Pochefest in Fluorn-Winzeln: „Dorffestcharakter“ – so groß ist die Verbundenheit

Die Theatergruppe führt in Digels Scheune führt „Momo“ auf.
StöhrGanz schön was los war am Sonntag auf dem Gelände der Pochenmühle in Fluorn-Winzeln. Trotz wechselhaftem Wetter und gelegentlichen Regenschauern kamen viele Besucher zu der idyllisch gelegenen Anlage im Ortsteil Fluorn.
Das Fest startete bereits am Vormittag mit einem Gottesdienst unter Mitwirkung des Mitmachchors der BruderhausDiakonie und des Posaunenchors Peterzell. Die Predigt hielt Pfarrer Martin Enz.
Das anschließende Programm war bunt und vielfältig. Ein Seifenblasenkünstler begeisterte die jüngeren Besucher, die fasziniert den Riesenseifenblasen hinterherjagten. Für musikalische Unterhaltung um die Mittagszeit sorgte der Musikverein Fluorn. Die Musiker hatten traditionelle Blasmusikstücke wie das beliebte „Böhmischer Traum“ im Gepäck.

Auch Bürgermeister Rainer Betschner, hier mit Regionalleiterin Christine Trein, ist unter den Besuchern
Foto: StöhrIm Festzelt und in der Remise nebenan herrschte bereits Hochbetrieb. Die vielen fleißigen Helfer des Vereinsrings hatten alle Hände voll zu tun, um die zahlreichen Gäste mit Essen und Getränken zu versorgen. Daneben gab es weitere Stände, an denen Eis, Kaffee oder Crêpes angeboten wurden. Außerdem lockten ein reichhaltiges Kuchenbuffet und ein Getränkestand.
Dankbar für Unterstützung
Das alles wäre allein gar nicht zu stemmen gewesen, erklärte Christine Trein, Regionalleiterin bei der Bruderhausdiakonie. Deshalb sei man für die Unterstützung durch den Vereinsring sehr dankbar. Was ihr besonders gut gefalle, sei der „Dorffestcharakter“ und die große Verbundenheit der Menschen mit der „Poche“. Angehörige, Freunde und Interessierte seien gekommen und zeigten so Wertschätzung für die Arbeit vor Ort.
Zu letzterer gehöre auch eine Zusammenarbeit mit Industrie und Handwerk. Das Ergebnis dieser Kooperation konnte in einer Kreativ-Ausstellung begutachtet werden. Handgefertigte Produkte vom Bienenhotel bis zum originell gestalteten Blumentopf konnten bestaunt und erworben werden. Bei der Herstellung und den verwendeten Materialien wird auch Wert auf Nachhaltigkeit gelegt, erfuhren die Besucher.
Teil der Gesellschaft
Ein weiterer Aspekt, den die Regionalleiterin für wichtig hält, ist das Präsenz-Zeigen. „Menschen mit Behinderung sind Teil der Gesellschaft“, so Trein. Sie sollen nicht unsichtbar sein, sondern am Leben teilhaben können. Solche Begegnungen müssten selbstverständlich werden.
Ein gutes Beispiel für das Miteinander war die Rottweiler Inklusionsband „Simply Luckies“, die am Nachmittag auftrat. Mit Liedern wie „Dreamer“ oder „Ein Stern“ zogen die Musiker ein großes Publikum an. Auch Bürgermeister Rainer Betschner war unter den Besuchern.
Ebenfalls gut besucht war die Vorstellung der Theatergruppe: In der Scheune der Familie Digel wurde das Stück „Momo“ aufgeführt. Gern genutzt wurde auch der Erlebnispfad, auf dem sich Kinder und Jugendliche unter anderem im Bogenschießen ausprobieren konnten. Am Nachmittag unterhielt der Musikverein Betzweiler auf der Terrasse.
BruderhausDiakonie
In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg
bietet die BruderhausDiakonie Menschen mit geistiger und psychischer Behinderung Teilhabe zum Leben in Form von verschiedenen ausdifferenzierten Wohnangeboten, sowie in Form von Arbeitsmöglichkeiten in Werkstätten und Förderbereichen zum Erwerb und Erhalt der Fähigkeiten im Fachbereich „Arbeit und berufliche Bildung“ (AubB). Daneben gibt es Hilfsangebote für Kinder und Erwachsene mit Behinderung, sowie Angebote in der Jugendhilfe.
Im Landkreis Rottweil
arbeiten – Stand März 2025 – 196 Menschen in Voll- und Teilzeit bei der BruderhausDiakonie.
In FluornWinzeln
auf der „Poche“ leben derzeit 63 Männer und Frauen. Weitere 27 Personen leben extern in Fluorn-Winzeln und Dornhan.