Jubiläum in Jettingen
: So alt ist die Mauritiuskirche Sindlingen bereits

Ein besonderes Jubiläum begeht die evangelische Kirchengemeinde in Jettingen mit Festgottesdienst, Worship Night und Vortrag.
Von
(aba)
Oberndorf
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Die Mauritiuskirche Sindlingen

Baum

Das 750-Jahr-Jubiläum der Mauritiuskirche Sindlingen wurde kürzlich mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Kirchencafé gefeiert. Den Festgottesdienst gestaltete Pfarrer Michael Lang – in seiner Predigt betonte er, dass Kirchen „heilige Orte der Begegnung“ seien – auch und gerade mit Gott. Heilige Orte wie beispielsweise Kirchen oder Kapellen seien wichtig, um Gott und Jesus begegnen zu können.

In der kleinen Mauritiuskirche in Sindlingen sei schon oft Abendmahl gefeiert worden – mit dem Kelch, den Franziska von Hohenheim gestiftet hatte. Die Mauritiuskirche sei „ein Ort, von dem viel Segen ausgeht“, so Pfarrer Lang. Glaube müsse wach gehalten werden, was in einer Kirche wie der Mauritiuskirche gut gelingen kann – sie sei ein Ort, an dem man sich an Gott wenden kann. Beliebt sei die Mauritiuskirche etwa für Tauffeiern, für Hochzeiten oder auch Goldhochzeiten.

Historiker referiert zum Jubiläum

Für den November ist eine Worship Night geplant, zudem gibt es einen Vortrag zu 750 Jahre Mauritiuskirche, der am 2. November um 17 Uhr stattfinden wird. Der Historiker Tilmann Marstaller wird dann zum Jubiläum referieren. Der historische Vortrag wird in Kooperation mit der VHS Jettingen organisiert.

Heutige Kirche aus dem 16. Jahrhundert

Die heutige Mauritiuskirche stammt aus dem 16. Jahrhundert – doch wurde eine Kirche in Sindlingen erstmals viel früher, nämlich im Jahr 1275 urkundlich erwähnt und bezeugt. Der jetzige Bau der Mauritiuskirche stammt aus dem 15. oder 16. Jahrhundert, und die gegenwärtige Gestaltung des Innenraums mit der schönen Barockstuckdecke geht auf das späte 18. Jahrhundert zurück.

Kauf zum symbolischen Preis von 50 D-Mark

Da es bei der Aufteilung der Domäne Sindlingen im Jahr 1954 keine Verwendung für die Kirche gab, kam die schöne Schlosskapelle an die Evangelische Kirchengemeinde Unterjettingen. Den Kauf vermittelte der damalige Unterjettinger Bürgermeister August Leucht – zu einem symbolischen Preis von 50 D-Mark. Eine erste geringfügige Renovierung fand 1958 statt, und eine umfangreichere Sanierung erfolgte dann in den Jahren 1978 und 1979.

Chorfenster zeigt zwei Wappen

Im Innenraum der Mauritiuskirche sieht der Besucher etliche Erinnerungen an die vergangene Geschichte Sindlingens. So zeigt ein Blick auf das Chorfenster zwei Wappen. Zum einen eine nur in der Mauritiuskirche zu sehende Kombination des württembergischen Landeswappens und ein speziell für Franziska von Hohenheim geschaffenes Wappen. Das zweite Wappen ist jenes des Andreas von Bernerdin und seiner Familie, die von 1640 bis 1782 die Landesherren von Sindlingen waren.

Zudem sieht man im Innenraum an einer Wand des Kirchenschiffs fünf Grabplatten – unter anderem eine Grabplatte des Barons Siegfried Ehrenreich, Baron von Bernerdin. Bei einer grundlegenden Sanierung der Kirche 1978/79 wurden unter dem Fußboden der Kirche fünf Gräber entdeckt – man nimmt an, dass diese Gräber im Zusammenhang mit den Grabsteinen stehen. In den Gräbern fand man damals aber keine Gebeine der Bestatteten mehr.

Zudem ist eine Gipsbüste der Franziska von Hohenheim zu sehen – sie war die berühmteste Besitzerin von Sindlingen und lebte von 1748 bis 1811. Die Büste soll um 1804 entstanden sein. Franziska von Hohenheim war mit dem württembergischen Herzog Karl Eugen verheiratet. Einer Stiftung von ihr sind die wertvollen Abendmahlsgeräte zu verdanken, die auf dem Altar der Mauritiuskirche Sindlingen bei den Abendmahlsfeiern gezeigt werden.

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