Fasnet in Sulz
: Breagler sind wieder in Hochform

Liebe Leut es isch soweit, es isch wieder Fasnetszeit. Ihr liebe Narra, mir send so frei ond kommet mit dr Breagler-Staffelei.
Von
Herold Schwind
Oberndorf
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Der MV Stetten saß bis nach Mitternacht beim Sulzer Neckarfest und stand dann vor einem verschlossenen Tiefgaragentor.

Schwind

Bevorzugtes Ziel des Spotts ist natürlich auch die Stadtverwaltung. Da wurde etwa für die Mitarbeiter in Trinkwasserspender investiert – das Ziel: „deutlich weniger Flaschen im Rathaus“. Doch der Breagler stellt fest: „Zwar Pfandflascha reduziert, gefühlt isch do die Anzahl der Flascha aber eher no gstiega“.

Beim Bauamt soll man beim Spatenstich für den Kreisverkehr einen Spaten vergessen haben, aber für „d’Fassaderenovierung hot ma do d’r große Spata dabei, Pinsel wär viel passender gsai“.
Beim  Neckarfest spielte der MV Stetten kräftig auf und die Musiker saßen  nach ihrem Auftritt wohl noch bis nach Mitternacht. Als sie gehen wollten standen sie bei der Tiefgarage, in der ihre Autos waren, vor einem verschlossenem Tor. Parkzeitende war um 24 Uhr.

Eine besondere Bank

Die Breagler hatten aber noch einiges mehr parat. Nachdem nun drei Cannabispflanzen legal seien, habe der Siedlerverein eine lukrative Einnahmequelle gewittert, hieß es –  am besten mit einem 24-Stunden-Automaten auf der   Schillerhöhe.

Der Sulzer Schultes Jens Keucher soll derweil drei Designerstühle im Wert von 2600 Jens-Keucher-Taler erworben haben und im Rathaus als „Jens Keucher  Gedächtnis Wartebank“ aufgestellt haben..

Hilfe beim „Spezi-Seitensprung“

Vor Spott war auch Peter Gayer nicht sicher. Der  könne seine Katze nicht mit in den Urlaub nehmen und habe deshalb eine Katzensitterin gebraucht, wissen die Breagler.  Statt ins Katzenklo habe  die Katze allerdings ins Wasserbett gemacht. Und so sei  Gayer mit ihr zum Tierpsychiater gegangen. Das Fazit der Breagler: „Mein lieber Peter, wär’s net klüger und normaler, gingst du statt dem Kater zum Psychiater“.

Der „Alpirsbacher Mönch“ Timo Holst wurde wohl seinem Brötchengeber abtrünnig und kaufte im Aldi prompt Paulaner Spezi. Und – damit das nicht auffällt  –  musste seine arme Freundin den Einkauf tragen, wird erzählt.

Lehrer und die Ferien

Iris Eggenweiler rodete ihre Tanne und die Hecke und freute sich über den tollen Ausblick. Doch dann Panik: Es kam eine Whatsapp mit der Botschaft, ein Spanner könne jetzt ins Schlafzimmer schauen.
Die Entwarnung vom „Bumme“ („I hab die Whatsapp na zum Spaß g’schrieba“) kam erst nach dem Einbau von Rollläden.

Lehrer Michael „Fenni“ war bei Baumarbeiten samt Motorsäge vom Baum gestürzt und hatte sich verletzt. Der Breagler fragte, wie lange  ein normaler Sulzer krank sei. „Bis er wieder schaffen kann“, hieß es darauf. Und ein Lehrer? „Bis zu den Ferien“.

AfD in den Stollen

Über Karl Friedrich Breitling wissen die Breagler, dass er  ein Herz für Autos hat. Der Vertrag für ein neues war  schon unterschrieben.  Nun musste nur noch das alte weg. Blöd, dass der Vertrag erst im nächsten Jahr ausläuft.   Zweimal Steuer und Versicherung seien dann doch recht teuer.

Kurioses geschieht aber nicht nur Menschen: Weil ein Schwan die Glastüre an der Fischerhütte demolierte, wurde er zum Schutz eingesperrt, hieß es.  Ein Breagler sah das anders: Der Schwan sei damit vor der AfD geschützt worden.
Zum Ansinnen, Atommüll in den Sulzer Stollen zu packen, machte  ein Breagler den Vorschlag, diesen  ganz weit nach hinten zu schieben: unter Bergfelden, denn die seien ja   eh schon verstrahlt.

Eine Kreuzfahrt, die ist lustig

In Fischingen sorgte man sich derweil im Gewann „Im Grün“. Man hatte fremde Personen  umherschleichen sehen. Da wurde prompt eine Nachbarschaftswache organisiert – mit Erfolg. Dass es der neue Zeitungsausträger war,  der sich noch nicht auskannte, konnte ja keiner ahnen.

Amüsant war auch die Geschichte zweier  gut bekannter Familien, die  eine Kreuzfahrt unternahmen. Weil der eine, der Jörg, vergesslich ist und nicht mehr in seine Kabine kam, musste der andere, der Markus,  auf hoher See von einem Balkon zum anderen klettern  und  die Kabine öffnen.  Das nächste Mal müsse der Jörg mit dem Ruderboot  hinterher fahren, hieß es von den Breaglern.

Die hatten auch gute Ratschläge parat. Zum Beispiel diesen:  Wenn man sich den teuren Kundendienst sparen will und selbst Hand anlegt, sei man gut beraten, den neuen Kondensator und nicht wieder den alten einzubauen, weil sonst trotz Reparatur nichts gehe.

Viele weitere Geschichten

Es kamen noch viele weitere Geschichten auf den Tisch: ein Heckenbrand mit Igelbeatmung, Stromausfall im Pizzawagen, eine  Rucksack-Odyssee wegen Bärensprays, nächtliches Entsorgen von  Hundehäufchen und mehr.  So gäbe es noch viele weitere Geschichten zu erzählen, die von den Breaglern fleißig zusammengetragen wurden.

Anmerkung der Redaktion: Eine frühere Version dieses Artikels hat einen bedauerlichen Fehler enthalten, den wir berichtigt haben.

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