Ärztemangel im Kreis Rottweil
: Förderprogramme und Landarztquote sollen medizinische Versorgung sichern

Im Kreis Rottweil sollen Landarztquote, Förderprogramme und neue Praxismodelle die medizinische Versorgung vor Ort langfristig sichern und Ärzte anziehen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Medizinstudenten und angehende Physician Assistants trafen sich zum Austausch.

Teufel

Gemeinsam mit Nadia Mussa, Leiterin der Landesvertretung Baden-Württemberg der Techniker Krankenkasse (TK) diskutierte der CDU-Landtagsabgeordnete Stefan Teufel die Herausforderungen der medizinischen Ausbildung sowie die Attraktivität des Arztberufs außerhalb der Ballungsräume mit den jungen Studenten.

„Wir brauchen motivierte junge Menschen, die Verantwortung übernehmen – und die wissen, dass sie im ländlichen Raum beste Chancen haben, moderne Medizin mit Nähe zum Menschen zu verbinden“, betonte Teufel. „Gerade hier sind Hausärzte und Praxisteams tragende Säulen der Versorgung.“

Das Land habe in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Versorgung zu sichern und die Arbeit im Gesundheitswesen attraktiver zu gestalten, so Teufel.

Mit der Landarztquote etwa werden jährlich 150 Medizinstudienplätze für Bewerber reserviert, die sich verpflichten, nach dem Studium im ländlichen Raum hausärztlich tätig zu werden.

Finanzielle Unterstützung in strukturschwachen Gebieten

Über das Förderprogramm zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung werden Praxisgründungen, -übernahmen oder Zweigpraxen finanziell unterstützt – insbesondere in strukturschwächeren Gebieten.

Das Land investiere zudem mehr als 200 Millionen Euro jährlich in die Krankenhausförderung, um moderne, wohnortnahe Kliniken zu sichern. Mit dem Strukturförderprogramm für Pflege und Gesundheit würden sektorenübergreifende Versorgungsmodelle, Telemedizin und Gesundheitszentren gefördert. Darüber hinaus unterstütze Baden-Württemberg die Akademisierung der Gesundheitsberufe, um neue Berufsbilder wie Physician Assistants oder Pflegefachkräfte mit erweiterten Kompetenzen zu etablieren.

Auf den Ärztemangel bezogen meinte Teufel, er mache seit Jahren auf die wachsenden Versorgungslücken in der haus- und kinderärztlichen Versorgung aufmerksam – insbesondere in Rottweil, Schramberg und den umliegenden Gemeinden. Immer wieder kommt es dort zu langen Wartezeiten oder Schwierigkeiten bei der Nachbesetzung freiwerdender Arztsitze.

„Wenn Familien keinen Kinderarzt mehr finden oder ältere Menschen für eine Hausarztpraxis weite Wege in Kauf nehmen müssen, ist das ein Alarmzeichen“, so Teufel. „Gerade in einer Region wie unserer darf es keine medizinischen weißen Flecken geben.“

Gemeinsame Lösungen finden

Zwar liegt die Sicherstellung der ambulanten Versorgung bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg, doch Stefan Teufel steht seit Jahren im engen Austausch mit der KV, den Kommunen und den Kliniken im Landkreis. Sein Ziel: gemeinsam Lösungen zu finden, um die wohnortnahe Versorgung zu stabilisieren – etwa durch neue Praxisformen, Ärztehäuser, Zweigpraxen und die gezielte Förderung junger Mediziner.

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