Turnier in Ebhausen: Sie suchen wieder die Meister des Eisstocks

Vorstand Dirk Schulz vor der Hütte der Ebhäuser Eisstockschützen
Sebastian BernklauSie sind erst 35 Jahre alt, doch sie haben schon jede Menge erlebt – im Positiven wie im Negativen. 1990 entwickelte sich aus einem in der „Traube“ beheimateten Ebhäuser Kegelclub heraus eine Gruppe Eisstockschützen, die letztlich als Unterabteilung beim 1898 gegründeten TV Ebhausen unterkamen. Direkte Konkurrenz haben sie in der Region keine. Die Entfernung zum nächsten Eisstockverein ist recht groß. In ganz Baden-Württemberg gibt es nur 35 Vereine.
Einen eigenen Platz hatten sie in den Anfangszeiten noch keinen. Ihre ersten Stöcke haben sie auf einem Parkplatz geschoben – unweit des Areals, auf dem sie heute ihre Heimat haben. In unmittelbarer Nähe zum Sportplatz, wo damals so etwas wie ein Festplatz existierte. Man baute sich dort einen Platz auf, mit einer Material- und Aufenthaltshütte. Und neben den ersten sportlichen Erfolgen veranstaltete man auch die ersten Jedermann-Turniere.
„Wir mussten tatsächlich von Null anfangen“
Im Jahr 2002 kam dann der Schicksalsschlag für die kleine Abteilung: Ein Feuer vernichtete Hütten und Material. „Da war alles platt“, erinnert sich Eisstock-Vorstand Dirk Schulz. „Wir mussten tatsächlich von Null anfangen“, weiß Schulz. „Wir mussten alles komplett neu aufbauen.“

Die Spielbahnen der Ebhäuser Eisstockschützen
Foto: SchulzUnd das auch noch aus eigener Kraft. Finanzielle Zuschüsse gab es keine. Man löste es über „horrende Beiträge“, die Solidarität anderer Vereine und über Events wie das Jedermann-Turnier, das in diesem Jahr zum 33. Mal zum Sommer-Terminkalender in Ebhausen gehört.
Teams kommen auch aus der näheren Umgebung
Stattfinden wird das Turnier am 12. und 13. Juli auf dem inzwischen wieder komplett hergerichteten Vereinsgelände mit schmucker Hütte und sechs Bahnen, die 30 Meter lang und drei Meter breit sind. Die Abspiel- und Zielfelder sind drei auf sechs Meter.

Die Stimmung beim Jedermann-Turnier ist immer bestens – hier die Sieger des Jahres 2023.
Foto: SchulzAuf das Turnier können sich die insgesamt 32 gemischten und sechs Damenmannschaften bei Trainingsabenden auf dem Gelände vorbereiten – und das in ausgesprochen gemütlicher und kameradschaftlicher Atmosphäre. Die Teams kommen dabei nicht nur aus Ebhausen, auch aus der Umgebung haben sich Teams gemeldet – aus Haiterbach, Wildberg oder auch Rohrdorf.
Vorrunde beginnt am Samstag um 9 Uhr
Nachwuchsprobleme scheint es beim Jedermann-Turnier der Eisstockschützen nicht zu geben. Inzwischen sei sogar der Nachwuchs von früheren Teilnehmern mit neuen Teams am Start. Wenn beim Jedermann-Turnier dann sogar neue Mitspieler für die Profi-Mannschaften bei rumspringen, ist man bei der Abteilung auch nicht böse, so Vorstand Schulz.

Beim Turnier sind auch reine Frauenteams mit am Start.
Foto: SchulzGespielt wird am Samstag die Vorrunde. Die beginnt um 9 Uhr und dauert bis etwa 19 Uhr. Am Sonntag geht es ebenfalls ab 9 Uhr mit der Zwischenrunde der Mixed-Mannschaften und einer weiteren Vorrunde der Damen weiter, bevor es ab 15 Uhr mit Achtel-, Viertel- und Halbfinale weiter geht. Die Endspiele sind für 17.45 und 18.15 Uhr terminiert. Insgesamt finden an diesen zwei Tagen 222 Partien statt.
Für das Team der Eisstockschützen sind diese beiden Tage Großkampftage. 25 bis 30 Leute sind dann durchgängig im Einsatz. Doch der Einsatz lohnt sich jedes Jahr.
An jedem ersten Samstag im September, dieses Jahr am 6. September, folgt dann auf dem Gelände noch das beliebte Duo-Turnier.
Info
Eisstocksport
Der Eisstocksport wird nicht nur in vielen Ländern Europas betrieben, sondern auch in Nord- und Südamerika, Australien, Afrika und Asien. Alle Nationen haben sich der Internationalen Föderation Eisstocksport (IFE) angeschlossen.
Die Teams
Aktiv spielen aktuell zwei Jugendmannschaften U19, eine Damenmannschaft sowie zwei Herrenmannschaften im Ligawettbewerb und der Führung des Eissportverbandes BW. Die Region Südwest erstreckt sich von Mannheim bis zum Bodensee.
Das Sportgerät
Das moderne Wettkampfgerät besteht aus dem Stockkörper, verschiedenen Laufsohlen und dem Stiel. Der komplette Eisstock hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 4,3 Kilogramm. Auf Eis sind die Laufsohlen aus Gummi und auf Asphalt aus Kunststoff. Je weicher die Mischung des Materials, desto „strenger“ geht die Laufsohle im Wettkampf.