34.000 Euro Defizit: Angebot der Offenburger Aidshilfe soll schrumpfen

Die Ortenauer Außenstelle des Zentrums für sexuelle Gesundheit Freiburg-Offenburg bietet unter anderem HIV-Schnelltests an.
Klaus-Dietmar Gabbert- Offenburger Aidshilfe in finanzieller Schieflage – Sonderzuschuss des Kreises soll helfen.
- Nach Auflösung des Trägervereins 2024 entfiel Landesförderung, 2025 entstand ein Defizit von 45.250 Euro.
- ZSG rechnet dieses Jahr mit rund 34.000 Euro Minus und beantragt 12.000 Euro Extra vom Kreis.
- Beratungsangebot schrumpft: Mitarbeiterstelle in Offenburg soll auf 40 Prozent reduziert werden.
- Sozialausschuss entscheidet über Zuschuss und gleichbleibende Kreisförderung von 24.000 Euro.
Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.
Rund 210 Beratungskontakte verzeichnete die Offenburger Aidshilfe laut des Jahresberichts 2025 im vergangenen Jahr. Hinzu kamen zahlreiche Tests auf Geschlechtskrankheiten und Präventionsveranstaltungen. Die Anlaufstelle in der Malergasse wird seit April 2024 vom „Zentrum für sexuelle Gesundheit Freiburg-Offenburg“ (ZSG) als offizielle Außenstelle geführt. Der eigenständige Trägerverein Aidshilfe Offenburg/Ortenaukreis wurde zuvor aus personellen Gründen aufgelöst – der einzige hauptamtliche Mitarbeiter war in den Ruhestand gegangen.
Der Wegfall einer eigenen Trägerorganisation zeitigte finanzielle Konsequenzen: Die Offenburger Aidshilfe hatte „als vormals eigenständige Organisation Leistungszulagen in erheblicher Höhe vom Land erhalten“, heißt es in der Vorlage für die Sitzung des Sozialausschusses am Dienstag. Der Zuschuss belief sich 2024 zuletzt auf mehr als 50.000 Euro. Die Finanzspritze vom Land entfiel laut Kreisverwaltung danach fast komplett. Allein 2025 kam so für die Außenstelle ein Defizit von rund 45.000 Euro zusammen.
Defizit belief sich 2025 auf 45.250 Euro
Offenbar hatte sich das ZSG bei der Übernahme der Offenburger Aidshilfe verkalkuliert: Die wegfallende Landesförderung wurde „von Trägerseite bei Übernahme des Standorts Offenburg nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Die seit Januar neue Geschäftsführung des Vereins sei jedoch im „konstruktiven Austausch“ mit der Kreisverwaltung und habe die Ursachen der finanziellen Schieflage „nachvollziehbar dargelegt“.
Das ZSG rechnet im laufenden Jahr mit einem Minus von rund 34.000 Euro für die Außenstelle Offenburg. Das Defizit aus dem Vorjahr hatte der neue Träger noch mit dem Restvermögen des vormaligen Ortenauer Trägervereins ausgleichen können. Dieses ist mittlerweile jedoch aufgebraucht. Den diesjährigen Fehlbetrag will das ZSG über Sonderzuschüsse vom Kreis – angefragt sind 12.000 Euro – und der Stadt Offenburg ausgleichen. Beide unterstützen die Außenstelle bereits mit 24.000 respektive 11.000 Euro jährlich. Ursprünglich hatte der Trägerverein eine dauerhafte Erhöhung angefragt, die sei laut Kreisverwaltung aufgrund klammer Kassen aktuell jedoch nicht möglich.
Mitarbeiterstelle wird auf 40 Prozent reduziert
Der Sozialausschuss soll nun über die Finanzspritze entscheiden. Die Verwaltung spricht sich in der Vorlage dafür aus: Die Arbeit des Trägers sei ein „notwendiges und gewinnbringendes Angebot, vor allem in den Bereichen psychosozialer Beratung und Prävention“. Ein Wegfall könne durch die kreiseigenen Angebote nicht vollständig aufgefangen werden. Der Fokus der Sprechstunde des Gesundheitsamts liege bei Tests auf sexuell übertragbaren Krankheiten. Die 12.000 Euro könnten derweil aus nicht verwendeten Mitteln anderer Maßnahmentöpfe finanziert werden.
Um langfristig aus den roten Zahlen zu kommen, plant das ZSG, die Beschäftigung der Mitarbeiterin der Außenstelle Offenburg zur Einsparung von Kosten auf 40 Prozent zu reduzieren – bei gleichbleibender Kreisförderung in Höhe von 24.000 Euro pro Jahr. Laut Kreisverwaltung eine „tragfähige“ Maßnahme. So könne das Beratungs- und Präventionsangebot, „wenn auch in geringerem Umfang als bisher“, aufrechterhalten werden. Auch über die Fortführung der Förderung in selber Höhe bei geringerem Stellenanteil soll der Sozialausschuss am Dienstag abstimmen.
Eine höhere Förderung des auf zwei Standorte mit einem großen Versorgungsgebiet aufgeteilten Vereins sei im Grundsatz möglich. Das Landratsamt stehe dazu im weiteren Austausch mit dem ZSG und unterstütze beim Versuch, die Förderung über den Landesverband zukünftig zu erhöhen. „Sollte es zu einer Veränderung in der Förderung des Vereins kommen, ist die Höhe des Kreiszuschusses erneut zu prüfen“, so die Vorlage abschließend.
Ansprechpartner
Die Offenburger Aidshilfe bietet sowohl telefonisch als auch persönlich Gespräche zu allen Fragen rund um Sexualität, bei Fragen der sexuellen und geschlechtlichen Identität, HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten, der HIV-Prävention oder auch mit dem Umgang mit einer „Safer-Sex-Panne“ sowie zum Thema Leben mit HIV. Kontaktdaten und Sprechzeiten gibt es auf der Webseite zentrum-sexuelle-gesundheit.de/standorte/offenburg.