Weltmeisterschaft in Frankreich: Auf die kalte Dusche folgt der WM-Titel

Hochkonzentriert bereitet sich Stefan Zistler auf seinen nächsten WM-Start vor.
Marcus King- Deutsches Team mit Stefan Zistler holte in Fayence den WM-Titel in der Teamwertung.
- Zistler sicherte trotz Patzer in sechs Durchgängen Bronze in der Einzelwertung.
- Ein Fehlmanöver brachte früh viele Minuspunkte – später folgte ein Tagessieg in Übung fünf.
- Vater Michael coachte vor Ort und lobte die mentale Stärke seines Sohns.
- Zistler ist Fluglehrer und Luft- und Raumfahrtingenieur und engagiert sich im Verein.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Mit seinen Mannschaftskollegen war das deutsche Team schier unschlagbar: Das Trio der deutschen Spitzenpiloten mit Stefan Zistler ist Weltmeister in der Teamwertung geworden und durfte bei der Nationalhymne Gänsehautmomente erleben.
Eine fulminante Aufholjagd war für den Nagolder Fluglehrer notwendig, um am Ende nach sechs Durchgängen doch noch erfolgreich zu sein: Eine etwas zu lange Abgangs-Senkrechte aus einem Turn kostete zu viel Höhe und brachte dem Ausbildungsleiter des Nagolder Flugsportvereins satte Minuspunkte ein. „Das war mit Tagesplatz 15 schon eine sehr kalte Dusche gleich zu Beginn der Meisterschaft“, erläutert Vater Michael Zistler, der als Coach und Mentor mitgereist war. „Gott sei Dank hat der Stefan die Nerven behalten und dann mit hoher Konzentration und fliegerischem Können recht cool das Feld noch von hinten aufrollen können – er ist ein mentales Kaltblut!“

Platz 1 und Goldmedaille für das deutsche Team mit Stefan Zistler (hinten links)
KingIn einer enormen Leistungsdichte der Weltspitze ist die mentale Leistungsfähigkeit entscheidend: „Das wird alles im Kopf entschieden“, ist sich Zistler senior sicher. Gerade deshalb würden dem Stefan die unbekannten Programme liegen, bei denen die Spreu vom Weizen getrennt werde.
Mit einem überzeugenden Tagessieg in der komplexen fünften Übung ließ Stefan Zistler aufhorchen und konnte sein ganzes Potenzial ausschöpfen. Am Ende reichte es trotz des Patzers zur Bronzemedaille in der Einzelwertung.

Sind ein eingespieltes Team: Stefan (rechts) und Michael Zistler
Team DeutschlandDas erfolgreiche Vater-Sohn-Duo, beide sind Fluglehrer im Flugsportverein Nagold, ist seit vielen Jahren ein eingespieltes Team, das viele fliegerische Abenteuer und Herausforderungen miteinander teilt. Neben der gemeinsamen Leidenschaft für den Wettbewerbskunstflug stehen auch die jährlichen Wellenfluglager in Tschechien im gemeinsamen Kalender oder Unternehmungen im Motorflug wie die Umrundung von Florida im Kleinflugzeug oder der Ausflug in die Alpen und die Adria im letzten Jahr.
„Gene, Talent und Leidenschaft“ sind laut Beobachtern die Erfolgsvoraussetzungen für Zistler junior, der als Luft- und Raumfahrtingenieur an der Uni Stuttgart auch beruflich mit der Flugmaterie zu tun hat. Als Flugplatzkind ist er auf dem heimischen Fluggelände beim Dürrenhardter Hof aufgewachsen und hat als 14‑Jähriger mit der Segelflugausbildung seine fliegerischen Weichen gestellt. Nach dem Titel des Einzelweltmeisters 2019 in Deva (Rumänien) war es heuer die zweite erfolgreiche Teilnahme an einer Weltmeisterschaft.

Erfolgreichstes Team auf der WM war die deutsche Mannschaft.
King„Natürlich ist es nur eine Nischensportart, aber mich begeistert das Fliegen in seinen vielen Facetten und ich mag die sportliche Herausforderung im Vergleich mit anderen Spitzenpiloten auf diesem hohen Niveau“, nennt Stefan Zistler seine Motivation für den Flugsport und gibt das auch gerne an die Nagolder Vereinsjugend weiter, die sich darüber freut – wer kann denn schon mit einem waschechten Weltmeister trainieren?