Kirchengemeinde ohne Pfarrer: Schiltach und Schenkenzell setzen auf Ehrenamt

Ein Blick in die Gemeindeversammlung zeigt die interessierte Hörerschaft und im Vordergrund die Vorsitzende des Kirchengemeinderates Ursula Buzzi.
RombachTrotz gleich zweier unbesetzter Stellen – der Pfarrstelle sowie der Diakonenstelle – zeigt sich die evangelische Kirchengemeinde Schiltach-Schenkenzell lebendig und engagiert.
Bei der Gemeindeversammlung in der Kirche in Schenkenzell wurde deutlich: Das Gemeindeleben lebt – dank zahlreicher Ehrenamtlicher, die Verantwortung übernehmen und die Gemeinschaft tragen.
Annika Morgenstern, Mitglied des Kirchengemeinderats, berichtete über den aktuellen Stand der Vakanzen. Die Pfarrstelle sei weiterhin ausgeschrieben und vom Oberkirchenrat in der Dringlichkeit ganz nach oben gesetzt – ein ermutigendes Signal.
Diakonenstelle aufgestockt
Die Diakonenstelle wurde inzwischen auf 100 Prozent aufgestockt. Dennoch bleibt die Herausforderung bestehen, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Die Gemeindemitglieder werden deshalb gebeten, in ihren Netzwerken aktiv für die Stelle zu werben.
Viele Ehrenamtliche
In der Zwischenzeit tragen viele Ehrenamtliche das Gemeindeleben – sei es durch Prädikantendienste, musikalische Beiträge oder die Organisation von Veranstaltungen. Besonders die Kirchenmusik profitiert vom Dienst einzelner Gemeindemitglieder, dem Einsatz kleinerer Formationen in verschiedener Besetzung, der Interessengemeinschaft Orgel und Kirchenmusik sowie von Hermann Feist, der den Posaunenchor leitet und regelmäßig Orgeldienste übernimmt. „Ohne diese Unterstützung wäre vieles nicht möglich“, betonte Martina Schuffenhauer.
Neuer Waldwagen
Auch im Kindergarten Zachäus, der mit Unterstützung der Stadt Schiltach mit einem neuen Waldwagen in der Naturpädagogik neue Akzente setzt, gibt es Veränderungen, berichtete Ute Gebele.

Der neue Waldwagen vom Kindergarten Zachäus hat auf dem Häberlesberg einen schönen Platz gefunden
Foto: Axel RombachBei der Neugestaltung der Prinzipalien, wie dem Altar, dem Osterkerzenständer oder dem Kreuz konnte Ursula Buzzi, die Vorsitzende vom Kirchengemeinderat, einzelne Stücke auf Bildern präsentieren. Diese liturgischen Elemente wurden von der Schreinerei Gebele aus Kaltbrunn aus Holz gefertigt und in einem nächsten Schritt werden sie von Andrea Wörner aus Schiltach künstlerisch aufgearbeitet.
Angespannte Finanzen
Brigitte Sum, zuständig für die Finanzen im Kirchengemeinderat, berichtete, dass die finanzielle Situation weiterhin angespannt bliebe: Noch immer wirken sich Investitionen wie der Neubau des Martin-Luther-Hauses aus, und auch Rücklagen für zukünftige Sanierungen stellen die Gemeinde vor Herausforderungen.
Weniger Ratsmitglieder
Ein weiteres wichtiges Thema waren die bevorstehenden Kirchengemeinderatswahlen am 1. Advent 2025. Aufgrund rückläufiger Mitgliederzahlen wird die Zahl der Kirchengemeinderäte auf sechs reduziert. Michael Pflüger, der die Versammlung leitete, appellierte eindringlich an die Gemeindemitglieder, sich an der Wahl zu beteiligen: „Das ist ein Zeichen der Wertschätzung gegenüber denen, die Verantwortung übernehmen.“. Wahlvorschläge könnten noch bis zum 26. September 2025 entgegengenommen werden. Am 26. Oktober würden sich dann die Kandidatinnen und Kandidaten im Gottesdienst vorstellen.
Die Gemeindeversammlung endete mit einem ausdrücklichen Dank von Michael Pflüger an alle, die sich haupt- und ehrenamtlich engagieren.