Kunst in Oberndorf: Ein riesiger Kran wurde benötigt

Aus der Lindenstraße werden die Skulpturen zu den Sockeln in der Teichlandschaft gehoben.
AltmannBereits vor Wochen waren die Fundamente für die Skulpturen des 2023 verstorbenen Bildhauers Herbert Goeser gegossen worden – nun thronen die Werke an ihrem Bestimmungsort – der Teichlandschaft in der Oberndorfer Oberstadt.
Der Weg dorthin war logistisch aufwendig. Die Firma Jüngling übernahm den sicheren Transport der schweren Skulpturen in die Wasserfallstraße. Für die spektakuläre Aufstellung war schweres Gerät nötig:
Ein riesiger Kran der Firma Schmidbauer hob die tonnenschweren Figuren präzise über den Don-Bosco-Kindergarten hinweg. Gesteuert wurde der Kran „blind“: Über Funk waren Kranfahrer und Einweiser verbunden – eine technische wie logistische Meisterleistung.

In dunkle Folie gehüllt, warten die Goeser-Skulpturen in der Teichlandschaft auf die offizielle Übergabe.
Foto: SchnekenburgerDoch damit nicht genug: Zunächst wurden die Skulpturen vorsichtig abgelegt, um Anker in ihre Sockel zu setzen. Der anspruchsvollste Teil folgte, als die Figuren aus der liegenden Position exakt in die vorbereiteten Bohrungen gehoben werden mussten.
Bildhauer Joachim Sauter hilft beim Umzug
In beeindruckender Teamarbeit schafften es der Bildhauer Joachim Sauter, der örtliche Werkhof und die Firma Schmidbauer, beide Skulpturen in nur zwölf beziehungsweise 14 Minuten sicher zu verankern.
Nachdem Sauter die Skulpturen gereinigt hat, warten sie jetzt – in Folie eingewickelt – für ihre feierliche Enthüllung am kommenden Freitag, 16. Mai. Ermöglicht wurde das gesamte Projekt durch die Unterstützung der Marion und Otto Biesenberger-Stiftung.
Herbert Goeser: ein Leben für die Kunst
Herbert Goeser (1955 bis 2023), geboren in Göppingen, studierte Bildhauerei an der Stuttgarter Akademie bei Professoren wie Karl-Henning Seemann und Alfred Hrdlicka. Seine Werke waren unter anderem Teil der Ausstellungen „Hölderlin und die Französische Revolution“ in Tübingen und „La liberté va conquérir le Monde“ in Belfort.
Goeser gestaltete zahlreiche Skulpturen für Kirchen in Baden-Württemberg. So ist auch das Schutzmantelmadonnen-Relief in der Dreifaltigkeitskirche auf dem Lindenhof von Goesers Hand. Schließlich arbeitete der Künstler auch fürs Theater.
Am 16. Mai ab 17.30 Uhr werden die Skulpturen feierlich der Öffentlichkeit übergeben – musikalisch begleitet von Michael Link. Bürgermeister Matthias Winter wird die Gäste begrüßen, Regisseurin Edith Körber und Bildhauer Joachim Sauter werden Laudationen sprechen. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt: Die Gemeinderäte der Kernstadt übernehmen die Bewirtung.
Werke aus dem Nachlass: Ausstellung in Harthausen
Einen Tag später, am Samstag, 17. Mai, ab 14 Uhr öffnet die Ausstellung mit Werken aus dem Nachlass Herbert Goesers in der Schloßstraße 39 in Harthausen. Gezeigt werden Skulpturen, Zeichnungen und Bücher. Alle Exponate sind käuflich zu erwerben. Die Ausstellung ist am Samstag bis 18 Uhr und am Sonntag, 18. Mai, von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Auch hier wird für das leibliche Wohl gesorgt sein.