Carmina Burana in Rottweil
: Dieses Konzert hat Weltklasseniveau – hier sind die Bilder

Mit der „Carmina Burana“ bieten Musiker und Sänger beim zweiten Eröffnungskonzert des Schwarzwald Musikfestivals in Rottweil ein faszinierendes Klangerlebnis und Musik vom Feinsten.
Von
Stefanie Siegmeier
Oberndorf
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„Carmina Burana“ in der Stallhalle in Rottweil wird zum grandiosen musikalischen Erlebnis.

Siegmeier

Die „Carmina Burana“ ist das bekannteste Werk des Komponisten Carl Orff und die ganze Leidenschaft von Mark Mast, dem Initiator und Intendanten des Schwarzwald Musikfestivals.

In der Kombination der Bayerischen Philharmonie mit der Band „Spark“ – was einmalig in der Musikgeschichte sein dürfte –, und übrigens dem ersten Eröffnungskonzert des Festivals in Rottweil überhaupt, nahm Mast sein Publikum mit auf eine Reise, die begeisterte, faszinierte, und sich über alle musikalischen Grenzen hinwegsetzte.

Und um es gleich vorwegzunehmen, Superlative reichten für diesen Konzertabend nicht aus. Was Intendant Mark Mast hier inszeniert hat, war gelebte Leidenschaft für die Musik und hatte Weltklasseniveau. Perfektion gepaart mit Spielfreude und Begeisterung.

Von wegen Fußball-Pokalfinale

„Das, was wir machen, das machen wir ausschließlich für Sie, sonst würden wir vermutlich das Fußball-Pokalfinale schauen“, begrüßte der bestens aufgelegte Intendant das Publikum in der sehr gut besuchten Stallhalle. Mark Mast, gilt in Sachen Carl Orff als Weltmarktführer, da es keinen Dirigenten gibt, weder lebend noch tot, der je so zahlreich und so vielseitig Orff dirigiert hätte.

Kraftvoll erklang zum Auftakt das „O Fortuna“, welches das Publikum sogleich in seinen Bann zog. Statt vom klassischen Sinfonieorchester – das hätte vermutlich die räumlichen Kapazitäten gesprengt – wurden die Sängerinnen und Sänger vom Percussion Ensemble der Bayerischen Philharmonie begleitet sowie von dem grandiosen Klavierduo mit Yudum Çetiner und Selin Sekeranber.

Voller Emotionen

Der Chor, der Kinderchor des Keppler-Gymnasiums Freudenstadt, sowie die Solisten, die Sopranistin Anastasiya Taratorkina, Tenor Gustavo Martín Sanchez und Bariton Thomas Gropper führten die Zuhörer durch die verschiedenen Gefühlswelten. Und mit seinem Crossover setzte die Band „Spark“, ebenfalls leidenschaftlich, voller Emotionen und Kraft nochmal eins obendrauf. Mit Stücken von den Altmeistern wie Bach, Telemann und Co. bis hin zu den Beatles ließen sie die Funken wahrlich sprühen.

Und dass Blockflöten und Melodica keinesfalls angestaubt, sondern als Konzertinstrumente hervorragend eingesetzt werden können, das wurde hier eindrücklich offenbar.

Der Lauf des Schicksals

Im 19. Jahrhundert hatte ein bayerischer Sprachwissenschaftler die „Carmina (Lieder), aus Beuern „Burana“, mittelalterliche Handschriften aus dem 12. bis 14. Jahrhundert zusammengetragen und als „Lieder und Handschriften aus Benediktbeuren“ veröffentlicht. Dieses Buch war Carl Orff 1937 in einem Würzburger Antiquariat in die Hände gefallen. Er blätterte darin und war begeistert. So gewaltig wirkten diese Texte und ein Symbol auf ihn: Das Rad der Fortuna, das den Lauf des Schicksals aufzeigt. Alle menschlichen Gefühle und Emotionen zeigt die „Carmina Burana“ auf.

Von den aufkeimenden Gefühlen im Frühjahr „Primo Vere“, über die Heiterkeit in der Taverne „In Taberna“, wo es sehr viel Komödiantisches gab, wo Geschichten erzählt wurden und das Leben gefeiert wurde, bis hin zu „Ave formosissima“, dem Gang zum Traualtar. Hier hat Mast Schlagzeuge durch originale Messglocken ersetzt – grandios. Für drei Stunden Musikgenuss vom Feinsten wurden die Musiker und Sänger mit nicht enden wollendem Applaus belohnt.

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