Literatur in Oberndorf
: Gäste reisen atemlos mit nach Valencia

Bei der ersten Oberndorfer Gartenlesung in diesem Jahr folgen die Gäste der Autorin Verena Boos nach Spanien und in den Schwarzwald – und in eine dunkle Geschichte.
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(red/pm)
Oberndorf
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Nachdem ein kräftiger Regenguss die Location eher ungeeignet für einen literarischen Abend machte, zog die Gartenlesung mit Verena Boos ins Haus der Gastgeber um.

Altmann

Mit den Gartenlesungen haben Stadtbücherei und Kulturamt im vergangenen Jahr eine vom Start weg gefeierte Reihe initiiert. Der unerwartet große Zuspruch machte eine Neuauflage quasi zur Pflicht.

Die erste Gartenlesung dieses Sommers begann in sommerlicher Stimmung im Freien – bis kurz vor Veranstaltungsbeginn ein plötzlicher Regenschauer aufzog. Doch dank der Gastgeber konnte die Lesung spontan ins Haus verlegt werden. Das tat der Atmosphäre kaum einen Abbruch: Rund 30 literaturbegeisterte Gäste lauschten gespannt der Autorin Verena Boos.

Im Mittelpunkt des Abends stand ihr aktueller Roman Die Taucherin. Darin erzählt Verena Boos von Amalia und Marina – zwei Frauen, deren Freundschaft seit Kindertagen besteht, und die durch ein Familiengeheimnis enger miteinander verbunden sind, als sie je geahnt hätten. Als Marina verschwindet, reist Amalia aus dem Schwarzwald nach Valencia, wo sich für sie nicht nur das Bild ihrer Freundin, sondern auch ihre eigene Identität verändert.

Das Publikum folgt konzentriert

Verena Boos führte das Publikum zunächst in Thema und Stimmung des Romans ein und las anschließend ausgewählte Szenen vor. Mit großer Spannung und stiller Konzentration folgten die Zuhörenden dem Geschehen – man hätte eine Nadel fallen hören können.

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Valencia ist nicht nur Handlungsort, sondern fast eine Figur des Romans. Die Autorin lebte selbst zwei Jahre in der Stadt und verbindet mit ihr viele persönliche Erinnerungen. Sie wünscht sich, dass Leser mit dem Buch durch die Stadt spazieren und die Orte der Geschichte entdecken – fast wie mit einem literarischen Reiseführer.

Auch ihr Debütroman Blutorangen, der ebenfalls in Spanien spielt, schwingt in „Die Taucherin“ mit. Verena Boos verwebt persönliche Schicksale mit historischen Bezügen – sprachlich präzise, literarisch kraftvoll und mit einem feinen Gespür für psychologische Tiefe.

Amalia ist für Verena Boos die Kletterin, Marina die Taucherin – zwei gegensätzliche, sich ergänzende Figuren. Auch in der Autorin steckt etwas von Amalia: „Ich klettere gerne – das Tauchen habe ich aber auch schon ausprobiert“, verriet sie augenzwinkernd.

Nach großem Applaus folgte eine lebendige Fragerunde, bei der weitere Einblicke in Buch, Entstehung und Recherche gewährt wurden. Ein besonderes Dankeschön haben die Gastgeber für das liebevoll hergerichtete Buffet und den schönen Garten verdient, auch wenn dieser nur in der ersten Dreiviertelstunde genutzt werden konnte.