Jubiläum in Rottweil
: Zehn Jahre Bürgerverein Altstadt

Was im Frühjahr 2016 als Initiative engagierter Bürger begann, ist heute eine wichtige Säule des Altstädter Vereinslebens.
Von
Patrick Nädele
Rottweil
Jetzt in der App anhören
Friedrich Firnkes (links) und Werner Mezger

Friedrich Firnkes (links) und Werner Mezger

Firnkes
  • Bürgerverein Altstadt-Rottweil feierte sein zehnjähriges Bestehen im Gemeindehaus St. Pelagius.
  • Friedrich Firnkes erinnerte an die Gründung 2016 und würdigte Helmut Spreter.
  • Drei Säulen prägten die Arbeit: Solidarität, Mitgestaltung und Geselligkeit.
  • Projekte wie Spendenaktion, „Quartier 2020“, Bücherschrank und Bouleplatz wurden umgesetzt.
  • Werner Mezger sprach über die Renaissance der Narrenthematik – großer Applaus.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Ein rundes Jubiläum im Zeichen der Gemeinschaft: Mit einem festlichen Jubiläumsabend feierte der Bürgerverein Altstadt-Rottweil im Gemeindehaus von St. Pelagius sein zehnjähriges Bestehen. Was im Frühjahr 2016 als Initiative engagierter Bürger begann, ist heute eine wichtige Säule des Altstädter Vereinslebens.

In seiner Festrede zur Begrüßung blickte Friedrich Firnkes als erster Sprecher auf die Geburtsstunde des Vereins zurück. Damals stand die Frage im Raum, wie der Stadtteil ohne eigenen Ortschaftsrat gegenüber der Kernstadt eine Stimme erhalten kann. Auch würdigte er den 2018 verstorbenen Gründervater Helmut Spreter, der das Fundament für das heutige „Altstädter Miteinander“ legte.

Vereinsarbeit auf drei Säulen

Die Vereinsarbeit – ohne die engagierte Mitarbeit des übrigen Vorstandes und des Ausschusses undenkbar – ruhte in der vergangenen Dekade auf drei Säulen: Solidarität, Mitgestaltung und Geselligkeit. Direkt im Gründungsjahr organisierte das Team eine große Spendenaktion nach einem Wohnungsbrand. Später folgten in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Strukturverbesserungen im Rahmen des Projekts „Quartier 2020“:  Barrieren wurden abgebaut und Ampelphasen optimiert. Heute bereichern der öffentliche Bücherschrank am Rondell bei St. Pelagius und der Bouleplatz das Quartiersleben.

Den Höhepunkt des Abends markierte der Festvortrag des prominenten Volkskundlers Werner Mezger. Unter dem Titel „Vom sinnlosen Kampf gegen die Dummheit: Bilder zum Verlust des Verstands“ schlug er eine Brücke von Sebastian Brants historischem „Narrenschiff“ aus dem Jahr 1494 über Erasmus von Rotterdam und Thomas Murner direkt in die Gegenwart. Mezger, der maßgeblich an der großen Ausstellung „Figures du fou“ im Pariser Musée du Louvre mitwirkte, verdeutlichte anhand zahlreicher Bildquellen die aktuelle Renaissance der Narrenthematik. Ein besonderes Glanzstück war seine schon fast kriminalistische Entschlüsselung des Ambraser Narrentellers, dessen Bildsprache das Vortragsthema exakt auf den Punkt brachte. Mit viel Humor und Scharfsinn sezierte er eine beunruhigende Entwicklung: Während die Narren vor 500 Jahren noch fiktionale Wesen zur Deutung der Zeit waren, begegnen sie uns heute als reale Existenzen an den Schalthebeln der Macht. Für diese scharfkantige Analyse der aktuellen Weltpolitik erntete er begeisterten Applaus.

Kreis Rottweil

Alles Wichtige aus dem Kreis Rottweil.

Zum Whatsapp Kanal

Die Flamme brennt weiter

Musikalisch umrahmt und mitgestaltet von einem Bläserquartett des Musikvereins Frohsinn klang der Abend bei Fingerfood und Gesprächen aus. Für den Bürgerverein ist das Jubiläum jedoch kein Grund zum Ausruhen. Schon im November stehen die nächsten Aufgaben an: Die Flamme für die Altstadt brennt weiter.