Umfrage im Nordschwarzwald: Was Trump mit dem Handwerk zu tun hat

In weltweiten Krisenzeiten sparen die Bundesbürger und geben ihr Geld allenfalls für Reisen noch vergleichsweise locker aus. Das wirkt sich beispielsweise auf Friseure, Kosmetikerinnen und Uhrmacher aus, die im Handwerk zur Gruppe der personenbezogenen Dienstleistungen zählen.
Simon Kremer/- Handwerkskammer Karlsruhe meldet trotz Preisdruck eine überraschend robuste Lage.
- Einkaufspreise steigen stark: 81 Prozent berichten davon, nur 35 Prozent erhöhen Verkaufspreise.
- Liquidität leidet, 69 Prozent erwarten weiter steigende Einkaufspreise – 40 Prozent höhere Verkaufspreise.
- Personenbezogene Dienstleistungen schwächeln: 38 Prozent sehen eine schlechte Geschäftslage.
- Führung fordert Entlastung aus Berlin und sieht mehr Pessimisten: 28 Prozent rechnen mit Verschlechterung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was US-Präsident Donald Trump entscheidet, hat auch Auswirkungen aufs regionale Handwerk. Das berichtet die Handwerkskammer Karlsruhe in einer Mitteilung. Zum Kammerbezirk gehören die Stadt Karlsruhe und der Landkreis Karlsruhe, die Stadt Pforzheim und der Enzkreis, der Landkreis Calw sowie die Stadt Baden-Baden und der Landkreis Rastatt.
Beispiel: Iran-Krieg. Die Einkaufspreise sind in der Folge für die Handwerkerinnen und Handwerker massiv gestiegen. 81 Prozent berichten aktuell von höheren Einkaufspreisen im Vergleich zum ersten Quartal. Nur 35 Prozent konnten im Gegenzug bei ihrer Kundschaft höhere Verkaufspreise durchsetzen.
Liquidität gerät zunehmend unter Druck
„Die Margen und damit auch die Liquidität geraten zunehmend unter Druck“, bewertet Hauptgeschäftsführer Walter Bantleon die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Karlsruhe, die diese jetzt vorgelegt hat.
Eine Entspannung an der Preisfront ist nicht in Sicht: 69 Prozent der Befragten erwarten auch fürs dritte Quartal steigende Einkaufspreise. 40 Prozent gehen von höheren Verkaufspreisen aus. In weltweiten Krisenzeiten sparen die Bundesbürger und geben ihr Geld allenfalls für Reisen noch vergleichsweise locker aus.
Das wirkt sich beispielsweise auf Friseure, Kosmetikerinnen und Uhrmacher aus, die im Handwerk zur Gruppe der personenbezogenen Dienstleistungen zählen. In dieser sprechen aktuell 38 (Vorquartal: 20) Prozent von einer schlechten Geschäftslage. Befriedigend ist diese für 26 (zuvor: 38) Prozent.
„Wir vermissen aus Berlin weiterhin Taten“
Doch wie steht das Handwerk in der Region insgesamt da? „Nach wie vor überraschend robust“, stellt Bantleon fest. 37 (Vorquartal: 36) Prozent der Befragten bezeichnen ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Ein „befriedigend“ vergeben 36 (38) Prozent. Auf das Urteil „schlecht“ entfallen 27 Prozent – das ist ein Prozentpunkt mehr als in den ersten drei Monaten.
Von solchen Werten können viele Industrie- und Handelskonzerne derzeit nur träumen. Wirtschaft sei zu 50 Prozent Psychologie, hat bereits der Vater des deutschen Wirtschaftswunders, Ludwig Erhard, festgestellt. Wenn nun auch die Scharmützel in der Straße von Hormus aufhören, könnte das die Stimmung auch im regionalen Handwerk positiv verändern. Dies dürfte zudem der Fall sein, wenn die Bundespolitik Vorhaben in Gesetze gießt.
Darauf pocht Karsten Lamprecht, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe. „Wir vermissen aus Berlin weiterhin Taten, damit die Handwerksbetriebe und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter effizient entlastet werden. Zwar liegen viele Vorschläge auf dem Tisch, es fehlt mir aber der Fortschritt, der den Betrieben hilft. Das Handwerk ächzt weiter unter einer immens hohen Steuer- und Abgabenlast.“
Zahl der Pessimisten hat zugenommen
Aktuell erwarten laut Konjunkturumfrage 15 (zuvor: 30) Prozent der Handwerkerinnen und Handwerker, dass sich die Geschäftslage verbessern wird. 57 (48) Prozent gehen von einer unveränderten Situation aus. Deutlich zugenommen hat mit 28 (22) Prozent die Zahl der Pessimisten.
Das zeige den Handlungsdruck, so Lamprecht weiter. Die Handwerkskammer Karlsruhe ist Partnerin von knapp 20.900 Betrieben mit rund 114.000 Beschäftigten. Die Betriebe erzielten zuletzt einen Jahresumsatz von 18,2 Milliarden Euro.