Vöhringen: Leguane sind ganz sensible Exoten

Gerhard Henkies mit seinem Leguanmännchen Foto: Vögele
Schwarzwälder-BoteVon Ingrid Vögele
Vöhringen. "Bananen mögen sie besonders", erzählt Gerhard Henkies, aus Vöhringenund damit meint er seine zwei grünen Leguane. Prachtvoll blau-grün-braunschimmernd thront das Männchen mit einer stattlichen Länge von über einem Meter auf einem Brett im Freilandgehege in Augenhöhe. Etwas seitlich davon ruht das grau-grüne Weibchen. Es hatte am Tag zuvor etwa 60 Eier gelegt und wirkt deshalb noch etwas ermattet.
Leguane sind Reptilien. Ihr natürlicher Lebensraum umfasst Mexiko bis Paraguay, die Karibischen Inseln, die Galapagos und die Fidschiinseln bis Madagaskar. Sie können von 14 Zentimetern bis zu zwei Meter lang werden. Ein kräftiger Schwanz, länger als der Körper, hält die Balance beim Klettern und dient zur Verteidigung. Mit ihrer schuppigen Außenhaut, dem Kehlsack und dem Rückenkamm ähneln sie winzigen Dinosauriern. Besonders markant ist ein drittes Auge, das Scheitelauge, auf dem Scheitel des Kopfes, das hell-dunkel unterscheidet.
Beide Tiere genießen ihren Sonnenplatz in Vöhringen, denn sie selbst können ihre Körpertemperatur nicht halten. Wie kommt man zu solchen Exoten? Bereits in seiner Studienzeit habe er Bekanntschaft mit frisch geschlüpften Leguanen gemacht, berichtet Henkies, "und diese beiden wurden einer Zoohandlung zu groß, so haben wir sie genommen".
Der Garten bietet genügend Platz für das Freilandterrarium mit Licht und Schatten. Ein Baumstück im Innern sorgt für Klettermöglichkeiten. Die saubere Wasserschale nimmt die Exkremente auf. Ein- bis zweimal täglich füllt Barbara Henkies die Futterschale mit Blüten, Äpfeln, Birnen, Minze, Salat. "Ackersalat und Himbeerblätter sind eine Delikatesse", meint sie. Leguane sind reine Pflanzenfresser.
Vom ersten Augenblick an wird der Besucher genau beobachtet. Und jugendliche Besucher gibt es viele, denn Barbara Henkies unterrichtet an der Sulzer Werkrealschule. Die Tiere lassen sich streicheln und schließen hierbei die Augen. Wenn die Familie im Garten sitzt, geht es ab nach draußen. Ganz schön schnell seien sie. Ein kurzer Ausflug in Nachbars Garten oder ein neuer Sitzplatz auf dem Baum – allen Situationen ist die Familie gewachsen.
Bei Temperaturen unter 20 Grad Celsius ist das Sofa und der Sessel im Wohnzimmer ihr Zuhause. Als sehr sensible und saubere Tiere sind sie schon beeindruckend. Wieviel Geduld und Zuwendung mit leisem Reden und zartem Streicheln über Jahre hinweg nötig war, um diese beiden 13-jährigen Leguane so handzahm zu machen, kann man sich schwer vorstellen. Trotz aller faszinierender Zutraulichkeit sind es aber keine Kuscheltiere.