Gewalttat in Haiterbach: Ermittler sprechen inzwischen von Femizid

Die Ermittler von Polizei und Staatsanwaltschaft haben ihre Arbeit im Fall der Gewalttat von Haiterbach noch nicht abgeschlossen.
Marijan Murat/dpa- In Haiterbach wurde am Morgen des 6. Juli eine 84-jährige Frau tot aufgefunden.
- Ein 75-jähriger Ehemann rief gegen 8.20 Uhr die Polizei und gestand die Tötung.
- Festnahme erfolgte widerstandslos in der Doppelhaushälfte in der Kuckucksstadt.
- Ermittler sprechen von Femizid – der Tatvorwurf lautet derzeit auf Totschlag.
- Todesursache und Motiv bleiben offen, da die Ermittlungen noch laufen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Tat ereignete sich am Morgen des 6. Juli in einem Wohngebäude in Haiterbach. Dort wurde die Frau tot aufgefunden, wie die Staatsanwaltschaft Tübingen und die Pressestelle der Polizeidirektion Pforzheim in einer gemeinsamen Erklärung am Tag nach der Tat mitteilten.
Inzwischen konkretisierten die Ermittler der Kripo Calw und der Staatsanwaltschaft Tübingen diese ersten Angaben. So handelt es sich beim Tatort um eine Doppelhaushälfte in der Kuckucksstadt.
Der Tatverdächtige, ein 75-Jähriger mit deutscher Staatsangehörigkeit, alarmierte nach dem mutmaßlichen Tötungsdelikt selbst die Polizei. Er rief nach derzeitigen Erkenntnissen gegen 8.20 Uhr das Führungs- und Lagezentrum des Polizeipräsidiums Pforzheim an und teilte mit, dass er seine Frau umgebracht habe. Der Tatverdächtige wurde widerstandslos in der Wohnung festgenommen. Für das Opfer, eine 84-jährige Frau, kam jede Hilfe zu spät.
Keine näheren Angaben zur Todesursache
Unmittelbar nach der Tat habe der Verhaftete eingeräumt, die Geschädigte unter anderem eine Treppe hinuntergestoßen zu haben. Ob das letztlich zum Tod der Frau geführt oder ob es noch weitere Verletzungen gegeben hat, darüber hüllen sich die Ermittler auch weiter in Schweigen – mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen: „Aufgrund der laufenden Ermittlungen können wir hierüber keine Auskünfte erteilen“, heißt es wörtlich in einer Antwort auf eine entsprechende aktuelle Anfrage der Redaktion beim Polizeipräsidium Pforzheim.
Gleiches gilt auch für weitere Fragen rund um den Verhafteten: Informationen, ob sich der 75-Jährige, der sich in Haft befindet, weiter zu der Tat geäußert hat, und wenn ja, wie, gibt es aktuell vonseiten der Ermittler nicht.
Der Tatvorwurf lautet weiterhin auf „Totschlag“
Auch was das Motiv der Tat angeht, ist man offenbar noch nicht zu einem belastbaren Ergebnis gekommen. In der Antwort aus dem Polizeipräsidium heißt es, dass das noch Gegenstand der Ermittlungen sei.
Deutlich klarer ist dann aber die Einordnung der Tat. Auf die Frage, ob es sich bei der Gewalttat von Haiterbach im weitesten Sinne um einen sogenannten Femizid – die gezielte Tötung einer Frau oder eines Mädchens, weil sie weiblich sind – handele, antworten die Ermittler mit einem eindeutigen „Ja“.
Da der Femizid jedoch in Deutschland kein eigener Straftatbestand ist, lautet der Tatvorwurf im Fall von Haiterbach aktuell noch „Totschlag“. Das muss aber nicht so bleiben. „Eine abschließende Bewertung erfolgt nach Beendigung sämtlicher Ermittlungen“, heißt es wörtlich in der Stellungnahme von Christian Schulze von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Pforzheim.