimmern warteten gleich zwei angenommene Arbeitsunfälle auf die Einsatzkräfte.

Matthias Seemann

Neben der Menschenrettung lag ein weiterer Schwerpunkt auf dem Erkennen möglicher Gefahrenquellen. Verschiedene Behälter und Gefahrstoffkennzeichnungen mussten bei der Erkundung berücksichtigt werden. Gleichzeitig wurde die Wasserversorgung über einen Unterflurhydranten sichergestellt, eine Riegelstellung aufgebaut und ein Rauchvorhang eingesetzt.

Menschenrettung aus einer verrauchten Tiefgarage

In der Knuppertstraße in Böhringen wurde ein Fahrzeugbrand in einer Tiefgarage simuliert. Zwei Personen galten als vermisst und mussten unter schwierigen Bedingungen gefunden und gerettet werden.

Um die Situation möglichst realistisch zu gestalten, wurde die Tiefgarage mit Übungsnebel verraucht. Zusätzlich erschwerten spezielle Übungsvisiere die Sicht der eingesetzten Atemschutzgeräteträger. Eine akustische Alarmanlage sorgte für eine weitere Belastung und erschwerte die Verständigung.

Zwei Atemschutztrupps rückten in die Tiefgarage vor, um die vermissten Personen zu suchen und den angenommenen Fahrzeugbrand zu bekämpfen. Parallel dazu wurde die Löschwasserversorgung über einen Unterflurhydranten aufgebaut.

Nachdem beide Personen gefunden und in Sicherheit gebracht worden waren, konnte die Brandbekämpfung abgeschlossen werden. Parallel wurde die Tiefgarage mithilfe eines Überdrucklüfters rauchfrei gesetzt.

Anspruchsvolle Personenrettung in der Nahwärmeanlage

Bei der Nahwärmeversorgung in Rotenzimmern warteten gleich zwei angenommene Arbeitsunfälle auf die Einsatzkräfte. Im ersten Fall musste eine bewusstlose Person aus dem Führerhaus eines Teleskopladers gerettet werden. Die Einsatzkräfte befreiten die Person aus der Fahrerkabine.

Deutlich aufwendiger gestaltete sich das zweite Szenario im Hackschnitzellager. Ein Arbeiter war beim Versuch, eine Verstopfung an der Förderschnecke zu beseitigen, abgerutscht und mit einem Bein in die Anlage geraten. Die bewusstlose Person lag zwischen den Hackschnitzeln und konnte nicht unmittelbar gerettet werden.

Bei dieser Rettung spielte insbesondere der Eigenschutz der Einsatzkräfte eine zentrale Rolle. Zunächst musste die Anlage über den Not-Aus stillgesetzt werden, um weitere Gefahren durch die Förderschnecke auszuschließen. Anschließend stabilisierten die Feuerwehrangehörigen den losen Hackschnitzeluntergrund mithilfe von Schalungstafeln, um einen sicheren Arbeitsbereich zu schaffen. Mit Schaufeln wurde die verschüttete Person vorsichtig freigelegt und schließlich mithilfe eines Spineboards gerettet.

Im weiteren Verlauf galt es zudem, eine angenommene schwere Amputationsverletzung zu versorgen und die Blutung bis zur Übergabe an den Rettungsdienst einzudämmen. Beide geretteten Personen wurden schließlich dem im Übungsszenario vorgesehenen Rettungsdienst übergeben.

Wertvolle Erfahrungen für den Ernstfall

Gegen 16.30 Uhr endete der Übungsnachmittag mit einer gemeinsamen Nachbesprechung. Gesamtkommandant Dominik Weißer, der die Übung gemeinsam mit seinem Stellvertreter Roman Jauch leitete, zog ein positives Fazit. Die gesteckten Übungsziele wurden erreicht und die unterschiedlichen Einsatzszenarien insgesamt gut bewältigt.

Der Übungsnachmittag verdeutlichte einmal mehr die Bedeutung regelmäßiger und praxisnaher Ausbildung. Neben der Vertiefung technischer Fähigkeiten standen insbesondere das koordinierte Handeln und die abteilungsübergreifende Zusammenarbeit im Vordergrund. Auch die Führungskräfte profitierten von den Übungsszenarien: Neben erfahrenen Gruppenführern übernahmen auch zwei junge Gruppenführer erstmals die Leitung einer Gruppe.