Missionsbrauer in Oberndorf: Zwei neue Fastenbiere reifen im Keller dem Fastenessen entgegen

Das bewährte, bestens eingespielte Brau-Team mit Rolf Hug (von links), Giuseppe Scherer, Santiago Ferrer, Philipp Staudinger, Andreas Hauser und Wolfgang Hauser hat alles perfekt im Griff.
FahrlandDie Weichen für den Fastenbier-Ausschank von Pils und dunklem Hefeweizen beim Fastenessen am 22. März im Don-Bosco-Haus sind gestellt: Der Missionsausschuss braute am vergangenen Samstag nach dem deutschen Reinheitsgebot sein 15. Fastenbier für den Misereor-Sonntag – in handwerklicher Tradition sowie mit viel Engagement, Herz und Humor.
Seit Ausschussmitglied Rolf Hug auf die Idee kam, das jährliche Fastenessen mit wechselnden Biersorten aus eigener Herstellung attraktiver zu machen und dank verwandtschaftlicher Beziehungen die fachliche Begleitung sichern konnte, ist der Brautermin aus dem Jahreskalender des Ausschusses für Mission, Entwicklung und Frieden nicht mehr wegzudenken.
Expertise vom Profi
Für die Rezeptur, die Besorgung der Zutaten, die Anleitung und Überwachung des Brauprozesses zeichnete wie immer Braumeister Philipp Staudinger verantwortlich. Als Mitarbeiter von „Alpirsbacher Klosterbräu“ verfügt er über die nötige Expertise. Auch diesmal machten sich die Männer gut gelaunt gemeinsam ans Werk. „Rund 170 Liter Bier in zwei Sorten“ waren das selbstgesteckte Ziel.
Maischen, Läutern, der Kochprozess mit mehrmaliger Hopfenzugabe je nach Sorte, das Einhalten der Zeitvorgaben, die laufende Kontrolle von Temperatur und Stammwürze, die rasche Abkühlung des Suds, die Hefezugabe, das Einlagern im Keller zum Gären und Reifen – was einfach klingt, erfordert viele Stunden Aufmerksamkeit und die größten Töpfe, die das Kücheninventar und die Zeltlagerausstattung der KJG zu bieten haben.

Jede Menge Wasser muss für den Brauprozess erhitzt werden.
Foto: FahrlandFür das untergärige Pils mit einer angestrebten Stammwürze von 11,8 Prozent und einem finalen Alkoholgehalt von 4,9 bis 5,0 Prozent wurde ausschließlich helles Gerstenmalz verwendet. Die Hopfenpellets wurden nach Zeitplan in zwei Gaben hinzugefügt. „Aber nie alles auf einmal, sonst gibt es ein Schaumbad“, grinst Rolf Hug – klug durch Erfahrung.
Etwas aufwendiger war die Rezeptur für das obergärige dunkle Hefeweizen. Dafür waren drei Hopfengaben und vier verschiedene Malzsorten in unterschiedlichen Gewichtsanteilen erforderlich: helles Weizenmalz, helles Pilsnermalz, dunkles Münchener Malz und Röstmalz. Die Hopfensorte „Hallertauer Perle“ sorgt für den fruchtigen Ton, in Kombination mit „Hallertauer Tradition“ und „Tettnanger Aromahopfen“ soll sich laut Staudinger „ein lieblich-vollmundiges Bier“ ergeben, das mit 17 Bittereinheiten nicht zu herb ist. Die Stammwürze wird bei 12,4 Prozent, der Alkoholgehalt bei 5,2 bis 5,5 Prozent liegen.
Arbeiten im Hintergrund
Wolfgang Hauser, der Vorsitzende des Missionsausschusses, gibt Auskunft über das, was im Hintergrund geschieht. Das Brauen wurde ordnungsgemäß beim Hauptzollamt Singen angemeldet und die fällige Gebühr bezahlt. Dass nur lebensmittelrechtlich unbedenkliches Bier zum Ausschank kommt, stellt die mikrobiologische Untersuchung der Endprodukte bei der Brauerei in Alpirsbach sicher, die die Aktion als Sponsor unterstützt. Selbst der Treber dient noch einem guten Zweck: Er wird von Landwirt Michael Siegel an die Kühe verfüttert. Auch das Abfüllen und Etikettieren werden die Männer in reiner Handarbeit erledigen. Sobald der Alkoholgehalt endgültig feststeht, kann Rolf Hug die Etiketten erstellen.

Santiago Ferrer füllt den Treber in leere Säcke ab, damit er später auf einem Landwirtschaftsbetrieb an die Nutztiere verfüttert werden kann.
Foto: FahrlandAm 22. März um 10 Uhr startet die katholische Kirchengemeinde in der Kirche St. Michael mit dem Gottesdienst in den Misereor-Sonntag. Im Anschluss wird ab 11.30 Uhr zum Fassanstich, Frühschoppen und Fastenessen ins Don-Bosco-Haus eingeladen. Als Fastenspeise bereitet das bewährte Küchenteam Nudeln mit Chakalaka-Tomatensoße auf südafrikanische Art zu, wahlweise mit Hackfleisch oder Gemüse. Das Fastenbier kann frisch vom Fass oder in Flaschen, auch zum Mitnehmen, erworben werden. Erlöse und Spenden der Fastenaktion unter dem Leitwort “Hier fängt Zukunft an” kommen der Ausbildung junger Menschen in Kamerun zugute, denen damit neue Zukunftschancen ermöglicht werden.
Gut geplant ist halb gewonnen
Ungewöhnlich früh nehmen Wolfgang Hauser und seine Mitstreiter bereits die Fastenaktion 2027 in den Blick – aus gutem Grund. Auch am Hauptsitz des Bischöflichen Hilfswerks Misereor in Aachen ist man auf das Oberndorfer Fastenbier aufmerksam geworden und hat dem Missionsausschuss eine ehrenvolle Aufgabe zugedacht: Da die bundesweite Auftaktaktion 2027 in Zusammenarbeit mit der Diözese Stuttgart-Rottenburg stattfinden wird, ergab sich die ideale Gelegenheit für eine Anfrage beim Missionsausschuss Oberndorf. Wäre das Team bereit, zum Termin in Stuttgart sein selbst gebrautes Fastenbier mitzubringen? Prompt wurde der Kalender gezückt und rückwärts gerechnet. Damit dieses besondere Fastenbier rechtzeitig fertig wird, muss es mitten in der Adventszeit gebraut werden. Brautermin wird deshalb der 12. Dezember sein.