Handwerk im Kreis Calw: Kreishandwerksmeister Uwe Huber: „Wir brauchen Leute, die zupacken können“

Viele Schüler konnte Landrat Helmut Riegger zur Klima-Challenge im Polarion begrüßen.
KraushaarSechs Schulklassen haben an unterschiedlichen Aufgaben teilgenommen, bei denen sie für die Energiewende relevanten Handwerke kennenlernen konnten.
Das Landratsamt Calw mit Landrat Helmut Riegger, seinem Stellvertreter Frank Wiehe und Sandra Hinke, Leiterin der Klimaleitstelle beim Landratsamt an der Spitze, versucht mit dieser Aktion dem Handwerk bei der Suche nach Auszubildende unter die Arme zu greifen. Vor allem die arbeitsintensiven Berufszweige aus den Bereichen Holz (Zimmerleute), Fassade (Gipser), Fensterbau (Glaser), Sanitär- und Heizungsbranche sowie Energie und Gebäudetechnik suchen händeringend nach Facharbeitern.
Vor Ort Probleme lösen
„Fach – ja, aber wir brauchen vor allem auch Leute, die arbeiten und zupacken können“, machte Kreishandwerksmeister Uwe Huber deutlich. Praktiker stünden bei den verschiedenen Gewerken heute hoch im Kurs. Gesucht werden Menschen, die vor Ort Probleme erkennen – und lösen können. Der Idealfall sei natürlich ein Bindeglied zwischen den Meistern und den Auszubildenden. „Diese Gattung bricht aktuell weg, sie sucht mit zunehmendem Alter die bequemeren Wege in der Wirtschaft“, erklärte Huber.
Mit ein Grund, die Werbung um Auszubildende zu intensivieren, damit die sich abzeichnenden Lücken geschlossen werden können. „Das Handwerk hat goldenen Boden und wird immer gebraucht, in Zukunft mehr denn je, weil sich die Gewerke immer mehr spezialisieren“, erklärte Karsten Lamprecht, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe.
Möglichkeit der Betriebsnachfolge
Auch in Sachen Verdienst habe das Handwerk aufgeholt, dazu kommt der Reiz der Chance auf Selbstständigkeit bis hin zu einer Betriebsnachfolge. „Ich bin über meinen Opa in den Betrieb gekommen“, so Michael Warnecke, heute Geschäftsführer der Firma Bäuerle Heiztechnik in Schömberg. „Machen Sie es, schauen Sie sich die Berufe an, lernen Sie die Menschen, die hinter der Arbeiten stehen, kennen, entschließen Sie sich für einen Ferienjob“, rief er zu Praktika auf.
Aufgaben lösen und Berufe kennenlernen
An Beispielen fehlte es im Polarion nicht. Die Innungsobermeister der Gewerke hatten mit Unterstützung von Lehrlingen, Mitarbeitern bis hin zu Handwerksmeistern verschiedene Stationen aufgebaut, an denen die Schüler in kleinen Wettbewerben Aufgaben lösen mussten und dabei die Berufe kennenlernen konnten.
„Hier können Sie Klima hautnahe erleben“, machte Landrat Helmut Riegger für die erste Station Elektrohandwerk in Verbindung mit Einsparung, Speicher-Ladetechnik bis Photovoltaik Werbung. Nach seiner Einschätzung wichtig: „Energie da erzeugen, wo wir sie auch brauchen.“ Der Eindruck, den die Klima Challenge vermittelte, war eindeutig: Die Chancen im Handwerk auch vor Ort sind nicht nur groß, sondern auch extrem vielseitig.