Umspannwerk Jettingen: Modernisierung mit neuer Anbindung

Das Umspannwerk Jettingen bekommt eine neue Anbindung der 380-kV-Leitungen.
PriestersbachSeit einem starken Jahr wird das Umspannwerk vom Übertragungsnetzbetreiber Transnet erweitert. Mit rund 3,5 Hektar ist es die größte Baustelle in der Gäugemeinde. Rund 200 Millionen Euro werden investiert. In gut einem Jahr soll der Neubauteil fertiggestellt werden und mit einem öffentlichen Fest eingeweiht werden. Ab 2026 bis 2031 erfolgt dann im laufenden Betrieb die Erneuerung des bisherigen Umspannwerks.
Für den Betrieb ist eine Anpassung der Leitungseinführung in das Umspannwerk erforderlich. Das Regierungspräsidium Stuttgart hat den Planfeststellungsbeschluss für die Anpassung der Leitungseinführung in das Umspannwerk Oberjettingen jetzterlassen. Der Planfeststellungsbeschluss und die planfestgestellten Unterlagen liegen seit wenigen Tagen zur Einsichtnahme aus. Im Internet sind sie unter https://rps.baden-wuerttemberg.de/service/bekanntmachung/planfestellung/ einsehbar.
Änderungen im Werk sind nicht Gegenstand
Durch das Vorhaben werden die bestehenden 380-Kilovolt-Freileitungen der Leitungsanlage 0318 (Pulverdingen – Oberjettingen), die nördlich des Umspannwerkes (UW) liegt und die südlich zum UW gelegene Leitungsanlage 0335 (Oberjettingen – Engstlatt) neu an das umzubauende UW Oberjettingen angebunden.
Die Änderungen am Umspannwerk Oberjettingen selbst sind nicht Gegenstand der Planfeststellung. Das Umspannwerk soll zukunftssicher gemacht werden. Dabei bedingt der geplante Umbau des UW eine Neuanordnung der Anschlussfelder der Stromkreise. Die Änderungen im Umspannwerk haben eine neue, östlicher liegende Trassenführung und damit auch Änderungen bei den Maststandorten zur Folge. An der zum Werk nördlich gelegenen Leitung 0318 sind keine Arbeiten an den Masten selbst vorgesehen. Es erfolgt eine Änderung der Schutzstreifen entsprechend der neuen Leitungsführung.
„Südlich des UW sollen vier Masten der Bestandsleitung 0335 abgebaut und zwei Masten neu errichtet werden. Die Neubaumasten sind dabei höher als die Bestandsmasten“, teilt das Regierungspräsidium mit.
Maßnahmen zur Landschaftspflege
Für die Errichtung der neuen Masten und die Seilzugarbeiten an allen Masten im betroffenen Leitungsabschnitt würden temporär Flächen als Arbeitsflächen in Anspruch genommen. Um Beeinträchtigungen durch das Vorhaben soweit wie möglich zu vermeiden, beziehungsweise zu minimieren, seien landschaftspflegerische Begleitmaßnahmen vorgesehen. Hierzu gehören laut Regierungspräsidium unter anderem die Einrichtung einer ökologischen Baubegleitung und die Anlage von Grünbrachen als CEF-Maßnahme (Continuous Ecological Functionality) für Feldlerchen.
Zu den CEF-Maßnahmen gehören auch die zeitliche Beschränkung für die Entfernung von Vogelnestern, die Vergrämung von bodenbrütenden Vogelarten sowie Rodungs-, und Bauzeitenbeschränkungen. Zudem seien umfangreiche Maßnahmen zum Schutz des Bodens vorgesehen. Im Planfeststellungsbeschluss wurden auch die Äußerungen der betroffenen Öffentlichkeit und die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange abgewogen.
Die Auslegung innerhalb des Verfahrens erfolgt bis 9. Oktober.