„Weltleitmesse“ für Erdwärme: So will die Offenburger „Geotherm“ auch Laien überzeugen

Die Geotherm – die Veranstalter sprechen von der „Weltleitmesse“ für Geothermie – wird Ende Februar wieder Treffpunkt für internationale Experten.
Messe Offenburg/OrtenauRund 300 Aussteller aus Europa und der ganzen Welt kommen Ende Februar in Offenburg zusammen – Gastland ist dieses Jahr Island. Etwa die Hälfte der Beteiligten reist aus dem Ausland an. Auf 17 000 Quadratmetern geben Unternehmen, Verbände und Institutionen zwei Tage lang „Einblicke in neueste Technik und Entwicklungen aus den Bereichen der tiefen und oberflächennahen Geothermie“, wirbt die Messe Offenburg/Ortenau.
Das Format habe sich seit dem Start 2007 zum „Familientreffen der Geothermie-Branche“ entwickelt, erklärte Messe-Chef Frank Thieme in einer Pressekonferenz am Dienstag. Die Nachfrage sei so hoch, dass die Messefläche erneut erweitert wurde, ergänzte Projektleiterin Gabriele Weislogel. „Obwohl wir erneut einen Aussteller-Zuwachs verzeichnen, führen wir auch nach wie vor eine recht lange Warteliste für Unternehmen.“
In der Edeka- und Baden-Arena befinden sich Ausstellungsflächen, auf dem Freigelände präsentieren Unternehmen Anlagen und schweres Gerät. Die Ortenau-Halle ist dem parallel stattfindenden Kongress gewidmet, während in der Oberrheinhalle Neben- und Abendverstaltungen stattfinden.
Sicherheit ist großes Thema auf der Geothermie-Messe
Die Messe selbst richtet sich dabei an Fachleute aus Wissenschaft und Industrie. Mit dabei ist auch die Firma Herrenknecht Vertikal – ein Ableger des Schwanauer Tunnelbohrmaschinenherstellers. „Es ist eine hervorragende Möglichkeit zu zeigen, was in uns steckt“, betonte Timo Trauth, zuständig für die Geschäftsentwicklung bei Herrenknecht Vertikal.
Sieben Bohranlagen habe das Unternehmen in Europa im Einsatz, am Standort in Schwanau seien weitere im Bau. Arbeitsabläufe sicherer zu machen, Bohrkosten zu reduzieren – „kürzere Standzeiten sind unsere Hausaufgaben“ – und die Lärmreduktion aber auch die Ausbildung von Fachkräften seien typische Themenfelder, mit denen sich das Unternehmen befasst, erläuterte Trauth. „Fachpersonal wird zum Flaschenhals werden, da gilt es auch von unserer Seite aus gegen anzugehen.“
Für die Rekrutierung – auch für den Kontakt zwischen Studenten und Unternehmen – hat die Geotherm eigene Formate und geführte Rundgänge vorgesehen. „Studenten brauchen eine kurze Anmeldung, dürfen aber kostenlos an der Geotherm teilnehmen“, so Weislogel.
Bei dem Pressegespräch wurde deutlich: Sicherheit bei Tiefengeothermie ist eines der bestimmenden Messe-Themen. Denn insbesondere Negativbeispiele – etwa in Staufen oder im elsässischen Vendenheim – schüren laut Teilnehmern der Konferenz nach wie vor Vorbehalte.
Bürgerforum adressiert Ängste und Sorgen
„Oft werden Ängste und Sorgen auf hiesige Projekte projiziert“, berichtete Geowissenschaftler Detlev Doherr, Initiator, Gründer und wissenschaftlicher Leiter des parallel zur Erdwärme-Messe ablaufenden Kongresses. Darum werde es auch in diesem Jahr wieder ein Bürgerforum auf der Fachmesse geben. Dieses findet am Freitag, 27. Februar, ab 11.30 Uhr in der Oberrheinhalle statt. Verschiedene Experten stehen dann interessierten Laien Frage und Antwort. Auch ein Rundgang über die Messe ist im Anschluss möglich. Die Teilnahme ist kostenlos, eine kurze Anmeldung braucht es jedoch (siehe Info).
„Wir haben in den letzten Jahren viele Fortschritte gerade bei der Sicherheit im Betrieb gemacht“, betonte auch Frank Schilling, Leiter des Landesforschungszentrum Geothermie und Präsident des Dachverbands Geowissenschaften. „Wir haben zudem sehr leistungsfähige Behörden, die darauf achten, dass Sicherheitsstandards bei Projekten eingehalten werden.“ Er nehme eine zunehmende Akzeptanz in der Bevölkerung – insbesondere nach Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine – wahr, so Schilling. „Mittlerweile gibt es viele Kommunen, wo die Bevölkerung fragt: Wann kommt denn die Geothermie?“
Tickets und Programm
Informationen für Besucher, zum Programm und zu den Tickets gibt es auf der Webseite der Geotherm auf geotherm-offenburg.de/de/besucher. Neben Wissenswertem zur Messe selbst, zur Anreise sowie einem Lageplan findet sich dort auch das begleitende Veranstaltungsprogramm – wie etwa zum Bürgerforum und den Abendveranstaltungen – und die Liste der Vorträge für den Kongress. Die Eintrittskarte ermöglicht sowohl den Fachmesse- als auch Kongressbesuch. Alle Eintrittskarten – gegliedert nach Ein- und Zwei-Tagestickets – sind online erhältlich auf geotherm-offenburg.de/tickets-geotherm-2026 oder an der Tageskasse.