Rückkehr in den Gastraum: Eine alte Wanduhr als Nagolder Zeitzeugin

Ein Gruß aus der Vergangenheit: Die alte Wanduhr im Seniorentreff Mohren.
Heiko HofmannZeitzeugen zu treffen, das erwartet man ja in einem Seniorentreff. Menschen kommen da zusammen, die viel zu erzählen haben aus ihrem langen Leben.
Doch es sind nicht nur die Menschen, die aus einer anderen Zeit berichten können. Im Seniorentreff Mohren ist es auch eine dunkelbraune Wanduhr aus Holz.
Für heutige Verhältnisse ist die Uhr recht auffällig, doch wer noch Großmutters alte Schrankuhr kennt, bei dem hält sich die Ehrfurcht in Grenzen.
Die Uhr hat eine kleine Geschichte zu erzählen
Das besondere an dem Stück – es hat eine kleine Geschichte zu erzählen. Die Uhr sieht zwar so aus, als würde sie schon immer zum Inventar der alten Gaststätte gehören. Doch eigentlich ist sie erst im März dieses Jahres dort aufgehängt worden. Und damit an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt.
Auf der Wanduhr liegt ein Umschlag, und in dem befindet sich ein kurzer Brief. Und der gibt Auskunft über die Hintergründe der Rückkehr der alten Wanduhr in den „Mohren“.
Denn die diente einst als Bezahlung. Das war in der Zeit, als der Mohren noch ein Gasthaus war. Der frühere Wirt Christian Moser übergab die Uhr wohl einst an einen Handwerker in direkter Nachbarschaft: Christian Günther aus der Bahnhofstraße 8. „Soweit für uns bekannt ist, war diese Uhr eine Gegenleistung für erbrachte Handwerkerleistung“, ist in dem Briefchen zu der Uhr zu lesen.
Einen schönen Platz gefunden
Der Brief stammt von der Enkelin des Handwerkers, die gemeinsam mit ihren Brüdern beschlossen hatte, die Uhr dem Seniorentreff nun zurückzugeben. „Ich hoffe die Uhr findet einen schönen Platz im Mohrentreff!“, heißt es weiter.
Hat sie, gleich neben der Eingangstür in den Gastraum.
