Messechef im Interview: Diese Zukunftspläne gibt es für die Messe Offenburg/Ortenau

Den ersten Fassanstich seines Lebens meisterte Messe-Chef Frank Thieme (links) im Herbst bei der Oberrheinmesse an der Seite von Offenburgs OB Marco Steffens.
Stadt OffenburgDer neue Messe-Chef – er folgte im vergangenen Jahr auf die langjährige Geschäftsführerin Sandra Kircher – hat im Jahresrund nun fast jedes Offenburger Messeformat ein Mal mitgemacht.
Im Gespräch mit der Stadt Offenburg berichtet er, wie die vergangenen zwölf Monate für ihn waren.
Er gibt außerdem einen Einblick, was eventuell alles Neues auf die Messe zukommt.
Zeit ist wie im Flug vergangen
Herr Thieme, wie würden Sie das vergangene Jahr zusammenfassen?
Mein erstes Jahr verging wie im Flug; es fühlt sich immer noch so an, als hätte ich gerade erst angefangen. In dieser Zeit habe ich das Team, unsere Dienstleistenden und kleinen wie großen Kunden kennengelernt. Ich war bei fast allen Eigenmessen dabei, nur die Eurocheval fehlt mir noch. Mittlerweile habe ich auch das gesamte Messegelände gesehen und doch verlaufe ich mich noch ab und zu. Dabei finde ich manchmal Geheimgänge, die ich dann als Abkürzungen nehmen kann.
Welche Herausforderungen und Erfolge haben Sie im ersten Jahr erlebt?
Herausfordernd war definitiv die kurze Einarbeitungszeit. Darauf folgte gleich ein starker Frühling mit kurzen Auf- und Abbauzeiten. Insgesamt hatten wir gute Ergebnisse im letzten Jahr. Besonders gefreut hat mich, dass die „Forst Live“ bei strahlendem Sonnenschein stattfinden konnte. Und auch der Festumzug zur Oberrheinmesse hat super geklappt. Das war übrigens auch mein erster Fassanstich in meinem Leben.
Welche Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesetzt? Gibt es eine Vision, die Sie verfolgen?
Wir haben uns gefragt: „Wofür stehen wir?“ Herausgearbeitet haben wir, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern ein schönes Endgelände präsentieren wollen. Auch die Vernetzung der Bürgerinnen und Bürger zu den Unternehmen durch die Messe ist uns wichtig. Außerdem wollen wir Offenburg über seine Grenzen hinaus bekannt machen. Mit der „Geotherm“ haben wir eine internationale Messe, zu der die Menschen von überall her anreisen. Das bringt dem Standort Offenburg Bekanntheit.
Welche neuen Formate oder Konzepte sind geplant, um die Messe weiter attraktiv zu machen?
Messen sind nach wie vor ein einzigartiges Erlebnis für Besuchende. Hier können sie mit allen Sinnen Neues erfahren – da kann auch das Internet nicht mithalten. Wo sonst kann man viele verschiedene Unternehmen und Produkte an einem Standort direkt miteinander vergleichen? Und auch für Unternehmen ist eine Messe etwas Besonderes. Hier können sie direkt schauen, was der Nachbar so macht. In diesem Jahr gibt es vom 28. bis 29. Juni bei der „Tattoo & Art“ eine Erweiterung. Wir greifen die Themen Beauty, Body, Selfcare und Ernährung auf. Damit erreichen wir eine größere Zielgruppe und hoffen auf erneut viele Besucher.
Gibt es ein Erlebnis, das Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Ganz besonders war es für mich, das erste Mal in der Messehalle auf der Eisfläche zu stehen. Das kenne ich so nur in Offenburg. Und um Herrn Steffens Worte der Neujahrsrede aufzugreifen: Ich hoffe, dass wir damit eine weitere sinnvolle Freizeitbeschäftigung für Kinder und Jugendliche geschaffen haben, damit der Fokus von den Handys auf Bewegung verschoben wird. Ein dauerhaftes Highlight ist für mich außerdem das Team. Ich bin hier in eine kleine Messefamilie gekommen, was mir sehr liegt. Hier wird direkt angesprochen, wenn es was gibt. So kann ich mich im operativen Bereich auch noch einbringen. Das macht mir Spaß. Und das ist auch eine klare Stärke der Messe Offenburg – der niedrigschwellige Kontakt.
Zur Person
Frank Thieme stammt aus Leipzig. Er lernte bereits im Rahmen seines dualen Studiums das Messegeschäft kennen. Seine ersten Berufsjahre verbrachte er bei der Leipziger Messe. 2010 wechselte er zur Karlsruher Messe- und Kongress-Gesellschaft. Dort baute er maßgeblich als Abteilungsleiter das Portfolio an Eigenmessen aus. Thieme gestaltete zudem in den vergangenen mehr als dreizehn Jahren als Mitglied der Unternehmensleitung die strategische Entwicklung der Messegesellschaft mit.