Ortenau, Rastatt, Baden-Baden: Polizei zählt für 2026 bereits so viele Verkehrstote wie seit Jahren nicht

Bis Ende August starben im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums bereits 33 Menschen im Straßenverkehr. Unser Foto zeigt einen Unfall Ende Juli auf der B33 bei Gengenbach - ein 86-Jähriger war in Folge eines Frontalzusammenstoßes gestorben.
Einsatz-Report 24- Polizei meldet bis Ende August 30 tödliche Unfälle mit 33 Toten in Ortenau, Rastatt, Baden-Baden.
- Vergleich: 2022 waren es 28 Verkehrstote, 2023 25, 2024 21, 2025 28.
- Zwölf Motorradfahrer starben, zwölf Autoinsassen, fünf Rad- oder Pedelecfahrer, vier Fußgänger.
- Hauptursachen sind Tempo, Fahrfehler, Ablenkung und Alkohol – Kontrollen werden verstärkt.
- Zusatzkontrollen auf B500 und weiteren Strecken. Polizei nennt konkrete Verhaltenstipps.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bis zum 31. August zählte die Polizei 30 tödliche Verkehrsunfälle mit 33 Todesopfern in der Ortenau, dem Landkreis Rastatt und Baden-Baden – nach nur acht Monaten. Darüber informiert das Polizeipräsidium in einer Mitteilung. Zum Vergleich: 2022 waren es 28 Verkehrstote im ganzen Jahr, 2023 waren es 25, 2024 waren es 21 und 2025 waren es 28. Die aktuelle Entwicklung nimmt das Polizeipräsidium Offenburg zum Anlass, die bereits bestehenden Maßnahmen weiter zu verstärken und an aktuellen Unfallschwerpunkten weiter zu intensivieren.
„Von den bislang 33 Verkehrstoten waren zwölf Motorradfahrer. Damit stellen sie mehr
als ein Drittel der Todesopfer“, so das Polizeipräsidium. Zwölf weitere Menschen kamen als Insassen eines Autos ums Leben. Weitere fünf Menschen waren mit dem Fahrrad beziehungsweise
Pedelec unterwegs, vier Getötete waren Fußgänger.
Motorradfahrer sind besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer
Motorradfahrer gehören laut Polizei aufgrund der fehlenden schützenden Fahrzeugkarosserie zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmenden. Fehler oder eine nicht angepasste Geschwindigkeit können insbesondere auf kurvenreichen Strecken schnell schwerwiegende Folgen haben. Das Polizeipräsidium Offenburg hat deshalb den Motorradverkehr seit Jahren besonders im Blick.
„Wir stellen leider fest, dass teilweise sehr viel Unvernunft und Fahren am Limit mit dem Leben bezahlt wird. Das macht traurig, betroffen und lässt einen sprachlos zurück. Für rücksichtsloses Fahren im Grenzbereich fehlt uns jedes Verständnis“, erklärt Martin Plate, Leiter der Schutzpolizeidirektion des Polizeipräsidiums.
Unfälle verteilen sich über das gesamte Zuständigkeitsgebiet
Die tödlichen Unfälle verteilen sich über den gesamten Zuständigkeitsbereich -
häufig auf Bundes- und Landesstraßen, an Kreuzungen sowie auf der A5 und der B500. Die Polizei wertet die Unfallorte laut Mitteilung laufend aus und passt ihre Kontrollen entsprechend an.
Nicht angepasste Geschwindigkeit war in acht Fällen die Unfallursache, in sechs weiteren wurde die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten. Dabei geht es nicht nur ums Tempolimit: Entscheidend ist, ob das Tempo zu Straße, Verkehr, Sicht und Wetter passt. Auch der Abstand spielt eine Rolle – als Faustregel gilt die Zwei-Sekunden-Regel zum Vorausfahrenden.
In elf Fällen wurden Fahrfehler als Ursache festgestellt, etwa falsches Verhalten gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern. In fünf Fällen war Ablenkung im Spiel: Schon wenige Sekunden ohne Blick auf die Straße können entscheidend sein. Auch Alkohol am Steuer war bei mehreren tödlichen Unfällen die Ursache.
Polizei kündigt intensive Kontrollen an
In den vergangenen Jahren hatte das Polizeipräsidium bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt, um Motorradunfälle zu reduzieren. Kernelement ist die Konzeption der Verkehrspolizeiinspektion, die anhand der Schwerpunktstrecken – insbesondere auch der B500 – und der dortigen Unfalllage fortlaufend weiterentwickelt wird.
An den aktuellen Unfallschwerpunkten werden zu unterschiedlichen Zeiten stationäre Kontrollstellen eingerichtet, stellt die Polizei in Aussicht. Dabei kommen neben den Kräften der Verkehrspolizei auch unterstützende Kräfte der Polizeireviere, des Polizeipräsidiums Einsatz, benachbarter Polizeipräsidien und des Kompetenzteams Motorrad zum Einsatz. Auch die Motorradstaffel der französischen Gendarmerie beteiligt sich an den Maßnahmen. Die örtlich zuständigen Polizeireviere führen darüber hinaus eigenständige Kontrollen durch.
Neben der Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit werden die Motorräder einer ganzheitlichen Kontrolle unterzogen. Dies beinhaltet vor allem technische Überprüfungen sowie auch die Verkehrstüchtigkeit der jeweiligen Motorradnutzenden. Aufgrund der aktuellen Entwicklung werden an den kommenden Wochenenden zusätzliche Kontrollmaßnahmen auf der B 500 und weiteren Motorradstrecken durchgeführt.
Was jeder selbst tun kann
Kontrollen allein reichen laut Polizei nicht. Verkehrssicherheit beginnt laut Mitteilung beim eigenen Fahrverhalten:
– Tempo anpassen: nicht nur ans Limit halten, sondern ans tatsächliche Wetter, die Sicht und das eigene Können.
– Ablenkung vermeiden: Handy während der Fahrt weglegen, auch Navigation oder Essen kosten Aufmerksamkeit.
– Abstand halten: die Zwei-Sekunden-Regel als Orientierung. Merken Sie sich einen festen Punkt, den das vorausfahrende Fahrzeug passiert, und fahren Sie erst dann an diesem Punkt vorbei, wenn mindestens zwei Sekunden vergangen sind.
– Defensiv fahren: mit Fehlern anderer rechnen, besonders an Kreuzungen und Einmündungen Tempo herausnehmen.
– Nüchtern bleiben: Alkohol und Drogen haben am Steuer nichts verloren.
– Wirksamster Lebensretter: der Sicherheitsgurt – auf jedem Sitzplatz, bei jeder Fahrt.
Für Motorradfahrer kommt hinzu: In Kurven so fahren, dass der Körper bei
Schräglage nicht in den Gegenverkehr ragt; mit Licht fahren und den toten Winkel
meiden; einen zertifizierten Helm (idealerweise Integralhelm) sowie vollständige
Schutzkleidung mit Handschuhen, abriebfester Kleidung und Motorradstiefeln
tragen – auch auf kurzen Strecken. Eine Airbagweste kann zusätzlichen Schutz für
Brustkorb und Wirbelsäule bieten, helle oder reflektierende Kleidung erhöht die
Sichtbarkeit.