Vor Bürgerentscheid am 8. März
: So soll der Offenburger Flugplatz entwickelt werden

Die Offenburger sind am 8. März zum Bürgerentscheid aufgerufen. Die Verwaltung will auf dem Gelände südwestlich der Stadt Gewerbeflächen entwickeln.
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(red/sl)
Offenburg
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Was wird aus dem Offenburger Flugplatz? Bei dieser Frage haben am 8. März die Bürger das Wort.

Stadt

Die Offenburger Bevölkerung entscheidet am Sonntag, 8. März, beim Bürgerentscheid über die Zukunft des Sonderlandeplatzes. Im Zentrum steht dabei unter anderem die Frage, welchen Mehrwert er für Offenburg bieten soll. Leon Feuerlein, Leiter des Bereichs Stadtplanung und Stadtentwicklung, ordnet hier die Fakten ein.

Wer um den Sonderlandeplatz herumläuft oder -fährt, sieht die meiste Zeit zwei Dinge: Zäune und Gebüsch. Denn das 25 Hektar große Gelände – so groß wie rund 35 Fußballfelder – ist abgesperrt und für die breite Öffentlichkeit nicht frei zugänglich. Pächterin und Hauptnutzerin der städtischen Fläche ist die Fliegergruppe Offenburg mit rund 200 Mitgliedern.

Der Begriff Naherholung falle immer wieder im Zusammenhang mit dem Sonderlandeplatz, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Offenburg. Doch handelt es sich bei dem Gelände wirklich um ein klassisches Naherholungsgebiet? Feuerlein klärt auf: „Möglichkeiten zur Naherholung finden sich rund um den Sonderlandeplatz. Beispielsweise im Unterwald, am Königswaldsee und bei den Vereinsgeländen rund um den Ponyhof.“

Die Fliegergruppe Offenburg ist derzeit Pächterin der Fläche

Er ist sicher: All diese Gebiete würden von einer Gewerbeflächenentwicklung nicht beeinträchtigt. Neue Fuß- und Radwege könnten diese Gebiete sogar besser erreichbar machen als heute.

Ebenfalls nicht bebaut würden Grünzüge, angrenzend an die Stadtteile Hildboltsweier und Uffhofen, wie auch das südliche Drittel des Sonderlandeplatzes: Die dort vorhandenen Magerwiesen würden erhalten bleiben und ein Teil der Landebahn in diesem Abschnitt könnte renaturiert werden. „Sicherlich gehört der Sonderlandeplatz zum gewohnten Landschaftsgebiet dazu. Aber es ist auch nicht so, dass Naherholung nur mit dem Sonderlandeplatz möglich ist“.

Was ginge im Falle einer Umwandlung verloren? Leon Feuerlein verweist auf die Fakten: Genutzt werde der Platz heute ganz überwiegend für den Sport- und Hobbyflug. Geschäftsflüge bräuchten eine Genehmigung der Stadt. Und die werde äußerst selten angefragt: 2024 gab es einen Geschäftsflug, 2025 überhaupt keinen.

Der Platz wird nur für Sport-und Hobbyflug genutzt

Infrastrukturell ist der Sonderlandeplatz nur für Starts und Landungen bei Tageslicht und guten Sichtverhältnissen ausgebaut: „Der Platz verfügt weder über eine Landebahnbefeuerung noch über ein Instrumentenlandesystem“, erklärt Feuerlein.

Flugplatz Lahr könnte Aufgaben übernehmen

Der Sonderlandeplatz liege außerdem nahe an Wohngebieten, so dass mehr Flugverkehr die Anwohner mit Fluglärm belasten würde. Für den Geschäftsflug biete der Flughafen Lahr in wenigen Kilometern Entfernung daher eine besser geeignete Alternative.

Auch die Hagelflieger könnten künftig in Lahr starten, ist man im Offenburger Rathaus überzeugt. Der Anflug von Lahr könnte je nach Flugziel etwas länger dauern als von Offenburg, wobei das Flugzeug generell ein schnelles Verkehrsmittel sei.

Die Fliegergruppe könne indes nicht insgesamt nach Lahr umziehen, da dort nur Motorflug und kein Segelflug möglich sei. Für ihre Mitglieder gäbe es in der Region aber weitere Alternativen mit den auch für den Segelflug geeigneten Flugplätzen Kehl-Sundheim, Altdorf-Wallburg bei Ettenheim, Strasbourg-Polygone und Baden-Oos.

Produzierendes Gewerbe soll sich nach Wunsch der Stadt ansiedeln

Sollte die Offenburger Bürgerschaft für die Entwicklung des Sonderlandeplatzes zu einem Gewerbegebiet stimmen, könnten die rund 20 Hektar Baufläche in zwei Bauabschnitte von je zehn Hektar Größe entwickelt werden.

Angesiedelt werden soll emissionsarmes produzierendes Gewerbe mit Fokus auf Arbeitsplätze und Wertschöpfung. Speditionen,oder reine Verteil- und Logistikzentren blieben außen vor, betont die Stadt.

Die Vergabe der Grundstücke würde über die Verbandsversammlung des Zweckverbands Gewerbepark Raum Offenburg laufen, die aus Vertretern des Gemeinderats der Mitgliedskommunen besteht, so die Verwaltung.

Gegner und Befürworter treffen am 27. Februar aufeinander

In zwei Wochen trifft die Offenburger Bürgerschaft die Entscheidung über die Zukunft des Sonderlandeplatzes. Wer sich vorher ein umfassendes Bild machen möchte, hat dazu bei der zentralen Infoveranstaltung in der Oberrheinhalle am Freitag, 27. Februar, Gelegenheit. Einlass ist ab 18 Uhr. Durch das Programm führt eine externe Moderation. Die Veranstaltung bietet inhaltliche und rechtliche Hintergründe rund um den Bürgerentscheid. Dabei kommen unterschiedliche Perspektiven gleichberechtigt zu Wort, teilt die Stadt Offenburg mit. Hierzu erwartet die Gäste auch ein Infomarkt: Dort präsentieren verschiedene Gruppen und Akteure an eigenen Ständen ihre Positionen und stehen für Gespräche zur Verfügung. Nach der Begrüßung durch OB Marco Steffens erhalten die Besucher zunächst einen Sachvortrag mit allgemeinen Informationen zum Bürgerentscheid selbst sowie zum aktuellen Planungsstand rund um die Themen Gewerbeflächen und den Sonderlandeplatz. Anschließend folgt eine Meinungsrunde. Auf Seiten der Kritiker werden die Fliegergruppe, die Bürgerinitiative Pro Flugplatz, der Nabu im Namen der Umweltgruppen sowie die Bürgervereine aus Hildboltsweier und Uffhofen vertreten sein. Die Befürworter werden durch die IHK, die Hochschule Offenburg, einen Vertreter der lokalen Wirtschaft und Oberbürgermeister Marco Steffens vertreten. Nach der Statement-Runde können die Besucher die Anwesenden auf dem Podium befragen. 

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