Bauernmuseum Bösingen
: Flegellänge hat nichts mit Körpergröße von Lausbuben zu tun

In bewährter Weise öffnet das Bauernmuseum Pfarrscheuer in Bösingen am ersten Junisonntag seine Tür. In dieser Folge dreht sich alles um das Dreschen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Gerätschaften zum Dreschen sind im ersten Stock vereint.

Hölsch

Im ersten Stock des Gebäudes befinden sich im westlichen Teil Dreschmaschinen, verschiedene Siebe, Putzmühle und viele weitere Gerätschaften, die zum Dreschen benötigt wurden.

Für das Dreschen wurden vor allem zwei Methoden angewandt: das Dreschen mit dem Dreschflegel oder das Dreschen mit einer hand-, göpel- oder motorbetriebenen Dreschmaschine.

Der Dreschflegel besteht aus dem Flügelholz und dem Stiel oder Stecken. Stiellänge, Flegellänge und Flegeldurchmesser sind jeweils nach der Arbeitsfähigkeit und der Körpergröße des Dreschers bemessen worden.

Dreschen mit Mechanik

Schon im 17. und 18. Jahrhundert gab es Bestrebungen, das Dreschen zu mechanisieren. Im 19. Jahrhundert wurde in Amerika die Stifterdreschmaschine erfunden. Beim Stiftendreschen wird das Getreide mit den Ähren vorab in den Einlass geschoben. Die Stifte der Trommel ziehen das Getreide in Drehrichtung mit. Im Bereich des Stiftenkorbes werden die Ähren abgestreift – und die Körner fallen aus. Körner und Stroh fallen hinten aus der Maschine heraus.

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Zylindrische Dreschtrommel

Daneben gab es die Schlagleistendreschmaschine. Diese hatte ebenfalls eine zylindrische Dreschtrommel, die mit einer Anzahl schräg gerippter Leisten, die parallel zur Zylinderachse angebracht sind, bestückt ist. Die Körner werden bei den Schlagleistenzylindern ausgerieben oder ausgeschlagen. Die ausgedroschenen Körner werden zu einem Haufen zusammengeschoben, in dem sich Spreu, Unkrautsamen, Strohreste, ausgedroschene Ähren und kleine Halme befinden.

Spreu vom Weizen getrennt

Zunächst wurde das Getreide grob vorgereinigt. Dazu wurde ein Sieb mit grober Maschenweite verwendet. Dabei blieben die leeren Ähren und Halmteile im Sieb. Das Getreide und die Unkrautsamen fielen durch. Das so vorgesiebte Getreide wurde nun mit einem anderen Sieb, dessen Maschenweite so beschaffen war, dass nur die Körner und die Unkrautsamen durchfielen, in einem weiteren Schritt gereinigt.

So verblieb jedoch noch Spreu im Getreide. Um dies zu trennen, gab es verschiedene Methoden. Durchgesetzt hat sich hier die Putzmühle.

Am Sonntag, 7. Juni, ist das Bauernmuseum Pfarrscheuer in Bösingen von 14 bis 17 Uhr (letzter Einlass 16.30 Uhr) geöffnet.