Amt gibt Hinweise
: Hier finden Ortenauer Infos zu ihrem Hochwasserrisiko

Rhein, Kinzig, schmale Täler, viel Bebauung – das Hochwasserrisiko für die Ortenau ist aufgrund der Geografie und der Siedlungsstruktur nicht zu unterschätzen. Das Amt für Wasserwirtschaft rät, wie Bürger sich informieren und vorbereiten können.
Von
Marco Armbruster
Ortenau
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Durch die beiden Flüsse, Rhein und Kinzig, kann es in der Ortenau zu Hochwasser kommen – hier 2018 in Wolfach.

Durch die beiden Flüsse Rhein und Kinzig sowie die teils engen Täler im Schwarzwald mit ihren zahlreichen Fließgewässern ist das Hochwasserrisiko in der Ortenau relativ hoch. Unser Foto zeigt eine Situation 2018 in Wolfach.

Bea
  • Ortenau hat hohes Hochwasserrisiko durch Rhein, Kinzig und enge Schwarzwaldtäler.
  • Amt rät zur Eigenvorsorge: Gefährdung prüfen, vorbereiten, Versicherung erwägen.
  • Online informieren: Hochwassergefahrenkarten über udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public.
  • Warnapps und Pegelinfos nutzen – etwa DWD-App und hvz.baden-wuerttemberg.de.
  • Kommunen erstellen Risiko- und Einsatzpläne; technische Schutzmaßnahmen laufen, Restrisiko bleibt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

„Hochwasservorsorge ist keine Aufgabe, die der Landkreis allein leisten kann. Sie ist vielmehr eine gemeinsame Aufgabe vieler Akteure wie dem Land, dem Regierungspräsidium, den Landkreisen sowie den Städten und Gemeinden“, erläutert Jürgen Mair, Leiter des Amts für Wasserwirtschaft und Bodenschutz, auf Anfrage unserer Redaktion. Auch Betreiber kritischer Infrastrukturen tragen demnach für ihre Bereiche eigene Verantwortung.

„Hinzu kommt die Eigenvorsorge der Bürgerinnen und Bürger. Das Wasserhaushaltsgesetz verpflichtet potenziell Betroffene, im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren selbst Vorsorge zu treffen und mögliche Schäden zu begrenzen“, so der Amtsleiter. Dazu gehöre insbesondere, sich über die eigene Gefährdung zu informieren und sich auf mögliche Hochwasserereignisse vorzubereiten.

Amt empfiehlt bei Hochwasserrisiko eine Versicherung

Die Hochwassergefahrenkarten des Landes bieten dafür eine Orientierung und sind online frei zugänglich zu finden. Eine schnelle Übersicht zu den Hochwassergefahrenkarten, um zu ermitteln, inwieweit man von Hochwasser betroffen ist, ist über die Seite udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public möglich. Falls notwendig, sind Bürger dazu aufgerufen, selbst bauliche Vorsorge beziehungsweise Verhaltensvorsorge zu betreiben.

Viele Kommunen haben laut Mair auf ihren Webseiten zu diesem Thema Links zu weiterführenden Informationen aufgenommen. Eine gute Übersicht gibt die Internetseite des Umweltministeriums um.baden-wuerttemberg.de. Zusätzlich empfiehlt Mairs Amt, entsprechende Warnapps zu Unwettergefahren auf dem Handy zu nutzen – etwa die des Deutschen Wetterdienstes – beziehungsweise bei entsprechender Wetterlage etwa Pegelinformationen der Hochwasservorhersagezentrale auf hvz.baden-wuerttemberg.de zu nutzen. Soweit Hochwasserrisiken bestehen, empfiehlt das Amt für Wasserwirtschaft grundsätzlich auch einen Versicherungsschutz.

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Hochwassergefahrenkarte gibt Auskunft

Insbesondere die Kommunen haben laut Mair die wichtige Aufgabe, die Bürger über Hochwasserrisiken zu informieren. Ergänzend zu den Maßnahmeberichten pro Gemeinde gibt es sogenannte Risikosteckbriefe, für die von Hochwasser potenziell betroffenen Gemeinden. Neben der Anzahl gefährdeter Einwohner werden auch umweltrelevante Flächen und Objekte unter hochwasser.baden-wuerttemberg.de/hochwasserrisikosteckbriefe aufgeführt.

„Eine wichtige Maßnahme für verschiedene Akteure ist die Aufstellung von Hochwasseralarm- und Einsatzplänen auf Grundlage der Hochwassergefahrenkarten“, erläutert Amtsleiter Mair weiter. Auf deren Basis und zusammen mit weiteren Gefahrenanalysen werden Alarm- und Einsatzplanungen für größere Schadenslagen vorgehalten.

„Eine besondere Rolle hat der Landkreis dann, wenn eine Lage die Möglichkeiten einzelner Städte und Gemeinden übersteigt, mehrere Kommunen gleichzeitig betroffen sind oder ein erheblicher überörtlicher Koordinierungsbedarf entsteht“, so der Amtsleiter. Zusätzlich zum Hochwasserrisiko durch Flusshochwasser werden seit einigen Jahren auch die Risiken durch Starkregenereignisse betrachtet. Das Landratsamt berät die Kommunen dazu.

Investitionen in den Hochwasserschutz

In den zurückliegenden Jahren haben laut Landratsamt zahlreiche Kommunen in den technischen Hochwasserschutz investiert. Sie haben etwa Hochwasserrückhaltebecken gebaut oder saniert, um das Hochwasserrisiko zu senken. Der Bau solcher Anlagen durch die Kommunen kann gefördert werden. Hochwasserrückhaltebecken entstanden etwa im Raum Haslach, in Hohberg und zuletzt in Ohlsbach. Für den Hochwasserschutz an den größeren Gewässern wie der Kinzig ist der Landesbetrieb Gewässer beim Regierungspräsidium Freiburg zuständig. Dieser setzt Deichsanierungsmaßnahmen oder Deichrückverlegungen mit dem Ziel um, das Hochwasserrisiko zu senken. „Technische Schutzmaßnahmen sind jedoch nicht überall umsetzbar beziehungsweise wirtschaftlich“, erläutert Mair. Es bleibe stets ein Restrisiko, zum Beispiel durch Versagen von Schutzeinrichtungen oder durch Extremereignisse, die die Anlagen überfordern.