Ausbreitung im Ortenaukreis: Diese Tipps gibt das Gesundheitsamt beim Kampf gegen Tigermücken

Wasseransammlungen, die sich nicht vermeiden lassen, können mit dem Stoff Bti behandelt werden.
VichraAllein im Ortenaukreis sind Meldungen aus den Gemeinden Achern, Appenweier, Berghaupten, Ettenheim, Friesenheim, Gengenbach, Hohberg, Kappel Grafenhausen, Kappelrodeck, Kehl, Kippenheim, Lahr, Mahlberg, Meißenheim, Neuried, Oberkirch, Offenburg, Rheinau, Ringsheim, Rust, Schutterwald, Schwanau und Willstätt eingegangen, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts.
„Weitere bisher unentdeckte Populationen sind jedoch möglich beziehungsweise sehr wahrscheinlich“, mahnt Evelyn Bressau, Leiterin des Gesundheitsamts des Ortenaukreises. Die Gefahr, die von der Tigermücke ausgeht, ist laut Bressau, dass sie als Überträger für verschiedene, teils schwere Krankheiten fungieren kann: Während des Saugaktes können Tigermücken Krankheitserreger aufnehmen, die sich anschließend in der Mücke vermehren und letztendlich an den nächsten Wirt weitergegeben werden.
„Die Tigermücke kann unter anderem das Chikungunya-, Dengue-, Zika- sowie das West-Nil-Virus übertragen“, so Bressau. „Infizierte Reiserückkehrer, können – auch wenn sie selbst keine Symptome haben, aber zu Hause von Tigermücken gestochen werden – die Erreger an die Mücken weitergeben und die Erkrankung so nach Deutschland einführen“, so die Amtsleiterin.
Tigermücken sind sehr aggressiv
Bisher gab es innerhalb Deutschlands jedoch keine bestätigte Übertragung der obengenannten Viren durch Tigermücken. Anders als heimische Stechmückenarten ist die asiatische Tigermücke tagaktiv. Zusätzlich ist ihr Stechverhalten sehr aggressiv. Sie verfolgt ihren Wirt und sticht sofort nach der Landung zu. Versucht man sie zu erschlagen und verfehlt, sticht sie erneut. Da sich der Alltag der meisten Menschen tagsüber abspielt, kann ein massenhaftes Auftreten der Tigermücke den Aufenthalt im Freien in betroffenen Gebieten nahezu unmöglich machen.
Die Tigermücke ist ein Container-Brüter. Sie legt ihre Eier vorzugsweise in künstlichen Gewässern ab, wie sie häufig in menschlichen Siedlungen anzutreffen sind. Hierzu zählen etwa Regentonnen, Gießkannen, Topfuntersetzer, aber auch Aschenbecher oder sogar herumliegende Flaschendeckel und anderer Unrat kommen in Frage.
Kleinste Wassermengen reichen für Mücken aus
Dabei kann das Wasserreservoir noch so klein sein. Das Gesundheitsamt appelliert daher an alle Bürger, unkontrollierte Wasseransammlungen zu vermeiden und so Außenanlagen, wie Gärten und Terrassen, mit einfachen Mitteln vor Tigermücken zu schützen.
„Decken Sie Ihre Regentonne ab, drehen Sie Gießkannen um und lagern Sie sie auf dem Kopf, entfernen Sie das übrige Wasser regelmäßig aus den Topfuntersetzern und wischen Sie sie sauber. Kurzum, vermeiden Sie alle unkontrollierten Wasseransammlungen, so gut es geht.
Sollten Sie Wasseransammlungen, etwa als Tiertränken vorhalten, reinigen Sie auch diese Behältnisse spätestens einmal pro Woche. Bitte beachten Sie hierbei, dass Tigermücken ihre Eier an die Seiten des Behältnisses kleben. Somit reicht einfaches Ausschütten des Wassers nicht, um die Eier sicher zu entfernen. Dazu ist es notwendig, den Behälter mechanisch zu reinigen“, erläutert Bressau.
Der Wirkstoff Bti hilft genauso wie Fallen
Wasseransammlungen, die nicht entfernt werden können, wie etwa Straßengullys, sollten regelmäßig mit heißem Wasser oder Bti behandelt werden. Bei Bti handelt es sich um einen biologischen Wirkstoff, der erst im Verdauungstrakt der Mückenlarven seine giftige Wirkung entfaltet und somit für andere Organismen ungefährlich ist. Bti erhalten Bürger in Baumärkten oder Apotheken. Auch manche Gemeinden verteilen den Wirkstoff an ihre Bürger.
Sollte der Befall fortbestehen, besteht außerdem die Möglichkeit, Fallen einzusetzen, die die Mücken mittels Duftstoffen (für den Innenbereich) oder CO₂ (für den Außenbereich) anlocken. Eine weitere Möglichkeit zur umweltfreundlichen Bekämpfung ist der Einsatz von Nützlingen. So gibt es viele Tiere (Vögel, Fledermäuse, andere Insekten und so weiter), die sich unter anderem von Stechmücken ernähren. Wenn man diesen Tierarten Nistplätze anbietet und sie dadurch anlockt, können sie dazu beitragen, das Tigermücken-Vorkommen zu reduzieren.
Funde melden
Die Ortenauer werden weiterhin aufgerufen, Tigermückenfunde zu melden. Die Tiere selbst sowie Fotos der Funde können unter Angabe des Fundorts an die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (Kabs) geschickt werden. Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Webseite kabsev.de oder per E-Mail an tigermuecke@kabsev.de.