Turnier in Ebhausen: Eine Bogenlänge macht den Unterschied

Rekordbeteiligung: Am mittelalterlichen Bogenturnier in Ebhausen nahmen 24 Schützen teil.
Helmut SpathelfMit einer Rekordbeteiligung von 24 mittelalterlich gekleideten Bogenschützen wurden die Organisatoren belohnt. Unter den Kämpfern war, wie auch in den Robin-Hood-Geschichten, ein Mönch, Bruder Timo vom Hohenzollern, ebenso einige Kumpane von Robin Hood selbst und ein paar stilvoll gekleidete „Weiberleut“.
Schon bald flogen die Pfeile über den Turnierplatz an der Nagold, und zu Beginn trafen alle das Ziel. Als sich aber die Entfernung zum Ziel ständig vergrößerte, war das nicht mehr so einfach. So lichteten sich die Reihen der Kämpfer nach und nach.
In Runde 17, bei der Distanz von 210 Fuß (das sind mehr als 60 Meter) - musste als Vorletzter Albrecht der Franke das Feld räumen. Übrig blieb der Pfalzgraf Alexander von Weiler, dessen letzter Pfeil nochmals traf.
Langbogen als Wanderpreis
So wurde Alexander zum gefeierten Turniersieger. Er erhielt den Wanderpreis in Form eines Langbogens und eine mittelalterlich gestaltete Urkunde mit dem Text: „Ewiglich währender Ruhm solle Euch gewiss seyen“.
Einen weiteren Preis gab es für den Jungschützen Mattis von Emmingen ebenso wie für Tamara vom Fuchswald, die bei diesem Wettbewerb als „Trefflichste unter den hochedlen Damen“ im Gesamtfeld den dritten Platz belegt hat.
Suppe vom offenen Feuer
Schon vor dem Wettkampf wurde stilgerecht über dem offenen Feuer im großen Kessel eine kräftige Suppe bereitet und auch ein Wettbewerb im „Flu-Flu-Schießen“ stand noch auf dem Programm. Da mussten die Kämpfer mit einem Pfeil mit großer Befiederung mit einem indirekten Schuss hoch in die Luft einer Fahne so nahe wie möglich kommen. Nicht ganz einfach, wenn die Fahne nicht zu sehen und rund 60 Meter entfernt ist.
Da sicherten sich der Pfalzgraf Alexander von Weiler und Helmut von Wöllhausen einen Platz im Finale. Der letzte entscheidende Pfeil des Wöllhäusers landete nur eine Pfeillänge neben der Fahne und brachte ihm den Sieg. Eine weitere Bogenlänge davon entfernt steckte der Pfeil des Pfalzgrafen.