„BIM“ in Offenburg: Wie eine VR-Brille bei der Berufswahl helfen soll

Seit 2001 gibt es in Offenburg die Berufsinfomesse. Im Jubiläumsjahr haben die Veranstalter so einiges geplant.
DahmsZum 25. Mal kommen am Freitag, 17. April, und Samstag, 18. April, zahlreiche Aussteller in der Offenburger Messe zusammen, um jungen Menschen Perspektiven für die Zukunft aufzuzeigen. 2700 Angebote zu Ausbildung, Studium, Weiterbildung und Praktika sind in diesem Jahr vertreten.
„Wir sind die größte Veranstaltung zum Thema Ausbildung im Südwesten“, freut sich Theresia Denzer-Urschel, Chefin der Agentur für Arbeit in Offenburg, bei der Pressekonferenz zur Berufsinfomesse. Insgesamt habe die BIM in den vergangenen 25 Jahren 6 622 Aussteller gezählt – „Das sind mehr, als Kappelrodeck Einwohner hat“, bemerkt Denzer-Urschel stolz.
Ein neuer Aspekt in diesem Jahr soll ein sogenannter Zukunftstruck werden. „Expedition D“ nennt sich der 13 Tonnen schwere Wagen, der auf dem BIM-Gelände Schulklassen Einblicke in Technologien geben soll. In 60 Minuten bekommen die Siebtklässler verschiedene Aspekte von Digitalisierung gezeigt, dürfen mit VR-Brillen selbst den Raum erkunden und die Berufe der Zukunft entdecken. Verschiedene Teamaufgaben und interaktive Stationen sollen das Erlebnis für die Jugendlichen besonders spannend machen, einige erfahrene Coaches begleiten das Angebot.
„Der Andrang bei den interaktiven Angeboten auf der Messe ist immer riesig“, berichtet Denzer-Urschel. „Die Schüler freuen sich einfach, wenn sie auch mal was ausprobieren können.“ Auch sonst spielt künstliche Intelligenz auf der diesjährigen BIM eine zentrale Rolle. Ein Vortrag über die Berufsperspektiven im digitalen Zeitalter mit Moderator und Berater Alexander Ries findet am Freitag in der Weiterbildungslounge statt. „Sag mir drei Dinge über dich – ich baue dir fünf Berufsoptionen, live mit KI“, wird der Vortrag angekündigt. Ries zeige, wie künstliche Intelligenz bei der Berufsorientierung unterstützen kann.
Ein Online-Tool soll die Orientierung erleichtern
Ansonsten wird auch beim sogenannten BIM-Finder für einige Funktionen künstliche Intelligenz genutzt. Besucher können online vorab filtern, für welche Messebereiche sie sich interessieren – Ausbildung, Studium, Weiterbildung. Bei rund 400 Ausstellern – elf weniger als im vergangenen Jahr – sei es besonders sinnvoll, vorab einige Themengebiete einzugrenzen. „Man unterschätzt, wie riesig das hier ist“, so Denzer-Urschel.
Inessa Schröder hat in diesem Jahr die Koordination der BIM übernommen. Sie war bisher im Bereich des Arbeitgeber-Services und der Umschulungsberatung bei der Agentur für Arbeit tätig, jetzt organisiert sie gemeinsam mit Alexander Fritz von der Messe Offenburg die Berufsinfomesse.
Zwischen 75 und 80 Prozent der Aussteller sind Unternehmen, ansonsten nehmen auch Hochschulen, Universitäten und Initiativen teil. „Das Ausbildungsengagement ist nach wie vor sehr hoch, trotz der aktuellen Wirtschaftslage“, erklärt die Agenturchefin. In der Ortenau hätten im vergangenen Jahr circa 3000 Menschen eine Berufsausbildung abgeschlossen. „Die Berufsinfomesse leistet einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region“, freut sich Frank Thieme, Geschäftsführer der Messe Offenburg-Ortenau.
Insgesamt schon eine halbe Million Besucher
Etwa 23 000 Besucher werden in diesem Jahr laut Veranstaltern auf der Messe erwartet. Im ersten Jahr waren es noch knapp 5000 – insgesamt haben seit 2001 schon etwa eine halbe Million Menschen die BIM besucht. Jeweils von 9 bis 17 Uhr sind die Hallen an beiden Messetagen geöffnet. Trotz kostenlosem Eintritt empfehlen die Veranstalter, sich zuvor über ein Online-Ticket auf der Webseite zu registrieren, um Wartezeiten zu verringern. Auch Parkplätze auf dem Gelände und ein Shuttleservice vom Offenburger Hauptbahnhof aus sind kostenfrei.