Stadtspaziergang mit OB
: Warum eine grünere Innenstadt für Kehl schwierig umzusetzen ist

Zu wenig Platz für Baumwurzeln, zu viele Leitungen im Untergrund und hoher Pflegeaufwand: Wolfram Britz und der städtische Betriebshof erklärten beim Spaziergang, welche Lösungen es geben könnte.
Von
red/ld
Kehl
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Stadtspaziergang

22 Kehler waren beim Stadtspaziergang dabei.

Annette Lipowsky
  • Stadtspaziergang mit OB Britz: Warum mehr Grün in Kehls Innenstadt schwer umsetzbar ist.
  • Enge Räume und viele Leitungen verhindern große Baumscheiben, teils bleiben nur Baumstümpfe.
  • Blumenkübel bringen wenig fürs Stadtklima und viel Pflegeaufwand – künftig nur bei Verkehrsbedarf.
  • Friedhöfe: weniger Mähaufwand durch Langgraswiesen, neue Bestattungsformen schaffen Freiflächen.
  • Beispiele und Ansätze: tiefe Pflanzgruben am Marktplatz, Tests hitzerobuster Eichen, Fassadenbegrünung teuer.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wie lassen sich Friedhöfe zu Parks entwickeln, warum wachsen manche Stadtbäume kaum und weshalb ist mehr Grün in der Innenstadt so schwierig? Diese Fragen standen beim Stadtspaziergang mit Oberbürgermeister Wolfram Britz und Beigeordnetem Thomas Wuttke am Samstag im Mittelpunkt. Fachlichen Input lieferten Lara List und Marcel Hopp vom städtischen Betriebshof. Trotz stürmischen und regnerischen Wetters nahmen alle 22 angemeldeten Kehler teil, informiert die Stadt in einer Mitteilung.

Am Eingang zur Kriegsgräberstätte erläuterten Britz und Hopp, warum die Stadt 2023 die Hecken am Zugang entfernt hatte: Die Anlage sollte offener wirken und wieder stärker an die Stadt angebunden werden. Gleichzeitig seien dadurch Partys und Müllaufkommen deutlich zurückgegangen, berichtete Hopp.

Stadt arbeitet an neuem Friedhofskonzept

Er erklärte auch, warum neben den Grabfeldern Langgraswiesen stehen bleiben. Während das Gras rund um die flachen Grabsteine alle drei Wochen gemäht werden muss, reicht bei den Wiesen ein Schnitt zweimal im Jahr. Auch wenn sie im Sommer braun werden, bieten sie Lebensraum für Insekten.

Teilnehmende regten zusätzliche Bänke an, um die ruhige Anlage besser nutzen zu können. Andere wünschten sich weniger Bänke in den Grünanlagen, damit die Stadt die verbliebenen besser pflegen könne.

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Auch die zunehmenden Freiflächen auf den Friedhöfen wurden angesprochen. Neue Bestattungsformen wie Urnen- und Baumbestattungen benötigten weniger Platz. „Wir könnten heute theoretisch alle Verstorbenen auf dem Kernfriedhof unterbringen“, sagte Britz. Deshalb arbeite die Stadt an einem Friedhofskonzept. Veränderungen bräuchten allerdings Zeit: „Wir müssen hier in Generationen denken.“ Vorgeschlagen wurden unter anderem Flächen für Tierbestattungen und zusätzliche Blumenwiesen für Insekten.

Leitungen im Untergrund sorgen für Probleme

Blumenkübel tragen nach Einschätzung der Gruppe wenig zum Stadtklima bei. Sie dienen vor allem der Verkehrsberuhigung oder der Gestaltung. Zudem verursachen sie viel Arbeit: Dreimal pro Woche müsse der Betriebshof sie gießen, Staudenbeete dagegen nur einmal. Holzkübel verlieren einen Teil des Gießwassers, Stahlgefäße erhitzten sich im Sommer stark. Deshalb sollen Blumenkübel künftig nur dort bleiben, wo sie für den Verkehr wichtig sind, heißt es weiter.

Wie schwierig es ist, Bäume in der Innenstadt zu erhalten, zeigte sich in der Oberländer- und Schulstraße. Bäume, die vor vier bis sechs Jahren gepflanzt wurden, hätten wegen zu kleiner Baumscheiben kaum an Stammumfang zugelegt. Zwei Standorte wurden bereits in Staudenbeete umgewandelt.

Das Problem sind die vielen Leitungen im Untergrund: Wasser und Abwasser, Strom, Telekommunikation und Glasfaser. „Wir können da nirgends mit dem Bagger ran“, erklärte Hopp. Auch abgestorbene Bäume könnten teilweise nicht ausgegraben werden, ohne Leitungen zu gefährden. Der Betriebshof fräse deshalb nur noch die Stümpfe ab. Eine einfache Lösung gebe es nicht. Breitere Straßen seien in der bebauten Innenstadt kaum möglich, sagte Wuttke.

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Die Stadtbegrünung war Thema beim Spaziergang in Kehl.

Annette Lipowky

Dass Bäume unter geeigneten Bedingungen gut wachsen, zeigten zwei rotblühende Kastanien auf dem Marktplatz. Ihr Stammdurchmesser habe sich innerhalb von drei Jahren fast verdoppelt. Für jede wurde eine zwei Meter tiefe Pflanzgrube mit zwölf bis 15 Kubikmetern Substrat angelegt. Stauden rund um die Bäume kühlen den Boden und schützen ihn vor dem Austrocknen.

In der Fußgängerzone wünschen sich einige Teilnehmer wieder mehr Blumenschmuck. Wirtschaftsförderer Christoph Hodapp berichtete, dass Einzelhändler bereit seien, Blumenampeln an Straßenlaternen zu gießen. Der Betriebshof könne den hohen Pflegeaufwand angesichts zunehmender Hitze nicht leisten.

Fassadenbegrünung und neue Baumarten

Mehrere Teilnehmer schlugen vor, angesichts des knappen Platzes für Bäume stärker auf Fassadenbegrünung zu setzen, etwa am neuen Verwaltungsgebäude im Rathausareal. Wuttke verwies auf hohe Kosten und Brandschutzvorschriften, die solche Lösungen erschwerten.
Wie gut sich Pflanzen entwickeln können, zeigte der Rosengarten. Dort blühten Ende Oktober noch die Astern, während Blumen in den Kübeln der Pfarrgasse bereits verdorrt waren. Die Mischung aus Rosen und Stauden habe sich bewährt, sagte Lara List. Angesichts des Klimawandels probiere der Betriebshof viel aus. In Kürze sollen sechs neue Eichenarten aus Südfrankreich eintreffen. Sie sollen zeigen, ob sie mit der zunehmenden Sommerhitze besser zurechtkommen als heimische Arten.