Ungewöhnliche Partnerschaft
: Darum reist eine Delegation aus Ebhausen 10.000 Kilometer um die Erde

Eine Delegation aus Ebhausen reiste zusammen mit Bürgermeister Volker Schuler auf die Philippinen. Im Mittelpunkt stand der kommunale Austausch mit Lubang rund um den Klimaschutz. Die Partnerschaft könnte jetzt auf weitere Themen ausgeweitet werden.
Von
Anneliese Pardo
Ebhausen
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Vor dem Rathaus

Vor dem Rathaus

Gemeinde Ebhausen
  • Delegation aus Ebhausen besuchte Partnerkommune Lubang – Fokus auf Klimaschutz und Wasser.
  • Auf Cabra läuft eine solarbetriebene Trinkwasserversorgung, vor Ort eigenständig verbessert.
  • Lubang bereitet sich auf El Niño vor, Ausbau der Solaranlagen soll Wasserknappheit abfedern.
  • Nächstes Projekt in Barangay Maginhawa: PV-gestützte Trinkwasserversorgung für Schule mitgeplant.
  • Partnerschaft bekräftigt per Memorandum of Understanding, Austausch soll auch Bildung umfassen.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Wer verstehen will, warum eine vierköpfige Delegation aus Ebhausen mehr als 10.000 Kilometer bis auf die Philippinen gereist ist, muss auf die Insel Cabra fahren. Dort, wo eine zuverlässige Versorgung mit sauberem Trinkwasser keineswegs selbstverständlich ist, fördert heute eine solarbetriebene Wasserversorgungsanlage Frischwasser aus rund 160 Metern Tiefe. Damit wurde für die Menschen vor Ort ein wichtiger Baustein für eine verlässlichere und zukunftsfähige Trinkwasserversorgung geschaffen.

Ebhausens Bürgermeister Volker Schuler reiste gemeinsam mit Daniela Schweikardt, Michelle Großholz und Mandy Junghanns nach Lubang. Ein wesentliches Ziel der Reise war es, das inzwischen abgeschlossene, über das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderte Projekt auf Cabra selbst in Augenschein zu nehmen.

Cabra Wasserförderung

Auf der Insel Cabra gng es um die Wasserförderung.

Gemeinde Ebhausen

Gleichzeitig sollte die langjährige Partnerschaft zwischen Ebhausen und Lubang neu belebt und die Grundlage für weitere gemeinsame Projekte geschaffen werden.

Der Weg nach Lubang war lang und anstrengend. Nach dem Flug via Hongkong auf die Philippinen ging es von Manila über Nasugbu und anschließend per Schiff weiter nach Lubang. Schon bei der Ankunft zeigte sich, was die Delegation während der kommenden Tage immer wieder erleben sollte: eine außergewöhnliche Offenheit und Gastfreundschaft.

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Großes Interesse am Austausch mit den Gästen aus Ebhausen

Am Hafen wurde die Gruppe mit Musik und Tanz empfangen. Im Rathaus folgte die offizielle Begrüßung durch die Gemeindeverwaltung. Während des gesamten Aufenthalts begegnete die Delegation Menschen, die großes Interesse am Austausch mit den Gästen aus Ebhausen zeigten.

Ein wichtiger Bestandteil der Reise waren deshalb nicht nur Projektbesichtigungen, sondern vor allem Gespräche. Wie gehen beide Kommunen mit den Folgen des Klimawandels um? Welche Lösungen funktionieren unter den jeweiligen Bedingungen? Und was können Ebhausen und Lubang voneinander lernen?

Schulbesuch

Auch ein Schulbesuch stand an.

Gemeinde Ebhausen

Besonders deutlich wurde dies auf der vorgelagerten Insel Cabra. Dort besichtigte die Delegation die mit deutscher Unterstützung entstandene solarbetriebene Trinkwasserversorgung. Die Anlage nutzt Photovoltaik, um Wasser aus großer Tiefe zu fördern. Besonders erfreulich für die Delegation war, dass das ursprünglich umgesetzte Projekt von den Verantwortlichen vor Ort inzwischen selbstständig weiterentwickelt und optimiert wurde.

Unter anderem wurde die Speichermöglichkeit erheblich verbessert: Während die ursprüngliche Lösung nur einen sehr kurzen Weiterbetrieb ermöglichte, kann die Anlage nun für rund fünf Stunden weiterarbeiten. Gerade diese eigenständige Weiterentwicklung ist für die Ebhauser Delegation ein wichtiges Zeichen dafür, dass die Partnerschaft nachhaltig wirkt. Ein gefördertes Projekt wurde nicht lediglich übernommen, sondern vor Ort an die eigenen Bedürfnisse angepasst und verbessert.

Die Philippinen bereiten sich auf die Auswirkungen eines starken El Niño vor

Welche Bedeutung eine zuverlässige Wasserversorgung hat, dürfte sich in den kommenden Monaten besonders zeigen. Die Philippinen bereiten sich auf die Auswirkungen eines starken El Niño vor. Damit verbunden sind Risiken wie geringere Niederschläge, längere Trockenperioden und Wasserknappheit.

Auch auf Cabra ist dies ein konkretes Thema. Bei einer Bürgerinformationsveranstaltung, an der die Ebhauser Delegation teilnahm, informierten Bürgermeister und Fachabteilungen über aktuelle Projekte und Entwicklungen. Vertreter des Katastrophen- und Risikomanagements machten dabei deutlich, dass der Ausbau der solarbetriebenen Wasserversorgung auch dazu beitragen soll, die Bevölkerung besser auf die Folgen von El Niño vorzubereiten.

Wasserförderung künftig mit Solarenergie

Während der Reise wurde bereits über die nächste gemeinsame Idee gesprochen. Im Barangay Maginhawa soll eine weitere Photovoltaik-gestützte Trinkwasserversorgung entstehen. Von ihr soll auch eine angrenzende Berufsvorbereitungsschule profitieren. Die Delegation besichtigte den vorgesehenen Bereich und besprach gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort die Projektidee und die Fördervoraussetzungen.

Dass Lubang zunehmend auf Solarenergie setzt, zeigte sich auch an anderen Stellen. So besichtigte die Delegation unter anderem ein Bewässerungssystem, bei dem eine Photovoltaikanlage den bisherigen dieselbetriebenen Pumpenbetrieb ergänzt und perspektivisch ersetzen soll. Auch auf einer Demonstrationsfarm wurde gezeigt, wie Wasserförderung künftig mit Solarenergie statt ausschließlich mit Diesel erfolgen kann.

Auch in der Landwirtschaft werden neue Wege erprobt

Der Austausch beschränkte sich nicht auf die Wasserversorgung. Die Ebhauser Gäste lernten weitere Ansätze kennen, mit denen Lubang versucht, ökologische und soziale Fragen miteinander zu verbinden. Dazu gehören beispielsweise Recyclingprojekte, bei denen Glas und Kunststoff weiterverarbeitet werden. Auch in der Landwirtschaft werden neue Wege erprobt. Kuhmist wird mithilfe spezieller Würmer zu Dünger verarbeitet. Das soll den Landwirten günstigeren Dünger und bessere Erträge ermöglichen und gleichzeitig zusätzliche Verdienstmöglichkeiten schaffen.

Ein weiterer Schwerpunkt des Besuchs war die Bildung. Die Delegation besuchte die Lubang Integrated School sowie eine Universität und tauschte sich dort mit Verantwortlichen, Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern aus. Von philippinischer Seite besteht der Wunsch, die bisher stark von Klima- und Nachhaltigkeitsthemen geprägte Partnerschaft künftig auch auf den Bildungsbereich auszuweiten.

Die Partnerschaft wird neu bekräftigt

Ein besonderer Moment der Reise war die Unterzeichnung eines neuen Memorandum of Understanding. Damit bekräftigten Ebhausen und Lubang ihren Willen, die Zusammenarbeit fortzuführen und weiterzuentwickeln.

Die Reise diente dabei auch dazu, bestehende Kontakte aufzufrischen und neue persönliche Verbindungen aufzubauen. Auf Ebhauser Seite findet zugleich ein Wechsel der Ansprechpartnerinnen statt: Daniela Schweikardt, die die Partnerschaft bislang begleitet hat, übergibt diese Aufgabe an Mandy Junghanns. „Partnerschaft bedeutet für uns nicht, dass eine Seite gibt und die andere empfängt. Entscheidend ist, miteinander Lösungen zu entwickeln, Erfahrungen weiterzugeben und genauso bereit zu sein, selbst von anderen zu lernen“, beschreibt Bürgermeister Volker Schuler den Ansatz der Zusammenarbeit.

Unterzeichnung Memorandum

Bei der Unterzeichnung des Memorandums.

Gemeinde Ebhausen

Nach mehreren intensiven Tagen und einer erneut langen Rückreise kehrte die Delegation mit zahlreichen Eindrücken nach Ebhausen zurück. Besonders in Erinnerung blieben die Offenheit, Freundlichkeit und große Gastfreundschaft der Menschen auf Lubang und Cabra. Die Reise hat zugleich gezeigt, dass internationale kommunale Zusammenarbeit sehr konkret sein kann.

Und genau darin liegt für Ebhausen der Wert der Partnerschaft mit Lubang: Hilfe dort zu ermöglichen, wo sie gebraucht wird – gleichzeitig aber offen genug zu sein, selbst neue Ideen und Erfahrungen mit nach Hause zu nehmen.