Deutsch-französische Zusammenarbeit am Oberrhein: Junge Menschen sollen den Rhein als Brücke erleben

Die Schüler nahmen rege an der Diskussion teil.
Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau.- Fachforum in Straßburg: Fachkräfte und Jugendliche beraten über Grenzprojekte am Oberrhein.
- Ziel ist, Hürden wie Sprache, Infos und Kontakte abzubauen und Akteure zu vernetzen.
- Vorschläge: Begegnungen bei Festivals, mehr Digitales, „Tinder“ für Vereine, zwei Treffen pro Jahr.
- Sprache soll im gemeinsamen Tun wachsen, nicht zwingend Voraussetzung für erste Kontakte.
- Eurodistrikt startet Umfrage unter 15- bis 30-Jährigen und bündelt Initiativen für konkrete Maßnahmen.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Ein Festival statt eines Jugendforums, gemeinsame Interessen statt Sprachbarrieren und eine Art „Tinder für deutsch-französische Vereine“: Wenn es darum geht, junge Menschen für das Leben auf beiden Seiten des Rheins zu begeistern, braucht es neue Ideen. Wie diese aussehen könnten, darüber haben sich am Donnerstag beim Fachforum „Über Worte hinaus: Jugend. Zukunft. Grenzenlos.“ in Straßburg Fachkräfte aus Bildung, Jugendarbeit, Kultur und Vereinswesen sowie Jugendliche aus der Region ausgetauscht. Mit dabei waren auch rund 30 Schülerinnen und Schüler der Gewerblichen Schule Lahr und des Lycée Gutenberg in Illkirch.
Denn obwohl der Oberrhein zahlreiche Möglichkeiten bietet, die Nachbarn jenseits der Grenze kennenzulernen, dort zu lernen, zu arbeiten oder Kulturangebote wahrzunehmen, bleiben viele dieser Chancen ungenutzt. Sprachbarrieren, fehlende Informationen und Schwierigkeiten bei der Kontaktaufnahme können junge Menschen davon abhalten, grenzüberschreitende Erfahrungen zu sammeln. Der Eurodistrikt Strasbourg-Ortenau möchte diese Hürden abbauen und die Zusammenarbeit der Akteure auf beiden Rheinseiten stärken.
Im Alltag der Jugendlichen ansetzen
Eine zentrale Erkenntnis des Fachforums: Angebote für junge Menschen müssen sich stärker an deren Interessen und Lebenswirklichkeit orientieren. Statt Jugendliche zu eigens organisierten Veranstaltungen einzuladen, könnten Begegnungen dort entstehen, wo sie ohnehin ihre Freizeit verbringen – etwa bei Festivals oder anderen Veranstaltungen. Entscheidend sei zunächst, gemeinsame Interessen zu finden. Die deutsch-französische Dimension müsse nicht immer im Vordergrund stehen.
Auch digitale Kommunikationswege sollen stärker genutzt werden. Die Idee eines „Tinder für deutsch-französische Vereine“ soll Menschen und Organisationen unkompliziert miteinander vernetzen. Ergänzend könnte ein zweimal jährlich stattfindendes Treffen der deutsch-französischen Akteure Raum für persönliche Begegnungen schaffen.
Dabei gehe es auch darum, Jugendliche zu erreichen, die bislang kaum Berührungspunkte mit grenzüberschreitenden Angeboten haben. Dafür müssten die zuständigen Einrichtungen sichtbarer werden und ihre Zusammenarbeit verbessern. Die Sprache, so eine weitere Erkenntnis aus den Workshops, könne sich häufig ganz selbstverständlich im gemeinsamen Tun entwickeln – und müsse nicht zwingend eine Voraussetzung für die erste Begegnung sein.
Politik soll die Voraussetzungen schaffen
Dass es für solche Initiativen auch politische Unterstützung braucht, betonte Thorsten Erny, Landrat des Ortenaukreises und Präsident des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau. Die Erwartungen junger Menschen müssten die Richtung vorgeben, wenn es darum gehe, sie für Europa und das Leben in der Grenzregion zu gewinnen. Der Eurodistrikt sehe seine Aufgabe darin, Partner zusammenzubringen, bestehende Initiativen zu verknüpfen und gemeinsame Projekte anzustoßen.
Ergänzend zum Fachforum läuft eine Umfrage unter 15- bis 30-Jährigen, die in der Grenzregion leben, lernen oder arbeiten. Sie soll zeigen, wie junge Menschen die Grenze wahrnehmen, welche Erfahrungen sie bereits gemacht haben und welche Wünsche sie für die Zukunft haben. Die Ergebnisse sollen gemeinsam mit den Erkenntnissen aus dem Fachforum dazu beitragen, konkrete Maßnahmen für ein lebendiges deutsch-französisches Miteinander zu entwickeln.