Hochdorfer Hopfengarten
: Der Anbau bleibt jedes Jahr spannend

Hopfen ist fürs Bierbrauen unverzichtbar – und für die Hochdorfer Kronenbrauerei seit Jahrzehnten durch den eigenen Hopfengarten mehr als nur Zutat. Reine Routine ist der Anbau nie.
Von
Markus Katzmaier
Oberndorf
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Hopfenbauer Jörg Peter Pielen und Katharina Haizmann, Juniorchefin der Kronenbrauerei, begutachten die neue Ernte.

Katzmaier

Anfang bis Mitte September ist in Hochdorf Hopfenzeit. Dann wird die Ernte aus dem brauereieigenen Hopfengarten, der gut sichtbar von Nagold aus gesehen am Ortseingang von Hochdorf gelegen ist, eingebracht.

„Seit 1993 gibt es den Hopfengarten schon“, sagt Katharina Haizmann, Juniorchefin der Kronenbauerei. Die Idee sei ihrem Vater, Eberhardt Haizmann, in einer Bierlaune gekommen. Und seitdem hält die Brauerei am Anbau fest.

Aus Sicht der Rohstoffbeschaffung wäre die Brauerei nicht wirklich darauf angewiesen. Aber neben der liebgewonnen Tradition passt es zur Philosophie, Rohstoffe vor Ort zu beziehen – so wie das Getreide durch die von Hochdorfer selbst ins Leben gerufenen Initiativ „RegioKorn“. Sie schafft die Möglichkeit, Braugerste und -weizen zu fairen Bedingungen direkt für die Hochdorfer Biere zu beziehen.

Mit dem eigenen Hopfenanbau decke man etwa 70 Prozent des Bedarfs, erklärt Katharina Haizmann. Angebaut wird die Sorte Hallertauer Tradition.

Von Aroma und Bitterstoffen

Er fällt in die Kategorie Aromahopfen. Der Unterschied zur zweiten großen Variante Bitterhopfen liegt tatsächlich im Zweck. Aromahopfen hat einen niedrigen Alpha-Säuregehalt und einen hohen Gehalt an ätherischen Ölen, die sich zum Bespiel in einer frischen Zitrusnote, zeigen.

Während der Bitterhopfen mit entsprechend mehr Säure der Bezeichnung gerecht wird und Bitterstoffe in den Gerstensaft bringt.

Angebaut werden ausschließlich weibliche Pflanzen des Hopfens. Sie liefern die Dolden, die Hopfenblüten, die in Hochdorf nach der Ernte von einer 1972 gebauten Maschine vom übrigen Grün getrennt werden.

Männliche Pflanzen werden im Anbau streng aussortiert, den befruchtetet Blüten würden die Ernte ruinieren. In Hochdorf werden aber gleich nur weibliche Pflanzen angebaut. Da man diese als Setzlinge bekommt, steht da Geschlecht bereits fest.

Nach dem Aussetzen geht es ans Wachsen. Wer den Hopfengarten schon gesehen hat weiß, es geht in die Höhe. Sechs bis acht Meter wird Hopfen im Schnitt. „Der kann schon mal 25 bis 30 Zentimeter am Tag wachsen.“ Das klingt nach einem selbstständig wuchernden Kraut, wäre aber doch zu einfach betrachtet.

Regelmäßige Kontrolle

„Der Hopfen will seinen Herrn jeden Tag sehen“, zitiert Jörg Peter Pielen einen unter Hopfenbauern bekannten Spruch. Pielen ist Schlosser bei der Hochdorfer Brauerei. Ausgelagert aus dem Betrieb kümmer er sich seit 2012 um den Anbau des Hochdorfer Hopfens. Ursprünglich war er früher selbst als Helfer dabei. „Da ist man halt irgendwie reingewachsen.“

Der zweite, vielleicht weniger charmante Spruch unter Hopfenbauern besagt, dass die Hopfenpflanzen zickig wie Frauen seien. Weil sie eben alle weiblich sind. Auf jeden Fall braucht es eine regelmäßige Kontrolle und auch Anleitung der Pflanzen, die sich in die Höhe schlingen.

Wenn die Rahmenbedingungen stimmen – die Hopfenpflanze bevorzugt sonnige, feuchte Lagen mit gut drainiertem, nährstoffreichem Boden – dann – sind die Chancen auf eine gut Ernte gegeben. Hin und wieder bringt dann aber ein Unwetter mit Sturm oder Hagel einen Rückschlag.

Ernte liegt bei etwa 1,8 Tonnen

Wie viel man in diesem Jahr ernten wird, wurde Katharina Haizmann beim Gespräch noch nicht verraten.Und auch auf direkte Nachfrage ist Pielen zurückhaltend. Durchschnittlich würden von 5500 Pflanzen aber 1800 Kilogramm an Dolden geerntet.

Danach muss der Hopfen für die weitere Verwendung verarbeitet werden. Er wird gedörrt, pelletiert und unter Schutzatmosphäre verpackt. Dann ist er bereit als Zutat in die nächsten Braugänge einzufließen.

Der Hopfengarten ruht indes, bis es im nächsten Frühjahr mit dem nächst Abenteuer Hopfenanbau wieder von vorne beginnt.

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