Für den guten Zweck
: Wie die Nagolder Suppe ihren Betrieb stemmt

Der erste Monat der Nagolder Suppe ist vorbei - das erste Fazit fällt positiv aus. „Zur Burg“-Chef Florian Merkle gibt Einblicke, wie viel hinter der Arbeit für den guten Zweck steckt.
Von
Louisa Speicher
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Florian Merkle vom „Gasthof zur Burg“ in Nagold kocht jeden Dienstag und Donnerstag mit seinem Team für rund 50 Gäste Suppe.

Speicher

Ein Teller Gaisburger Marsch, Zwiebelsuppe oder Käse-Lauch-Suppe – bei der Nagolder Suppe würde selbst der Suppenkasper mal vorbei schauen. Seit Ende Januar serviert die Nagolder Suppe, eine Initiative der Gerda Rudolf Stiftung, dienstags und donnerstags Suppen im Seniorentreff Mohren. Es gilt: Kommen darf jeder, der mag.

Dabei steckt auch einiges an Vorbereitung hinter der spendenbasierten Hilfsaktion. Die Initiatoren Gerda Rudolf, Ralf Benz und Besitzer des „Gasthof zur Burg“ Florian Merkle ziehen eine Zwischenbilanz für den ersten Monat und geben Einblicke in die Arbeit hinter den Kulissen.

Solidar-Esser gewünscht

Zufrieden zeigen sich die drei in der letzten Woche vor der anstehenden zweiwöchigen Suppen-Pause. Die ersten vier Woche des Projekts für den guten Zweck sind zu Ende, bei dem sowohl Bedürftige als auch Nicht-Bedürftige miteinander ein warmes Mittagessen einnehmen. Zwischen 40 und 50 Gäste kämen täglich, sagen die Organisatoren. Kapazitäten hätten sie für 50 bis 60 Menschen, damit liegen sie also im Plan.

Eine Sache, die sich die Organisatoren aber noch etwas mehr wünschen, sind Solidaresser. Dabei geht es nicht um große Gruppen, dafür wären auch nicht genügend Kapazitäten – sowohl räumlich als auch essensmäßig –, aber dass der ein oder andere in der Mittagspause in seiner Mittagspause eine Suppe mit anderen isst und das Miteinander genießt.

CW-News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Calw Montag bis Samstag im kompakten Überblick.

Zahlen kann jeder das, was er kann oder mag. Ob das ein Euro ist oder zehn, sei jedem selbst überlassen. Am Ende landet das Geld in einer Spendenkasse für eine gute Sache.

Getakteter Ablauf macht es möglich

Dienstags beginnt ein Arbeitstag in der Küche des Gasthofs zur Burg gegen 9 Uhr morgens. Zwei Köche, eine Küchenhilfe und Florian Merkle sind ab dann mit Kochen beschäftigt. Mal ist es ein mediterraner Gemüseeintopf, mal eine Lauchsuppe mit Hackbällchen und mal ein Gaisburger Marsch. „Eigentlich schmeckt alles immer gut – besonders viel positive Rückmeldung gab es allerdings zum Gaisburger Marsch, dem Erbseneintopf und auch zur Kürbissuppe“, erzählt Initiatorin Gerda Rudolf.

Pünktlich um elf Uhr fährt Chef Merkle die Suppen sowie das Geschirr und Besteck zum Gasthof Mohren in Nagold. Wichtig: Nicht vergessen, anzuweisen, wie viele Löffel oder Bollen zu einer jeweiligen Portion gehören. „Wenn zum Beispiel Croûtons auf eine Suppe gehören, erkläre ich dann, wie viele davon auf den Teller gehören, damit die Portionen am Ende aufgehen und alle genug haben“, erklärt Merkle.

Von 11.30 Uhr bis 13.30 Uhr heißt es dann: Suppe schöpfen, Teller servieren, Gemeinschaft fördern. Hektisch wird es dank des geregelten Ablaufs und eingespielten Teams eher weniger. Manchmal würde auch schon am Mittwochabend die Suppe vorbereitet werden, gerade wenn es sich um eine aufwendigere handelt, die zudem durchziehen muss. „So kommen sich die Suppenvorbereitungen und der normale Küchenbetrieb für das Restaurant am Donnerstag auch nicht in die Quere“, sagt der Chef.

Pause in Zeit der Vesperkirche

Bis Dienstag, 17. März, bleibt der Suppenkochlöffel vorerst liegen – in dieser Zeit serviert nämlich die Vesperkirche in der evangelisch-methodistischen Friedenskirche in Nagold, wo ebenfalls das gemeinsame Mittagessen an einem Tisch im Fokus steht. Wer auf Gesellschaft und Gemeinschaft in dieser Zeit also nicht verzichten möchte, der kann auch dort mal hineinschnuppern.