Bilder zur Landesgartenschau Rottweil: Neckar, Brücken, Blumen – dieser Rundgang beantwortet viele Fragen

Hier in Richtung Bahnhof ist eine der neuen Brücken über den Neckar schon eingehoben worden.
Otto- Rottweil zeigt bei einem Baustellenrundgang den Stand zur Landesgartenschau.
- Münsterplatz mit neuer Freitreppe, Bäume gesetzt, Asphalt ergraut erst später.
- Friedrichsplatz bleibt Baustelle, Narrensprung an der Fasnet ist dort nicht möglich.
- BDT-Brücke über Neckar und Gleise entsteht, Aufzug am Stadtgraben kommt.
- Neckar-Renaturierung, neue Brücken, Veranstaltungsfläche und Gastro sind geplant.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dass der Oberbürgermeister zu Beginn eines Gemeinderatstermins das Schuhwerk der Räte kontrolliert, kommt selten vor. Am Mittwochabend aber lässt er den Blick prüfend schweifen. Sind alle gut ausgestattet für diesen Spaziergang der besonderen Art? Zwei Stunden lang geht es auf Baustellentour – von der Stadt durchs Neckartal und wieder hoch. Und die Landesgartenschau wird dabei richtig greifbar.
Der Münsterplatz
Los geht es aber erst einmal am Münsterplatz. Die große neue Freitreppe ist fertig, neue Bäume – eher kleine, die damit gute Chancen haben, hier groß zu werden – sind gepflanzt. Und Fachbereichsleiter Rudolf Mager wartet mit vielen Details auf. Unter anderem damit, dass die Endschicht auf dem Münstervorplatz tatsächlich in Schwarz asphaltiert wird und erst später ergraut. Man habe sich in Rottweil grundsätzlich gegen gefärbten Asphalt entschieden.
Der Friedrichsplatz
Weiter geht’s zur prominenten Friedrichsplatz-Baustelle: Hier geht es zumindest dem Empfinden manches Bürgers nach eher langsam voran. Doch Mager kann dagegenhalten: „Es läuft sehr gut.“ Die Abstimmung mit den Firmen sei bestens. Ursprünglich habe man geplant, zunächst den Kriegsdamm fertigzumachen, jetzt aber laufe beides parallel. Im Oktober trete man in die heiße Phase ein. Klar ist aber, sagt er auf Nachfrage, das für manchen schier Unglaubliche: Auch beim Narrensprung an der Fasnet ist der Friedrichsplatz baustellenbedingt zu.
Dann folgt ein fast spektakulärer „Eintritt“ ins Kerngebiet der künftigen Landesgartenschau: Am Alten Spital in der unteren Hauptstraße geht es – nach dem Abriss des Mittelbaus – durch beide Gebäude hindurch bis zur Stadtmauer, unten öffnet sich das Neckartal. „Einer der schönsten Ausblicke“, schwärmt Oberbürgermeister Christian Ruf. Hier können die Besucher auf der Terrasse des neuen Hotels einen Kaffee genießen – dessen Eröffnung soll laut Bürgermeisterin und LGS-Geschäftsführerin Ines Gaehn übrigens im zweiten Quartal 2027 sein.
Die BDT-Brücke
Auf einem schmalen Pfad – hier wird später wieder der Kreuzweg errichtet – geht es zu einem der Mammutprojekte: Die große Landesgartenschaubrücke, die BDT-Brücke heißen wird, entsteht unterhalb des Johanniterbads und führt hinüber über den Neckar und die Bahngleise. „Das hier ist sehr, sehr wichtig – und zeitlich eng“, sagt Ruf, der hofft, dass es hier bald Konkretes zu sehen gibt. Die Stahlbrücke wird laut Ines Gaehn im Werk gefertigt und möglicherweise sogar per Bahn nach Rottweil transportiert.
Oberhalb des Brückeneinstiegs sind bereits Terrassen mit Natursteinen angelegt. Micha Sonnenfroh, bei der LGS Leiter für Stadtgrün und Gewässer, informiert über die dortige „alpine“ Wegeführung mit besonderen Ausblicken. Ganz bequem geht es aber auch von der Brücke hinüber in den Stadtgraben und per Aufzug nach oben in die Stadt.
Der Aufzug
Thema Aufzug: Der ist „ordentlich“, sagt OB Ruf mit Blick auf die Größe des am Fuße der Hochbrücke entstandenen Betonkörpers. Laut Fachbereichsleiter Erik Fiss kommt da der Aufzug in verglaster Stahlkonstruktion drauf. Allerdings nur auf der rechten Hälfte. Die linke ist für die Technik und verschwindet anschließend wieder im aufgefüllten Hang.
Die Kaskaden
Wie ausgeklügelt der Stadtgraben befestigt ist, zeigt sich etwas weiter am Fuße der großen, neu angelegten Treppe. Aus einer Art Naturbastmatte sprießt bereits das neue Grün. Bäume wurden verpflanzt. Und der neue Rampenweg wurde sogar um einen Baum herumkonstruiert. So viele Bäume wie möglich werden erhalten, versichert Sonnenfroh.
Und während die Kaskaden jetzt noch ziemlich steindominiert ist, soll die Bepflanzung mit Blumen dort „richtig knallen“, sagt er. Das hört auch Norbert Längle aus Dunningen gerne, der als Fachmann und Aufsichtsratsmitglied beim Rundgang mit dabei ist. Überhaupt gibt es immer wieder Nachfragen nach der Blumen-Bepflanzung. Die wird in einigen Bereichen natürlich üppig sein, in anderen, wie am Neckar, dominiert eher Grün und eine naturnahe Optik.
Der Neckar
Und da geht es dann auch hin. Den Stadtgraben hinunter, durch die Unterführung – und da ist er, der Neckar, teilweise schon in ganz neuem Gewand. Der erste Abschnitt der Renaturierung ist fertig. Das geschwungene Ufer ist mit Lagen von Weidenästen befestigt, die, wie zu sehen ist, bereits gut angewachsen sind.
Und noch eine Brücke
Und nach kurzem Fußweg in Richtung Bahnhof taucht die neue Neckarbrücke als weitere Verbindung zwischen beiden Seiten auf. Hier öffnet sich das Gelände, hier wird sich in südlicher Richtung unter anderem die Landwirtschaft bei der Landesgartenschau präsentieren. Die Landfrauen werden in einer Scheune mit Kaffee und Kuchen auf Spendenbasis bewirten. Überall führen kleine Treppchen ans Wasser. Und dass der Fuß- und Radweg nun nicht mehr auf der Hangseite entlang nach Göllsdorf führt, mache trotz anfänglicher Zweifel absolut Sinn, zeigt sich der OB begeistert vom Ergebnis.
Veranstaltungen
Zurück entlang am Fluss in Richtung altes ENRW-Gelände: Der zweite Bauabschnitt der Renaturierung – jetzt ist eine andere Firma am Werk – läuft rasant. In einem großen Container stehen Weiden im Wasser, die nach und nach zur Hangbefestigung eingearbeitet werden. Im Bereich des Alten Gaswerks kann man sich dann das spätere Szenario schon richtig vorstellen. Auf der jetzt freien Fläche entsteht ein zentraler Platz für Veranstaltungen. Wer nicht ganz nah dran sein will, kann „mit einem Wein auf der Wiese sitzen und genießen, wie in München ungefähr“, schwärmt die Bürgermeisterin.
Gastro und Sport
Neben der in Restauration befindlichen Schindelbrücke und der direkt daneben neu gebauten, autogeeigneten Brücke in der Au – „ja, das hat durchaus Sinn gemacht“, betont OB Ruf – liegt das alte Schützenhaus. Und auch hier soll es ein Gastroangebot geben. Gleich daneben entsteht ein Beachfeld, und vielleicht bekommt Rottweil auch noch mit dem „Outdoor-Gym-Container“ eines niederländischen Start-ups hier noch ein besonderes Novum.
Die Räte sind beeindruckt, die Vorfreude ist groß – die Sache läuft. Oder um es mit den Worten eines Grünen-Stadtrats zu sagen: „Das wird der Wahnsinn.“



























