Konzertreise kommt gut an
: Evangelische Kantorei Nagold singt in der Pfalz und im Elsass

Die evangelische Kantorei Nagold begab sich auf Konzertreise. Auch auf fremdem Terrain wussten die Sängerinnen und Sänger zu überzeugen.
Von
red/pm
Nagold/Bad Dürkheim
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Der Chor der Nagolder Kantorei konzertiert in der Marktkirche Bad Bergzabern.

Der Chor der Nagolder Kantorei konzertiert in der Marktkirche Bad Bergzabern.

Markus Behr
  • Evangelische Kantorei reiste nach Bad Dürkheim und Wissembourg – zwei Konzerte und ein Gottesdienst.
  • Programm mit Chor und Orgel: Werke u. a. von Nysted, Fünfgeld, Schubert, Tambling und Boyce.
  • Annika Dautel dirigierte und sang solistisch, da Eva-Magdalena Ammer ausfiel.
  • Julian Heinz spielte Orgelwerke von Muffat und Mozart und wird kirchenmusikalischer Assistent.
  • Ausblick: Mitwirkung am Bruckner-Requiem am Ewigkeitssonntag möglich, Proben mittwochs in Nagold.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

An den ersten vier Sommerferientagen war die Evangelische Kantorei wieder auf ihrer traditionellen Konzertreise. Schon seit längerem hatten Kirchenmusikdirektorin Eva-Magdalena Ammer, Kantorin Annika Dautel und Silvia Kovacs-Gmeiner alles im Detail geplant.

Ziel war dieses Mal Bad Dürkheim, wo die Sängerinnen und Sänger ein erstklassiges Hotel mit Pool und direkt am Kurpark bezogen hatten.

Schon auf der Hinfahrt besuchte die Kantorei das Hambacher Schloss, wo 1832 erste demokratische Grundsätze formuliert wurden. Wie das Wort „Konzertreise“ sagt, gab es nicht nur Stadtführungen in Bad Dürkheim und im elsässischen Wissembourg, sondern auch an beiden Orten inhaltsgleiche Konzerte.

In der katholischen Ludwigskirche hatte Kantor Michael Orth – im Hauptberuf Zahnarzt – vor Ort alles gemanagt. Eine große Zahl von Zuhörerinnen und Zuhörern fand den Weg in die Ludwigskirche in Bad Dürkheim und lauschte dem sehr vielfältigen und aufeinander abgestimmten Chor- und Orgelprogramm.

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Julian Heinz, zukünftiger Nagolder Kirchenmusikassistent, war mitgefahren und brillierte mit der zwölften Toccata des frühbarocken Meisters Georg Muffat und dem sehr filigranen „Andante für Orgelwalze“ von W. A. Mozart.

Einzug mit einem Halleluja von William Boyce

Der Chor zog mit einem Halleluja von William Boyce ein und begann das eigentliche Programm mit dem modernen, teilweise fünfstimmigen „Laudate Dominum“ von Knut Nysted.

Das „Gloria“ aus der Psalmenmesse von Traugott Fünfgeld schloss sich an. Regine Fischer, Pianistin und Chorsängerin, hatte den Klavierpart im rhythmisch vertrackten Stück übernommen, Thomas Kalmbach, Klarinette, ergänzte den Satz mit häufig fanfarenartigen Einwürfen und Nebenmelodien. Annika Dautel hatte neben dem Dirigat auch noch die Sologesangsstimme übernommen, eine Herausforderung, die sie mit Bravour meisterte. Denn leider konnte KMD Eva-Magdalena Ammer aus gesundheitlichen Gründen nicht mitgehen.

Dass Franz Schubert den 23. Psalm für Chor und Klavier vertont hat, ist den wenigsten bekannt. Eine diffizile Harmonik, sängerische Extremlagen und unzählige dynamische Nuancen forderten den Chor bis aufs Äußerste. Die etwa 45 mitgereisten Sängerinnen und Sänger meisterten sämtliche musikalischen Klippen souverän.

„Du meine Seele singe“

„Du meine Seele singe – Chante mon âme, chante“ war das Programm überschrieben. Bernd Stegmann hat eines von Mendelssohns „Lieder ohne Worte“ zu einem Lied mit Worten – „Du meine Seele singe“ – umgearbeitet. Natürlich durfte auch der traditionelle Choralsatz von Georg Ebeling  gesungen auf Deutsch und Französisch und mit Sopran-Überstimme „garniert“ – nicht fehlen.

Dass die Nagolder Kantorei ihrer Zeit manchmal voraus ist, zeigte sich bei zwei der folgenden Lieder, die vermutlich im kommenden neuen Gesangbuch enthalten sein werden: „Die Sonne sinkt ins Meer“ (aus Island), „Abend ward, bald kommt die Nacht“ und der Kanon „O Herr, mein Gott“. „Komm Trost der Welt“ von Christian Lahusen, mit einem Text von Joseph von Eichendorff, schloss das Programm fast schon ab. Das große Finale war ein modernes „Laudate, Dominum“ von Christopher Tambling, ein beeindruckendes Werk für Chor und Orgel. Das zahlreich erschienene Publikum, sowohl in Bad Dürkheim als auch in der „Eglise Saint-Jean“ in Wissembourg, bedankte sich bei der Kantorei mit wahren Beifallsstürmen am Ende beider Konzerte.

Immer wieder Zwischenapplaus

Traditionell umrahmt die Kantorei am letzten Reisetag immer einen Gottesdienst. Kantor Wolfgang Heimann hatte die Sängerinnen und Sänger in die Marktkirche in Bad Bergzabern eingeladen. Dekan Dietmar Zoller predigte im positiven Sinne „protestantisch“, die Kantorei sang an sehr vielen Stellen, immer wieder gab es – während des Gottesdienstes – Zwischenapplaus.

Einen großen Anteil am Erfolg hatte der „Reiseorganist“ Julian Heinz, der zusätzlich zum abgeschlossenen Kirchenmusikstudium auch noch einen Master im Orgelspiel und in Orgel-Improvisation hat. Ab Oktober wird er ein Jahr lang kirchenmusikalischer Assistent in Nagold werden.

Vorstellbar sind die Chorreisen nicht ohne Busfahrer Markus Behr, der seit über dreißig Jahren die Sommertouren der Kantorei übernimmt und sein Gefährt immer wieder millimetergenau auch durch engste Gassen manövriert.

Ausblick: Einstieg vor dem nächsten Projekt ist noch möglich

Wer jetzt Lust bekommen hat, wieder einmal zu singen: Zum nächsten Großprojekt, Anton Bruckners Requiem d-Moll, mit Kantorei, Solistinnen, Solisten und Orchester am Ewigkeitssonntag, 22. November 2026, 18 Uhr, gibt es noch die Möglichkeit, einzusteigen.

Proben gibt es immer mittwochs um 19:30 Uhr im Zellerstift in Nagold, Lange Straße 17, und für ein so großes Werk steht sicher auch ein Probenwochenende an. Nähere Auskünfte erteilt das Bezirkskantorat, KMD Eva-Magdalena Ammer, Telefon 07452/817091, E-Mail Bezirkskantorat.Nagold@elk-wue.de.