Starkregen und Unwetter: So oft musste die Ortenauer Feuerwehr ausrücken

Die Helfer der Feuerwehr errichteten in Appenweier Wälle mit Sandsäcken, um den angeschwollenen Dorfbach wieder unter Kontrolle zu bekommen. Dennoch liefen dort und im nahe gelegenen Willstätt zahlreiche Keller voll.
Nick Kauz / Einsatz-Report 24Heftiger Dauerregen hat am Sonntag und Montag Teile der Ortenau getroffen. Örtlich fielen mehr als 80 Liter Regen pro Quadratmeter. Auch am Montagmorgen galt für das Kreisgebiet noch eine amtliche Warnung vor Starkregen. Der Deutschem Wetterdienst hatte Warnstufe zwei von vier ausgerufen.
Die regenreiche Nacht hielt vor allem die Einsatzkräfte der Feuerwehr und des Technischen Hilfswerks in Atem. Von Sonntag auf Montag alarmierte die Integrierten Leitstelle in Offenburg die Ortenauer Feuerwehren zu insgesamt 68 Einsätzen, teilt Kreissprecher Kai Hockenjos auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Darunter waren auch zwei Brandeinsätze und vier ausgelöste Brandmeldeanlagen sowie drei Tierrettungen, die nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit der Wettersituation zu bringen sind. „Alle weiteren Einsätze waren dem Starkregen zuzuordnen, wobei der Schwerpunkt in den Gemeinden Appenweier und Willstätt lag“, so Hockenjos.
Dorfbach tritt über die Ufer und überflutet Straßen
Am Sonntagabend – die Polizei nennt den Zeitraum zwischen 20 und 23 Uhr als heiße Phase – kam es in Appenweier zu Überflutungen, nachdem der Dorfbach über die Ufer trat. Die Wassermassen fluteten zahlreiche Keller und Lagerhallen. Die Feuerwehr sowie das Technische Hilfswerk waren die ganze Nacht im Einsatz, um Wasser abzupumpen und Hab und Gut der betroffenen Anwohner zu sichern. Mehrere Keller standen teilweise einen Meter unter Wasser.
Mit Sandsäcken wurden provisorische Schutzwälle errichtet, um weitere Schäden zu verhindern. Auch im Willstätter Ortsteil Sand führte die große Menge an Oberflächenwasser zu überfluteten Kellern. Das Niederschlagsaufkommen konnte von der Kanalisation nicht mehr aufgenommen werden. Die Einsatzkräfte arbeiteten ununterbrochen daran, das Wasser zu beseitigen und die betroffenen Haushalte zu unterstützen.
Auf der A 5 stoßen mehrere Fahrzeuge aufeinander
Der Starkregen sorgte auch auf den Ortenauer Straßen für Unsicherheit. Die Polizei berichtete etwa von einer Reihe an Unfällen – insbesondere am Montagmorgen. „Da war es auf der A 5 zwischen Offenburg und Achern zu Aquaplaning gekommen“, erläuterte Polizeisprecher Volker Olbrisch im Gespräch mit unserer Redaktion.
Zwei oder drei Auffahrunfälle seien die Konsequenz gewesen. Verletzte seien der Polizei keine gemeldet worden. Auch zu Verkehrsbehinderungen sei es kaum gekommen, da die beteiligten Fahrzeuge zügig auf dem Standstreifen abgestellt worden seien.
Sonst habe die Polizei von keinen schwereren Konsequenzen des Starkregens Kenntnis, berichtete Olbrisch weiter. Allerdings war eine Streifenbesatzung zufällig in Achern vor Ort, als am Sonntagabend der Blitz in ein unbewohntes Gebäude einschlug.
Blitz schlägt ein
Ein leerstehendes Wohnhaus im Acherner Teilort Ödsbach ist am Sonntagabend vom Blitz getroffen worden. Durch den Einschlag seien Teile des Kamins sowie Dachziegel und ein Fenster beschädigt worden, wodurch es zu einer kurzzeitigen Rauchentwicklung kam, teilt die Polizei mit. Die Feuerwehr kontrollierte das Gebäude und sicherte das Dach provisorisch ab. Anwohner berichteten, dass in umliegenden Häusern Funken aus den Steckdosen sichtbar waren.