Warnstreik in der Ortenau: SWEG-Schulbusse fallen zum Start in die neue Woche aus

Die Gewerkschaft hat nun auch für Montag und Dienstag zum Warnstreik aufgerufen. Betroffen werden auch die Schulbusse der Landesverkehrsgesellschaft SWEG sein.
Fürst- Verdi weitet den Warnstreik aus: Auch Montag und Dienstag fallen SWEG-Schulbusse aus.
- Betroffen sind Lahr, Offenburg, Schutterwald und Kehl – der Schulbusverkehr entfällt wohl komplett.
- SWEG warnt vor erheblichen Ausfällen und rät, auf andere Anbieter auszuweichen.
- Digitale Fahrgastinfos sind unzuverlässig, da auch Disponenten streiken. Züge der SWEG fahren.
- Verdi meldet rund 500 Streikende, SWEG spricht von etwa 100 Fahrern; Tarif- und Bus-Themen strittig.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ausgerechnet zum Start ins neue Schuljahr: Betroffen vom Aufruf für Montag und Dienstag, 14. und 15. September, sind laut Landesverkehrsgesellschaft erneut auch die Standorte Lahr, Offenburg, Schutterwald und Kehl – und der Schulbusverkehr der SWEG. Dieser wird voraussichtlich vollständig entfallen, so die Ankündigung.
Grundsätzlich sei mit „erheblichen Fahrtausfällen“ zu rechnen. Eine Ersatzbeförderung ist laut SWEG auch zum Wochenstart nicht möglich. Das Unternehmen mit Sitz in Lahr bittet betroffene Fahrgäste, auf andere Verkehrsunternehmen und Verkehrsmittel auszuweichen. Zu beachten ist, dass die Fahrplanauskünfte auf Webseiten und Apps sowie die digitalen Infosanzeigen an Haltestellen nicht stimmig sind, da sich die für die Pflege von Fahrtausfällen zuständigen Beschäftigten ebenfalls am Streik beteiligen. Nicht betroffen vom Streikaufruf ist der Zugverkehr der SWEG.
Verdi und SWEG nennen unterschiedliche Zahlen
„Bei allen bestreikten Linien findet seit Beginn der heutigen Frühschicht kein Fahrdienst der SWEG statt, rund 500 Beschäftigte sind im Ausstand“, erklärte die Gewerkschaft am Donnerstag. Dem widerspricht die Landesverkehrsgesellschaft: Die von Verdi genannte Zahl sei falsch. Nach aktuellem Stand sind perspektivisch rund 100 Busfahrer in einzelnen Bestandsbetrieben betroffen.
Die Warnstreiks stoßen derweil bei der SWEG-Geschäftsführung auf völliges Unverständnis. „Verdi bringt eine unnötige Schärfe in die laufenden Verhandlungen, und das auch noch zum Schulbeginn – das ist verantwortungslos“, konstatiert Konzernchef Thilo Grabo in einer Mitteilung der SWEG.
Die Gewerkschaft vermenge zwei Dinge. Zum einen gehe es um den Ende August abgelaufenen aktuellen Eisenbahn-Tarifvertrag, zu dem sich Verdi derzeit in Tarifverhandlungen mit dem Arbeitgeberverband Deutsche Eisenbahnen befindet. „Die Arbeitgeberseite hat hier ein mehr als verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt und die Streiks sind daher unverhältnismäßig“, betont der SWEG-Chef.
Keine Betriebsstilllegungen geplant
Zum anderen gehe es um die Auswirkungen von Ausschreibungen im Busbereich. „Themen wie Betriebsänderungen und -stilllegungen sind laut Betriebsverfassungsgesetz eine Angelegenheit zwischen Unternehmen und Betriebsrat, nicht zwischen Unternehmen und Gewerkschaft“, erläutert Grabo.
Bei der SWEG Bus GmbH sind derzeit die Verkehrsbetriebe Weil am Rhein-Lörrach und Wiesloch-Walldorf von dieser Thematik betroffen. „Wir sind in beiden Fällen auf einem guten Weg, denn derzeit laufen Sozialplanverhandlungen mit den lokal betroffenen Beschäftigten, in deren Rahmen es bereits erste Vereinbarungen gibt.“ Außerdem stehen bei der SWEG Bus GmbH derzeit keine Betriebsstilllegungen an.
Die Forderungen
Verdi fordert eine Lohnerhöhung um 6,5 Prozent für alle, dabei 100 Euro monatlich mehr für Azubis sowie eine jährliche Sonderzahlung von 650 Euro für Verdi-Mitglieder. Sollte es „ein zeitnahes Entgegenkommen der SWEG“ geben, sei man laut Mitteilung bereit, auf den erneuten Streik zu verzichten.