PFAS-Belastung bei Kürzell: Keine weitere Ausbreitung der Schadstofffahne

Die Ursache der Verunreinigung in Kürzell liegt laut Landratsamt in Altlasten aus der früheren Nutzung des Flugplatzes Lahr.
Bildstein- PFAS im Grundwasser bei Kürzell bleibt stabil, keine Ausweitung der Schadstofffahne.
- Ursache laut Landratsamt: Altlasten vom ehemaligen NATO-Flugplatz Lahr mit PFAS-Schäumen.
- Eine Messstelle in der Fahne überschreitet Prüfwerte, übrige liegen unter den Grenzwerten.
- Weitere Untersuchungen noch im November geplant – Gemeinde prüft regelmäßig weiter.
- Empfehlung bleibt: Gartenbrunnen im betroffenen Bereich nicht nutzen, Leitungs- oder Regenwasser.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Zwar werden an allen Messstellen weiterhin PFAS nachgewiesen, Hinweise auf eine weitere Ausbreitung der Schadstofffahne gibt es nach der Auswertung der aktuellen Erprobung jedoch nicht. Darüber informiert die Gemeinde Meißenheim in einer Mitteilung.
Die sogenannte PFAS-Fahne reicht über das Gelände des ehemaligen Flugplatzes hinaus und betrifft auch Bereiche außerhalb der früheren Flugplatzgrenzen. Dazu gehören unter anderem Kleingärten. Die Problematik war bereits im Mai 2025 Thema einer öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrats in Kürzell. Damals informierten das Landratsamt, das Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz sowie das Gesundheitsamt über die Belastung und die bisherigen Erkenntnisse.
Die Ursache der Verunreinigung liegt nach den Feststellungen des Landratsamts in Altlasten aus der früheren Nutzung des Flugplatzes. Während der Zeit, in der die kanadischen Streitkräfte den Standort nutzten, kamen PFAS-haltige Löschschäume zum Einsatz. PFAS ist die Sammelbezeichnung für eine große Gruppe langlebiger, künstlich hergestellter Chemikalien, die sich nur schwer in der Umwelt abbauen.
Die Sanierung der Altlasten erfolgt im Rahmen des sogenannten AVL-Verfahrens. Nach der bisherigen Vereinbarung sollen die verursachenden Streitkräfte 75 Prozent der Kosten tragen, der Bund übernimmt die verbleibenden 25 Prozent. Die Koordination und Beauftragung der notwendigen Maßnahmen erfolgt durch das Landratsamt Ortenaukreis in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben.
Weitere Untersuchungen noch im November geplant
Der Weg zur Sanierung ist allerdings langwierig. Die Verhandlungen zwischen den kanadischen Streitkräften und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über die Finanzierung der Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Gleichzeitig muss die Entwicklung der Belastung weiter beobachtet werden.
Im Rahmen eines Treffens des Bundestagsabgeordneten Johannes Fechner mit der kanadischen Botschafterin wurde nach Angaben der Beteiligten zugesagt, dass die kanadischen Streitkräfte gemeinsam mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben noch im November mit Untersuchungen der PFAS-Fahne beginnen werden. Damit soll die Entwicklung der Belastung genauer erfasst werden.
Auch die Gemeinde Meißenheim lässt die Situation unabhängig davon regelmäßig überprüfen. Für das Jahr 2026 wurden entsprechende Mittel im Haushalt bereitgestellt. Die aktuelle Beprobung wurde am 22. Juli beauftragt. Die Untersuchungsergebnisse gingen am 18. September bei der Gemeinde ein und wurden anschließend zur fachlichen Auswertung an das Landratsamt weitergeleitet, so die Verwaltung weiter.
Das Ergebnis bestätigt weitgehend das bisherige Bild: In sämtlichen untersuchten Messstellen sind PFAS nachweisbar. Mit Ausnahme einer Messstelle wurden jedoch keine Prüfwertüberschreitungen nach der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung festgestellt. Auch die sogenannte Quotientensumme, mit der das gleichzeitige Vorkommen verschiedener PFAS bewertet wird, bleibt an den übrigen Messstellen unter dem Wert von 1.
Werte an einer Messstelle leicht überschritten
Eine Ausnahme gibt es bei der Messstelle FLB 3, die in der bekannten PFAS-Fahne liegt. Dort wurden für die Stoffe „PFHxS“ und „PFOS“ Werte von 0,15 beziehungsweise 0,14 Mikrogramm pro Liter gemessen. Der zulässige Prüfwert liegt jeweils bei 0,1 Mikrogramm pro Liter. Damit wurden die Werte an dieser Messstelle leicht überschritten, so die Gemeinde.
Auch die Quotientensumme liegt bei FLB 3 mit einem Wert von 3,0 über dem maßgeblichen Wert von 1. Die Messwerte zeigen damit, dass die Belastung innerhalb der bekannten Schadstofffahne weiterhin vorhanden ist. Eine Ausweitung der Fahne lässt sich daraus nach Einschätzung des Landratsamts jedoch nicht ableiten.
Insgesamt bestätigen die aktuellen Ergebnisse damit die Einschätzung, die das Landratsamt bereits bei einer Bürgerversammlung am 25. Juni 2025 in Meißenheim geäußert hatte: Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass sich die PFAS-Fahne weiter ausbreitet.
Infos für Kleingarten-Besitzer
Für die Anwohner und insbesondere für die Kleingärtner ändert sich deshalb zunächst wenig. Die wichtigste Empfehlung bleibt bestehen: Das Grundwasser aus Gartenbrunnen im betroffenen Bereich sollte nicht genutzt werden und stattdessen auf Leitungswasser oder gesammeltes Regenwasser zurückgegriffen werden. Weitere Infos zur PFAS-Thematik gibt es unter www.meissenheim.de/pfas.