„Bufdi“ auf dem Kirchberg: „Ich habe extrem viel gelernt“

Friederike Krancke mit Radlader im Hof von Kloster Kirchberg.
Kötting/Kloster KirchbergAm liebsten ist Friederike Krancke, die einen Bundesfreiwilligendienst im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg in Sulz absolviert, mit dem Hausmeister Thomas Haid unterwegs. „Das Handwerkliche ist das Beste am Dienst hier“, sagt die 19-Jährige.
Nach dem Abitur im vergangenen Jahr war sich die junge Frau aus der Nähe von Bonn unschlüssig darüber, wie es für sie beruflich weitergehen soll. Über einen Kontakt in ihrer heimischen Kirchengemeinde und ihre Mutter, die schon mehrmals im Berneuchener Haus Kloster Kirchberg war, kam sie auf die Idee, hier einen Freiwilligendienst zu leisten.
„Ich wollte etwas Praktisches, Sinnvolles machen.“ Dass sie dazu in dem Tagungs- und Einkehrhaus viel mit Menschen zu tun hat – mit den Kolleginnen und Kollegen sowie den Gästen – war ein weiteres Entscheidungskriterium.
Vielfältige Aufgaben auf dem Klosterareal
Ob in der Werkstatt, im Garten oder in der Hauswirtschaft – die Aufgaben in dem großen Klosterareal sind vielseitig und abwechslungsreich. Wobei die Hauswirtschaft nicht so ganz das Ding von Friederike Krancke ist. Wahrscheinlich sind ihr die Maschinen dort nicht groß genug, denn ihr Herz schlägt eindeutig für den großen roten Radlader. Eigentlich darf nur ein ausgewählter Personenkreis dieses Fahrzeug bedienen, aber weil sich Friederike Krancke – nach einer sorgfältigen Einlernphase – so geschickt angestellt hat, gab es für sie eine Ausnahme.
Glücklicherweise, denn kürzlich standen zwei große Kühlschränke auf dem Hof, die dringend transportiert werden mussten, und keiner der offiziellen Radlader-Fahrer war im Haus. Friederike Krancke durfte ran und bugsierte die Last sicher an den vorgesehenen Platz. „Radlader fahren macht mir wirklich am meisten Spaß“, sagt Friederike Krancke und strahlt dabei über das ganze Gesicht. „Damit kann man alles machen, Transportieren, Buddeln.“
Einblicke in andere Berufsfelder
Auch die Arbeit mit Holz hat sie für sich entdeckt, als es während ihres Freiwilligendienstes die Gelegenheit zu einem Kurz-Praktikum bei einem Schreiner gab. Trotzdem ist und bleibt Friederike Kranckes Traumberuf Polizistin.
Im Rückblick sagt Friederike Krancke über ihr Freiwilligenjahr im Kloster Kirchberg: „Ich habe hier die Arbeitswelt und verschiedene Berufe kennengelernt, das kannte ich ja so von der Schule nicht. Ich werde jetzt, nach diesem Jahr hier, von den Kolleginnen und Kollegen ganz anders akzeptiert und ich bekomme Anerkennung. Aber die musste ich mir auch erarbeiten. Das macht mich stolz. Ich habe hier gelernt, dass es nichts gibt, was nicht geht. Ich traue mir jetzt auch viel mehr zu.“
Wunsch nach mehr Anerkennung
Für die Freiwilligendienste wünscht sich Friederike Krancke mehr gesellschaftliche Anerkennung. „Bufdi oder FSJ, das ist kein Jahr, in dem man einfach Zeit schindet oder rumhängt. Ich bin hier gefordert, aber auch gefördert worden. Das war ein Jahr, das mir in jeder Hinsicht geholfen hat, ich habe extrem viel gelernt. Ich habe auch mal negative Erfahrungen gemacht, aber auch die helfen einem weiter.“
Deshalb legt Friederike Krancke den Freiwilligendienst jedem nach der Schule ans Herz: „Ich finde es gut, wenn man nach der Schule direkt die Arbeitswelt kennenlernt und erfährt, wie es ist, im Team zusammenzuarbeiten.“ Man könne auch nicht einfach wegbleiben, sondern müsse sich krankmelden oder auch Urlaub beantragen. „Man lernt: Egoismus geht nicht!“, erklärt Krancke.
Informationen über BFD und FSJ in der Diakonie Württemberg unter: www.ran-ans-leben.de