Theater in Vöhringen: Berührende Geschichte eines leukämiekranken Jungen

Dorothee Jakubowski hatte große Bühnenpräsenz.
PPP-KulturteamDas PPP-Kulturteam der Evangelischen Kirchengemeinde hatte wieder mal den Rahmen für einen gelungenen Theaterabend gestaltet.
Und mit Dorothee Jakubowski von den Horber Theaterwelten „das chamaeleon“ und ihrer genialen Performance dieser ergreifenden Geschichte über die Möglichkeiten der Liebe, des Vertrauens und des Glaubens war ein ganz besonderes Theatererlebnis garantiert.
Maus gegen Nilpferd
Zum Stück: Der zehnjährige Oskar ist unheilbar an Leukämie erkrankt. In den letzten zwölf Tagen seines Lebens schreibt er jeden Tag einen Brief an Gott. Dies hat ihm Rosa geraten, eine ehrenamtliche Betreuerin in der Klinik.
Oskar ist ihr besonders ans Herz gewachsen. Um ihm Mut und Kraft zu geben, erfindet sie für sich ein wüstes Vorleben als Catcherin, die als „kleines Mäuschen in den Ring stieg und dort Rivalen besiegte, die wie Wale oder Nilpferde dahergekommen sind“.
Ein ganzes Menschenleben
Und sie erzählt ihm von einer Legende, in der ein Tag zehn Jahre lang dauert. Die Fantasie schlägt Brücken und verhilft Oskar zu einem kompletten Leben. Jeden Tag durchschreitet er zehn Jahre und jeden Tag berichtet er Gott in einem Brief von seinen Höhenflügen, Erkenntnissen, Tiefschlägen und Betrübnissen – und seinen Gesprächen mit Rosa.
Auf wunderbarer Weise erlebt er so in nur wenigen Tagen ein ganzes Menschenleben. So wird aus einer todtraurigen Geschichte ein wahres Märchen über die Möglichkeiten der Liebe, des Vertrauens und des Glaubens.
Nachdenkliche Stille
Dorothee Jakubowski, diese kleine Frau mit großer Bühnenpräsenz, verschmolz die Rollen geradezu in sich, war kindlich (aber nie kindisch) und Trösterin zugleich.
Die Bühne wurde zu einem lebendigen Bild dieses Einpersonenstücks von Eric-Emmanuel Schmitt. Stimme, Mimik und Bewegung vermittelten den Identitätsgrad der Darstellerin mit Text und Geschichte. Herzlicher Beifall nach einer nachdenklichen Stille zeigte die Anerkennung.