Inklusion in Sulz: Entsetzen bei den Mitgliedern der Gruppe

Die Inklusionsgruppe setzt sich mit der Vergangenheit auseinander.
JansenDie Mitglieder der Inklusionsgruppe „Hand in Hand“ aus Sulz machten einen Auslug zu der Gedenkstätte Grafeneck bei Gomadingen in der Nähe von Reutlingen.
Auf dem Gelände des ehemaligen Schlosses, das in herrlicher Natur auf einer Anhöhe schon weitem zu erkennen ist, betreibt der Samariterbund eine Einrichtung für geistig und körperlich beeinträchtigen Menschen.
Entsetzen bei der Inklusionsgruppe
Diese Einrichtung wurde am 20. Oktober 1939 vom Nationalsozialistischen Regime enteignet um eine Menschenverachtende Aktion mit dem Namen „Gnadentod“ zu starten. Die Inklusionsgruppe war entsetzt über die auf Schautafeln dargestellten Aktionen.
10 654 Menschen wurden getötet
Die circa 100 beeinträchtigen Menschen und auch das Personal wurden auf andere Einrichtungen in der Nähe des Bodensees verteilt. Im Gegenzug Quartieren sich 100 Soldaten des NS - Staates zur Vorbereitung einer Tötungsmaschinerie für lebensunwertes Leben ein. Mit neu eingestelltem Personal und Ärzten die sich auf freiwilliger Basis einfanden wurden bis Ende 1940 10 654 Menschen vergast und verbrannt.
Es herrscht Unverständnis
Heute 84 Jahre später schockt die „Aktion T4“ nach wie vor. Die Mitglieder der Inklusionsgruppe „Hand in Hand“ setzten sich mit den damaligen schrecklichen Untaten auseinander. Es herrschte eine Stimmung aus Betroffenheit, Angst und Unverständnis zu was Menschen in der Lage waren und vielleicht noch immer sind.
Die aufsteigende unbändige Wut über das jahrzehntelange vertuschen, verschweigen und keine Auseinandersetzung mit diesen schrecklichen Ereignissen konnte nur durch den nachfolgenden Gottesdienst gemildert werden. Es stellt sich die Frage ob die Menschheit nichts gelernt hat. Erst in den 90er Jahren wurden offizielle Gedenkstätten errichtet und werden heute von vielen Menschen besucht.
Weitere Veranstaltung in Planung
Der Besuch vor wenigen Tagen und am Gedenktag den 20. Oktober dient zum Gedenken der Euthanasieopfer dass das Geschehene niemals in Vergessenheit geraten darf.
Schon heute lädt die Inklusionsgruppe „Hand in Hand“ interessierte und Geschichtsbewusste Bürger zu einer Präsentation von Konrad Flegr vom GIEB mit Erlebnisberichten über Grafeneck und anschließender Diskussion am 10. November um 15 Uhr in die Halle 16 ein. Die Besucher werden mit Kuchen, Kaffee,Tee und Kaltgetränken umsorgt.