Gemeinde in Aistaig
: Christina Jeremias-Hofius ist neue Pfarrerin

Mit Christina Jeremias-Hofius hat die evangelische Kirchengemeinde Aistaig seit 1. Juni eine neue Pfarrerin. Zahlreiche Stationen hat die 55-Jährige bereits hinter sich. Doch nun freut sie sich auf die Aufgaben an ihrer neuen Wirkungsstätte.
Von
Sylvia Fahrland
Oberndorf
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Christina Jeremias-Hofius öffnet Besuchern gern die Tür zu ihrem Büro im Pfarrhaus.

Fahrland

Oberndorf-Aistaig - Ihr erster Gottesdienst am Pfingstsonntag war gut besucht. Christina Jeremias-Hofius folgt nach wenigen Monaten Vakatur auf Pfarrer Jeschua Hipp, der nach seiner Verabschiedung Mitte Februar nach Schwäbisch Hall gezogen ist. Am Sonntag, 19. Juni, findet um 17 Uhr ihre Investitur in der Galluskirche mit Videoübertragung ins barrierefreie Gemeindehaus statt.

Pfarrwohnung noch nicht fertig

Ihr Dienstauftrag in Aistaig inklusive vier Wochenstunden Religionsunterricht an der Grundschule macht eine Hälfte der Vollzeitstelle aus. Je 25 Prozent kommen für die evangelische Krankenhausseelsorge am SRH-Klinikum sowie für die seelsorgerliche Betreuung im Haus Raphael hinzu.

Ihr Büro im Pfarrhaus kann die Pfarrerin bereits nutzen, während die Pfarrwohnung im ersten Stock noch renoviert wird und bis Ende August fertig werden soll. Bis zum Umzug pendelt Jeremias-Hofius zwischen Nebringen und Aistaig.

Zeit im Ausland verbracht

Aufgewachsen ist die 55-jährige Mutter von drei Söhnen in Heidelberg und Marburg. Nach dem Abitur verbrachte sie ein Jahr als Au Pair in Philadelphia (USA) und studierte evangelische Theologie zunächst in Tübingen und Göttingen. Das darauffolgende ökumenische Studienjahr in Jerusalem empfand sie als bereichernde Zeit, die unter anderem das gegenseitige Verständnis förderte.

In Heidelberg schloss sie ihr Studium ab und arbeitete als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich "Neues Testament." Als ihr Mann Repetent am Seminar Maulbronn war, absolvierte sie in Ölbronn-Kleinvillars ihr zweieinhalbjähriges Vikariat.

Im April 2000 zog die mittlerweile fünfköpfige Familie nach Mühlheim-Renfrizhausen und teilte sich elf Jahre lang die Pfarrstelle. Sieben Semester lehrte sie zusätzlich auf der Karlshöhe in Ludwigsburg im Bereich Altes und Neues Testament. Danach trat Jeremias-Hofius eine 50-Prozent-Pfarrstelle in Bondorf bei Herrenberg an. Ihr Mann übernahm seine jetzige Pfarrstelle in Nebringen.

Auf der Suche nach einer festen Stelle

Auch ihre Bewerbung in Aistaig hing mit der beruflichen Veränderung der Ehepartner zusammen. Ihre Sonderpfarrstelle im Hochschulpfarramt II in Tübingen war wegen Befristung ausgelaufen. Mehr als acht Jahre hatte sie im studentischen Halbjahresrhythmus gelebt. Nach fünf Monaten Elternzeitvertretung im Bereich Mission und Ökumene wollte sie keine weitere Interimslösung, sondern eine feste Stelle.

Ehemann Christoph Hofius, Pfarrer im Dekanat Herrenberg, bekam vom Oberkirchenrat eine Stelle als Administrator im Dekanat Sulz angeboten, die er am 1. September antreten wird. Also suchte seine Frau im Kirchenbezirk Sulz nach einer offenen Stelle. Die Ausschreibung aus Aistaig habe sie angesprochen aufgrund der gelungenen Formulierung, die das Lebensfrohe betont habe.

Zusammenarbeit mit Kirchengemeinderat

Der Kirchengemeinderat überraschte sie am ersten Tag mit Kaffee, Brezeln und Blumen, um ihr einen guten Start zu wünschen. Sie sei beeindruckt von der rührigen Art des Gremiums, das seiner Aufgabe der gemeinsamen Gemeindeleitung offenbar gerne und gewissenhaft nachkomme.

Für die Reparatur der ältesten Kirchenglocke sei bereits Geld gesammelt und ein Angebot eingeholt worden. Die Orgelrenovierung stehe genauso auf dem Plan wie die Wiederaufnahme der Jugendarbeit nach Corona und eine zweite Auflage des "Adventsmärktle". Als Pfarrerin wolle sie sich in die bestehenden Strukturen einfädeln, herausfinden, was der Gemeinde wichtig ist und ihren eigenen Platz darin finden.

Arbeit mit Kindern und Familien wichtig

Sie wolle sich anbieten, nicht aufdrängen, und wisse mit Regina Berger eine hilfsbereite Pfarrsekretärin an ihrer Seite. Zwar pausierten Gruppen und Kreise während der Pfingstferien, doch der evangelische Kindergarten Arche Noah war in der zweiten Woche wieder geöffnet. Mit Pfarrkollegin Friederike Heinzmann aus Boll konnte die Planung für das neue Konfirmandenjahr beginnen.

"Mein Herz schlägt für alle Formen des Gottesdienstes sowie besonders für die Arbeit mit Kindern und Familien", verrät Jeremias-Hofius. Sie liebt es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen und freut sich auf neue Begegnungen.

Tür und Herz stehen offen

Jeremias-Hofius liest viel und investiert gerne Zeit in bleibende Kontakte, wie sie sagt. Viel Zeit für andere Freizeitbeschäftigungen bleibt nicht, doch sie geht auf in dem, was sie tut und bietet ein offenes Ohr für Anregungen und Vorschläge an. Die Gemeindemitglieder lädt sie zu sich ein mit dem Zisterzienser-Wahlspruch "Porta partet, cor magis", was so viel bedeutet wie "Die Tür steht offen und das Herz noch mehr."

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