Petition in Nagold
: Warum Jimmy Liebermann jetzt jede Unterstützung gebrauchen kann

Der Nagolder Jimmy Liebermann ist unzufrieden: Mithilfe einer bundesweiten Petition möchte er fairere GEZ-Regelungen für Menschen mit Behinderungen erreichen.
Von
Manuel Virág
Oberndorf
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Der Nagolder Jimmy Liebermann hat eine bundesweite Petition ins Leben gerufen. Dafür hat er mithilfe seiner Freunde extra Flyer angefertigt.

Manuel Virág

Das Leben mit einer Behinderung ist meist nicht nur eine körperliche Herausforderung; auch finanzielle Hürden fallen den Betroffenen oftmals zur Last. Der Nagolder Jimmy Liebermann möchte nun mit einer bundesweiten Petition dafür sorgen, dass die Rundfunkgebühren (GEZ) für Menschen mit Behinderungen gerechter angepasst werden.

Liebermann selbst hat auch mit einer körperlichen Behinderung zu kämpfen. Durch einen Ärztefehler ist er seit seiner Geburt in Bewegung und Sprache eingeschränkt. Dennoch sieht man ihn oft in seinem Rollstuhl durch die Nagolder Innenstadt fahren, von Inaktivität keine Spur.

Im Jahr 2016 veröffentlichte Liebermann sogar ein eigenes Buch mit dem Namen „Ich trotze meinem Handicap und genieße das Leben“, in welchem er über sein Leben mit der Behinderung berichtet.

Eine finanzielle Belastung

Besonders für Menschen mit Behinderung, die häufig bereits mit zusätzlichen Kosten, beispielsweise für Pflegebetreuung oder Hilfsmittel zur Mobilität, belastet sind, stelle die GEZ eine weitere finanzielle Belastung dar, erklärt Liebermann in seiner Petition.

Über einen Link oder einen QR-Code auf den extra für die Petition erstellten Flyern kann die Petition online aufgerufen werden.

Foto: Manuel Virág

Zwar gebe es derzeit eine Möglichkeit der Gebührenbefreiung beim Vorliegen eines Schwerbehindertenausweis, jedoch würden die Belege der Antragsteller von den Behörden oftmals als unzureichend eingestuft, berichtet Liebermann.

Zudem seien zahlreiche Menschen mit Behinderung von der vollen Teilhabe am Rundfunk- und Medienprogramm ausgeschlossen, beispielsweise durch fehlende Untertitel oder zu komplizierter Sprache.

Das fordert die Petition

Liebermanns Appell an den Deutschen Bundestag und den ARD- und ZDF-Beitragsservice beinhaltet deshalb einige Anpassungsvorschläge. Die Petition fordert eine vollständige Befreiung für alle Menschen mit Behinderung, die nachweislich über ein geringes Einkommen verfügen oder durch die Behinderung finanziell stark belastet sind.

Personen mit Behinderung, die zwar über ein geringes Einkommen verfügen, jedoch die Voraussetzungen für eine vollständige Befreiung nicht erfüllen, sollen zumindest teilweise ihre Beiträge reduziert bekommen.

Die öffentlich-rechtlichen Programme sollen außerdem barrierefreier gestaltet werden, beispielsweise durch leichtere Sprache oder Audio-Beschreibungen. Die Antragsstellung zum Zugang zu den neuen Regelungen soll unkompliziert und unbürokratisch ablaufen, heißt es in der Petition weiter.

Bisher 3193 Unterschriften

Liebermanns Petition hat zum aktuellen Stand circa 3193 Unterschriften. Um die Petition bei den Bundesbehörden einreichen zu können, benötigt der Nagolder 10 000 Unterschriften in einem Zeitraum von vier Wochen, erläutert er.

Dafür hat der 52-Jährige zusammen mit seinen Freunden eigene Flyer angefertigt, auf denen Interessierte die Petition sowohl durch einen QR-Code als auch über einen Link Online erreichen können. Die Flyer sind unter anderem im Nagolder „YOUZ“ und im „Awakeshop“ in der „AWA-Villa der Musik“ im Burgcenter ausgelegt.

Alternativ kann die Petition unter https://chng.it/TzyB5T7gGj aufgerufen werden. Das Thema solle bei den Leuten ins Gespräch gebracht werden, erhofft sich Liebermann. Für jede Unterstützung ist er dankbar.

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