Lückenschluss im Radwegenetz
: Für diesen Radweg versetzt die Stadt Nagold sogar Bäume

Die Arbeiten für die Verlängerung eines Radwegs auf dem Wolfsberg in Nagold sind vergeben. Waldflächen müssen dafür weichen. Doch einige Bäume wurden auch gerettet und mitsamt Erdballen sowie Wurzelwerk versetzt.
Von
Heiko Hofmann
Nagold
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Gespannte Gurte stabilisieren die frisch versetzten Bäume auf dem Wolfsberg bei Nagold.

Gespannte Gurte stabilisieren die frisch versetzten Bäume auf dem Wolfsberg bei Nagold.

Heiko Hofmann
  • Nagold verlängert den Radweg von Vollmaringen zum Industriegebiet Wolfsberg.
  • Der Gemeinderat vergab die Bauarbeiten für knapp 500.000 Euro einstimmig.
  • Statt im Kreisel zu queren, führt der Radweg talseitig um den Kreisverkehr.
  • Für den Bau wird Wald umgewandelt – dafür lief ein offizielles Verfahren.
  • Mehrere große Bäume wurden mit Erdballen versetzt, Anwachserfolg laut Stadt fast 100 Prozent.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was wurde über dieses Stückchen Radweg nicht schon diskutiert! Wobei sich in der Sache eigentlich alle einig sind. Der Radweg von Vollmaringen sollte in Richtung Industriegebiet Wolfsberg verlängert werden. Das ist gemeinsamer politischer Wille.

Seit vielen Jahren steht die Forderung dieses Lückenschlusses im Raum. Wobei es bei aller Einigkeit da schon auch einige Themen zu besprechen gab,  wie zum Beispiel die genaue Wegeführung. Auch die Finanzierung musste geregelt sein. Und dann war da ja auch noch das Problem mit dem Wald: Führt man den bestehenden Radweg nämlich einfach fort, so verläuft er am Straßenrand durch städtisches Waldgebiet.

Die Kreisstraße nach Vollmaringen bekommt am Waldrand rechts eine Fortsetzung des Radwegs.

Die Kreisstraße nach Vollmaringen bekommt am Waldrand rechts eine Fortsetzung des Radwegs.

Heiko Hofmann

Das machte wiederum einen offiziellen Antrag auf Waldumwandlung notwendig. Und offensichtlich beinhaltet solch ein Verfahren einige bürokratische Hürden. Nagolds OB jedenfalls hatte sich in der damaligen Sitzung Ende des Jahres 2025 kritisch geäußert: „Wegen rund 600 Quadratmetern Waldfläche braucht es ein Waldumlegungsverfahren. Leute, macht doch irgendwo eine Bagatellgrenze.“

Nun kann der nächste Schritt erfolgen. „Wir wollen das jetzt vollends abschließen“, macht Nagolds OB in der Sommersitzung des Gemeinderats deutlich. Und der Gemeinderat stimmte der Vergabe der Bauarbeiten für knapp 500.000 Euro zu. Einstimmig.

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Detailfragen gab es dennoch zu klären. Unter anderem jene nach der Querung des Kreisverkehrs. Der Radweg wird nun nicht im Kreisel direkt weitergeführt, sondern verläuft auf der Talseite knapp um den Kreisel herum, und führt dann direkt auf den bestehenden Radweg zum Wolfsberg. Alternativen hat die Stadtverwaltung geprüft, zum Beispiel auch auf der anderen Straßenseite. Doch letztlich ist diese Lösung im Zusammenspiel mit dem Straßenbauamt als die beste auserkoren worden.

Große Bäume werden nicht gefällt

Vor einigen Wochen fanden an Ort und Stelle übrigens schon recht spektakuläre Vorarbeiten statt. So wurden mit Spezialgerät einige Bäume zum Straßenrand hin versetzt. Auf Instagram hatte Nagolds OB dazu ein Video gepostet, das die aufwendigen Umzugsarbeiten zeigt.

Damals schrieb Großmann: „Große Bäume benötigen viele Jahre, um zu wachsen. Deshalb setzen wir auf den Erhalt des wertvollen Bestandes und verpflanzen die Bäume an einen neuen Standort, anstatt sie zu fällen. So schaffen wir Platz für den neuen Radweg und leisten gleichzeitig einen Beitrag zum Natur- und Klimaschutz.“

Gut bandagiert: Auf dem Wolfsberg wurden ganze Bäume versetzt.

Gut bandagiert: Auf dem Wolfsberg werden ganze Bäume versetzt.

Heiko Hofmann

Die Stadt Nagold hat dieses Verfahren schon öfter angewandt. Dabei kommt eine Spezialfirma zum Einsatz, die den großen Baum mitsamt bis zu drei Meter breitem Erdballen und Wurzelwerk ausgräbt, zum neuen Standort transportiert und dort in eine vorbereitete Pflanzgrube wieder einsetzt.

Zu erkennen sind solche versetzten Bäume noch eine Zeit lang daran, dass sie mit Gurten im Erdreich verankert sind, bis der Wurzelballen wirklich wieder fest verwachsen ist. Nach Angabe der Stadt Nagold liegt der Anwachserfolg bei dem Verfahren bei nahezu 100 Prozent.