Festnahmen und Durchsuchungen: Polizei nimmt Drogenszene im Offenburger Pfählerpark ins Visier

Der Offenburger Pfählerpark galt vor allem in der Vergangenheit als Drogenumschlagplatz – und rückte dieses Jahr bereits im Mai im Rahmen eines Sicherheitstags in den Fokus der Polizei.
Armbruster- Polizei verstärkt Kontrollen am Offenburger Pfählerpark und am Hauptbahnhof nach Bürgerbeschwerden.
- Seit Anfang Oktober liefern verdeckte Maßnahmen Hinweise auf Drogenhandel im Bereich ZOB.
- Mehrere Festnahmen: Verdacht auf Handel mit Kokain, Cannabis und Marihuana, Wohnungen durchsucht.
- Sichergestellte Drogen: u. a. knapp 30 g Haschisch und 29 g bei einem Käufer, Ermittlungen laufen.
- Stadt verhängt Aufenthaltsverbote für Auffällige – eine Person verstößt dagegen und erhält Platzverweis.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
„Zuletzt haben wir im Zuge unserer ständigen Beobachtung und Bewertung der Bahnhofssituation eine Veränderung der Lage festgestellt“, erläutert Guido Kühn, Leiter des Polizeireviers Offenburg, in einer Mitteilung des Polizeipräsidiums Offenburg die Hintergründe. Teils verdeckte Maßnahmen hätten seit Anfang Oktober Hinweise für Verstöße im Betäubungsmittelbereich geliefert, was nun zu den verstärkten Kontrollen führte. „Zudem erreichten uns auch Bürgerbeschwerden, die unsere polizeilichen Wahrnehmungen bestätigten“, so der Revierleiter.
Durch die verstärkte Präsenz sollen Bürger, aber auch Besucher und Pendler die Möglichkeit erhalten, direkt mit Polizeibeamten in Kontakt zu treten, Beobachtungen mitzuteilen oder Unterstützung zu suchen. Neben den Anwohnern und Berufspendlern stellt der Bereich rund um den Zentralen Omnibusbahnhof nahe dem Hauptbahnhof insbesondere tagsüber eine Durchgangsstation vieler Schulkinder, Jugendlicher und Heranwachsender dar.
Zwei Drogendealer fliegen auf
In den Kontrollbereich wurden auch die Gaswerkstraße, die Vogesenstraße und der Franz-Volk-Park mit einbezogen. „Erfahrungsgemäß sind dort regelmäßig entsprechende Ansammlungen von verdächtigen Personen zu beobachten“, so die Mitteilung. Es handele sich häufig um Personen, die außerhalb von Offenburg wohnen und teils mit dem ÖPNV anreisen.
Bei den Kontrollmaßnahmen am Montag konnten unter anderem zwei mutmaßliche Drogendealer festgestellt werden. Zwei Männer im Alter von 25 und 52 Jahren mit gambischer beziehungsweise senegalesischer Staatsangehörigkeit stehen im Verdacht, Handel mit Kokain, Cannabis und Marihuana betrieben zu haben. Bei einer durch die Staatsanwaltschaft Offenburg beim Amtsgericht Offenburg erwirkten Wohnungsdurchsuchung wurden bei dem jüngeren Tatverdächtigen Beweismaterial sichergestellt. Darüber hinaus sind noch Ermittlungen wegen weiteren Handelsdelikten mit Betäubungsmittel im Gange, bei denen verschiedene Personen im Verdacht stehen, arbeitsteilig vorgegangen zu sein.
Bei einem der mutmaßlichen Käufer der angebotenen Drogen handelt es sich um einen 19-jährigen Deutschen. Der junge Mann steht bei den Beamten des Polizeireviers Offenburg schon das ganze Jahr über wegen verschiedener Straftaten im Fokus. Ihm werden mehrere Taten in verschiedenen Deliktsbereichen angelastet, aber hauptsächlich im Bereich Beschaffungskriminalität. Ermittler im Haus des Jugendrechts kümmern sich um die weiteren Maßnahmen. Bei den Kontrollen leistete am Montag überdies ein 27 Jahre alten Mann Widerstand – verletzt wurde niemand.
Stadt spricht mehrere Aufenthaltsverbote aus
Am Donnerstag führten die Kontrollen zu zwei weiteren vorläufigen Festnahmen von mutmaßlichen Dealern. Bei einem 44 Jahre alten Tatverdächtigen verhinderten die Beamten, dass er eine „Kokainplombe“ verschluckte. Im Zuge der weiteren polizeilichen Maßnahmen wurde die Wohnung des nigerianischen Staatsangehörigen nach Gerichtsbeschlusses durchsucht. Dabei fanden die Einsatzkräfte knapp 30 Gramm Haschisch.
Auch gegen einen 36-jährigen Gambier wurde ein Strafverfahren wegen Handels mit Betäubungsmitteln eingeleitet. Die Ermittlungen dauern in beiden Fällen noch an. Neben den mutmaßlichen Dealern wurden auch mehrere Käufer der Drogen überprüft. Es handelte sich um Personen unterschiedlicher Nationalitäten. Bei einem 23 Jahre alten syrischen Staatsangehörigen konnten 29 Gramm aufgefunden werden.
Darüber hinaus wurde mit der Stadt mehrere Aufenthaltsverbote gegen auffällige Personen erwirkt. Die betreffenden Personen dürfen sich bis auf Weiteres nicht im Bereich des Pfählerparks aufhalten. Eine Person konnte am Donnerstag festgestellt werden, die gegen das Aufenthaltsverbot verstoßen hatte. Gegen den Mann wurde ein Platzverweis ausgesprochen und er muss mit einer Anzeige rechnen.
Die Kontrollen sollen laut Polizei fortgesetzt werden.
Rückblick
Der Offenburger Pfählerpark war bereits beim „Sicherheitstag“ des Polizeipräsidiums im Mai in den Fokus gerückt – damals jedoch eher als Positivbeispiel. Die Grünfläche galt in der Vergangenheit als Hotspot der Offenburger Drogenszene, wurde im Laufe der Jahre jedoch durch die Stadt aufgewertet und durch die Polizei intensiv in den Blick genommen. Mittlerweile habe sich die Situation deutlich verändert, erklärte Offenburgs Revierleiter Guido Kühn damals noch.